Selbsterkenntnis im Puppenspiel

Premiere von „Siddharta“ im Bremer Figurentheater „Mensch, Puppe!“

Das spirtituelle Stück von Hermann Hesse „Siddharta“ feiert Premiere im Bremer Figurentheater „Mensch, Puppe!“.
26.10.2019, 14:35
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Premiere von „Siddharta“ im Bremer Figurentheater „Mensch, Puppe!“
Von Frieda Ahrens
Premiere von „Siddharta“ im Bremer Figurentheater „Mensch, Puppe!“

In Denkerpose: Siddharta (Puppenbau: M. Nienaber; Kostüm: F. Sensfuss)

Iris Wolf

„Ich kann denken. Ich kann warten. Ich kann fasten“, sagt die Puppe Siddharta, überzeugt davon, dass man im Leben sonst nichts können muss. Es wird spirituell im Figurentheater „Mensch, Puppe!“ am Ostertor. In dem neuen Stück „Siddharta“ von Hermann Hesse begibt sich dieser auf die Suche nach Erkenntnis. Hesses Roman ist fast 100 Jahre alt, die Fragen, die der Protagonist sich stellt, beschäftigen die Menschen immer noch: Wie erlange ich Erkenntnis? Was ist der Sinn des Lebens?

Die Bühnenfassung von Philip Stehmann ist 80 Minuten lang, die Reise von Siddharta wird Schlag auf Schlag dargestellt, gleichzeitig mit einer ruhigen Bedächtigkeit, die dem Stück gebührt. Puppenspieler Jeannette Luft und Musiker Matthias Entrup sind ganz in beigen Leinen gekleidet, werden fast eins mit dem Bühnenbild. Dieses stammt von Jürgen Lier und besteht hauptsächlich aus drei hellen Ast-Konstruktionen, die passend zur Szene verschieden behangen werden. Die Live-Performance mit orientalischer Musik von Matthias Entrup gibt dem Stück eine besondere Note.

Der holprige Weg zur Erkenntnis

Siddharta stammt aus einem wohlhabenden Haushalt. Nicht zufrieden damit, versucht er mit strenger Askese, dem Verzicht, seiner Erfüllung näher zu kommen. Er pilgert zu Buddha, dem Erhabenen, der bereits Erkenntnis gefunden hat, doch merkt, dass Buddhas Lehre nichts für ihn ist. Als Nächstes versucht er es mit einer Art Hedonismus, gibt sich der schönen Kamala hin und wird unter der Obhut eines Handelsmanns reich. Doch auch dies bringt ihn nicht weiter an sein Ziel. Schlussendlich landet er als Lehrling bei einem Fährmann. Als alter Mann hat er die Erkenntnis, dass jeder das Potenzial hat, Glück zu finden, jeder eigene Erfahrungen machen muss, „mit Leben beschmutzt“ wird und es keine universell gültige Lehre gibt.

Weitere Informationen

Weitere Termine gibt es regelmäßig an den Wochenden bis Ende Januar. Informationen unter: www.menschpuppe.de

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