Videoclip einer Bürgerinitiative Protestsong gegen geplantes Hochhaus im Bremer Viertel

Mit einem Videoclip wollen die Gegner des geplanten Hochhauses an der Kohlhökerstraße ihren Unmut kundtun. Am 17. September soll es im Rahmen einer Informationsveranstaltung vorgestellt werden.
31.08.2019, 06:20
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Von Matthias Holthaus

Wer bekannt werden und präsent bleiben möchte, muss ein Video drehen: Das wissen nicht nur Rockstars und Popsternchen, sondern auch die Bürgerinitiative „Kein Hochhaus im Viertel“. Mit ihrem „Hochhauslied“ wollen sie zwar nicht die Charts stürmen, aber auf ihr dringendes Anliegen aufmerksam machen: die Verhinderung eines knapp 37 Meter hohen Gebäudes auf dem Gelände der Landeszentralbank zwischen der Kohlhökerstraße und dem Imre-Nagy-Weg.

Die Projektentwicklungsgesellschaft „Evoreal“ möchte auf dem Areal nach Abriss des mittlerweile leerstehenden Bankgebäudes insgesamt 160 Wohneinheiten errichten. Ein Häuserensemble soll es werden, wobei das geplante Hochhaus der entscheidende Stein des Anstoßes darstellt: zu hoch für die Umgebung und unpassend für das umliegende Viertel, meint die Initiative.

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„Kein Hochhaus im Viertel, im Viertel kein Klotz, was lebenswert ist, woll´n wir lieber als Protz“, heißt es dann auch in dem Refrain des vom Bremer Musiker Willy Schwarz geschriebenen Liedes. Nach einer alten irischen Melodie haben es Freunde und Bekannte des Musikers eingesungen, aufgenommen wurde es bei einem Musikerkollegen in der Neustadt. Gedreht wird der Videoclip von Jürgen Köster, der sich bereits mit seinem Filmchen mit dem Titel „#Wi nich!“ gegen die Politik der AfD positioniert hat.

„Wir wollen Aufmerksamkeit erregen“, sagt Susanne Kopp-Jäger von der Bürgerinitiative. „Solch ein Gebäude muss nicht abgerissen werden“, meint sie, „wir sind zum Beispiel auch für eine Umnutzung. Das Gebäude könnte man auch zu einer Schule umbauen. Und es gibt doch bestimmt auch Behörden, die Raum brauchen.“

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Dementsprechend heißt es auch in dem Lied: „Bezahlbare Wohnungen braucht dieser Ort, mit Räumen für Schule und Kitas und Sport.“ Susanne Kopp-Jäger hat gehört, dass das Gebäude bislang noch nicht unter dem Gesichtspunkt einer Umnutzung untersucht worden sei. „Da ist von Anfang an etwas schiefgelaufen“, meint sie.

Derweil rüsten sich die Mitwirkenden im Video zum Aufbruch durch das Viertel: Über das Litfass und die Wulwesstraße wollen sie dann zum Gebäude an der Kohlhökerstraße ziehen. „Vor dem Gebäude der Landeszentralbank ist dann zum Schluss Party“, sagt sie.

Am Dienstag, 17. September, soll das Video dann präsentiert werden, dann gibt es wieder eine Informationsveranstaltung in den Räumlichkeiten der Christengemeinschaft in der Heinrichstraße.

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