Interview nach der Bürgerschaftswahl

Sascha Aulepp: „Natürlich ist das enttäuschend“

Sascha Aulepp (48) ist seit 2016 Landesvorsitzende der SPD Bremen. Das sagt sie zum Ausgang der Bürgerschaftswahl.
26.05.2019, 22:07
Lesedauer: 2 Min
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Sascha Aulepp: „Natürlich ist das enttäuschend“
Von Lisa Boekhoff
Sascha Aulepp: „Natürlich ist das enttäuschend“

Sascha Aulepp (48) ist seit 2016 Landesvorsitzende der SPD Bremen.

Frank Thomas Koch

Was sagen Sie zum Abschneiden Ihrer Partei?

Sascha Aulepp: Die CDU liegt nach den jetzigen vorläufigen Prognosen vor uns. Es ist das schlechteste Ergebnis, das die SPD in ihrer Geschichte hier im Bundesland hatte. Natürlich ist das enttäuschend und macht uns alles andere als zufrieden. Der Abstand zur CDU ist aber tatsächlich nicht groß. Wir müssen die endgültigen Ergebnisse abwarten.

Es zeichnet sich ein deutlicher Verlust im Vergleich zur Bürgerschaftswahl 2015 an. Damals lagen Sie bei 32,8 Prozent. Wir lieben Bremen – hat dieser Wahlkampf einfach nicht gereicht, um zu überzeugen?

Wir haben einen Wahlkampf geführt nach einer langen harten Konsolidierungsphase. Der Haushalt ist saniert, aber natürlich ist das nicht spurlos an unserem Bundesland vorbeigegangen. Gerade die Prognosen zur Europawahl zeigen deutlich, in was für einer schwierigen Lage wir hier in Bremen Wahlkampf geführt haben mit Blick auf den bundes- und europaweiten Trend.

Warum haben die Grünen sogar gewonnen?

Wir werden das Ergebnis gründlich beraten. Da geht es um Ursachen und auch die Frage: Wie geht es jetzt weiter?

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Schließen Sie die Zusammenarbeit mit der CDU in einer Großen Koalition weiterhin aus?

Wir haben vor der Wahl klare Aussagen gemacht, wofür wir inhaltlich stehen und kämpfen werden. Wir haben ein Wahlprogramm unter großer Diskussionsbeteiligung verabschiedet. Auf der Basis dieses Programms und der Auseinandersetzung während des Wahlkampfs haben wir festgestellt, wo Übereinstimmungen bestehen und wo nicht. Natürlich bleiben wir bei unserer Aussage.

Also keine Sondierungsgespräche mit der CDU?

Wir müssen das endgültige Ergebnis abwarten. Wir werden dann mit unserem Koalitionspartner Gespräche führen. Aber nochmal: Unsere Aussage gilt für uns.

War dieses Manöver im Rückblick richtig?

Wir haben deutlich gemacht, was wir als SPD für unser Bundesland wünschen. Da gibt es deutliche Widersprüche mit der CDU.

Sie haben Ihren Koalitionspartner im Schlussspurt unter Druck gesetzt, selbst eine Aussage zu den Koalitionen zu machen. Gebracht hat es nichts als Unmut, oder?

Wir haben klar gesagt, wofür die SPD steht: ein soziales Bremen, ein weltoffenes Bremen. Auf diese Klarheit haben Wähler einen Anspruch und deswegen haben wir uns positioniert. Das haben die Grünen nicht getan.

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Die Bremer SPD erzielt erneut ihr historisch niedrigstes Ergebnis. Welche Konsequenzen zieht die Partei daraus?

Wir werden uns sehr intensiv beraten. Der starke Rechtsruck in Europa geht auch an Bremen nicht vorbei. Wir heben uns nach den jetzigen Prognosen jedoch deutlich vom Bundestrend der Partei ab.

Die CDU liegt derzeit vorne. Hat Bremen damit den Titel als Hochburg der SPD verloren?

Wir werden das Endergebnis abwarten müssen. Erst dann ist deutlich, wie die Regierungsbildung vonstattengehen kann.

Jens Böhrnsen ist vor vier Jahren als Konsequenz aus den Verlusten der SPD gegangen. Steht Carsten Sieling sicher in der Partei?

Wir sind mit Carsten Sieling als Bürgermeister in den Wahlkampf gegangen und haben gemeinsam einen ganz engagierten Wahlkampf geführt. Wir werden morgen gemeinsam über das Ergebnis beraten.

Die Fragen stellte Lisa Boekhoff.

Info

Zur Person

Sascha Aulepp (48) ist seit 2016 Landesvorsitzende der SPD Bremen. 2005 ist die Richterin in die Partei eingetreten.

Wir haben für Sie die Diskussion zur Bürgerschaftswahl 2019 unterhalb des Liveblogs gebündelt. Dort können Sie gerne kommentieren. Wir freuen uns über Ihren Beitrag unter www.weser-kurier.de/bremenwahl-liveblog

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