Gemeinsam in Bremen

Schnelle Hilfe in dringenden Fällen

Der Freundeskreis „Bremer Kinder in Not“ gibt unbürokratisch auch kleine Summen an Spendengelder weiter. Anträge müssen von Einrichtungen und Institutionen kommen.
02.04.2019, 12:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Kornelia Hattermann
Schnelle Hilfe in dringenden Fällen

Klaus Sporleder und Brigitte Sauer aus Osterholz engagieren sich vielfältig – für Kinder in Not in Bremen und Bremerhaven und im Beirat.

Petra Stubbe

Schnell und unbürokratisch helfen will der „Freundeskreis Bremer Kinder in Not“, insbesondere dort, wo sonst keine und nur mit langem Vorlauf Fördermittel zu bekommen sind. Kleine Summen sind es häufig, die dringend gebraucht und voll aus Spenden finanziert werden. Von Osterholz aus wirkt der Verein, der Kinder in ganz Bremen und Bremerhaven unterstützt. Die Basis wurde vor 25 Jahren gelegt, erklärt Brigitte Sauer, die Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins.

Den 1994 gegründeten Freundeskreis der Professor-Hess-Kinderklinik haben einige Mitglieder von einem Verein in eine Stiftung für die Klinik umwandeln wollen, wozu es dann nie gekommen sei, erklärt Brigitte Sauer. Die anderen Mitglieder wollten den Verein weiterführen, mit dem Ziel, bedürftigen Kindern in Bremen und Bremerhaven Gutes zu tun. So entstand der „Freundeskreis Bremer Kinder in Not“, zweckgebunden und politisch neutral, wie die Vorsitzende betont.

„Wir haben damals ein bisschen vor uns hingedümpelt“, gibt Brigitte Sauer unumwunden zu, „aber immer versucht, kleine Hilfen zu geben.“ Beispielsweise 80 Euro für einen Kinderfußsack für ein behindertes Kind gespendet, oder Kindern die Teilnahme an einer Freizeit ermöglicht. Mehr Aufmerksamkeit und Spendengeld habe der Verein bekommen, seit er den Internetauftritt eingerichtet habe. „Der ist ein bisschen verstaubt“, weiß die Vorsitzende, „aber bodenständig und ehrlich.“ So, wie sie auch seien.

Kurze Antragswege werden von allen gelobt

Die 70-jährige Brigitte Sauer engagiert sich in und für Osterholz, dort sitzt sie für die CDU im Beirat und macht „Kirchturmpolitik, die viel Spaß macht“, weil man vor Ort etwas bewirken könne. Acht Jahre war sie auch Mitglied der Bürgerschaft. Der zweite Vorsitzende des Vereins, Klaus Sporleder, ebenfalls 70 Jahre alt und CDU-Mitglied, ist als Sprecher des Bauausschusses im Beirat aktiv. Als Schatzmeister des Freundeskreises fungiert der berufstätige Thomas Möller, der im ­Gete-Viertel wohnt. Diese Drei dürfen auf kurzem Wege entscheiden, wenn schnell Hilfe benötigt und ein Antrag gestellt wird und Bedürftigkeit vorliegt. Das haben die 14 Mitglieder des Vereins beschlossen.

„Die kurzen Antragswege werden von allen gelobt“, erklärt Brigitte Sauer. Jüngst habe das Mütterzentrum Tenever angefragt, weil eine Familie mit mehreren Kindern die Unterstützung vom Amt nicht rechtzeitig erhalten habe und die Kinder Hunger hätten. „Dann können wir helfen“, sagt Sauer. Anträge müssten immer von einer Institution gestellt werden und eine Begründung enthalten. Das bewilligte Geld sei dann zweckgebunden.

Mit der Präsenz im Internet bekam der Verein auch größere Spenden, beispielsweise verzichtete ein Paar zu seiner Silberhochzeit auf Geschenke und bat um Spenden für Kinder in Not. „4000 Euro sind dabei zusammengekommen“, berichten Sauer und Sporleder. Auch über ein paar kontinuierliche Spender freut sich der Verein. Holger Ivanda, ein engagierter Mitarbeiter der Firma Hella Fahrzeugkomponenten, sei jemand, der immer wieder Aktionen anrege. Das Unternehmen und die Kollegen unterstützen ihn und den Verein.

Oft kleinere Beträge unter 100 Euro

Mit diesen Mitteln konnte beispielsweise ein Spielzimmer für Flüchtlingskinder in Hemelingen unterstützt werden. Mit den „Spendengeldern, die zu hundert Prozent weitergegeben werden“, fördert der Verein beispielsweise drei Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche in der Stadtteilschule. Man halte Kontakt mit den Lehrern, man vertraue einander. Auch Nachhilfeunterricht habe man schon jahrelang bezahlt oder einem behinderten Kind den Besuch bei „Kreisel“, einem heilpädagogischen Betreuungs- und Förderangebot am Nachmittag bei der Tobias-Schule in Oberneuland ermöglicht.

Dann frage der Freundeskreis auch nach, ob die Hilfe wirke. Denn nachhaltig für Kinder soll die Unterstützung sein. Gefördert wurden zudem Projekte wie „Mein Körper gehört mir“ oder von Trauerland. Oft sind es kleinere Beträge unter 100 Euro, die gebraucht werden und die der Verein spendiert. Aber auch größere Summen fließen, beispielsweise aktuell für zwei Kurse zur Wassergewöhnung und Schwimmförderung, für die das Mütterzentrum und das Haus der Familie jeweils 500 Euro bekommen. „Dafür können die Kinder zehn Mal schwimmen gehen“, freut sich Brigitte Sauer.

Auf Spenden sei der „Freundeskreis Bremer Kinder in Not“ immer angewiesen, größere Bekanntheit bedeute auch mehr Anträge, sagt die Vorsitzende, die Anträge für bedürftige Kinder nicht absagen müssen möchte. Mehr Infos unter www.bremer-kinder-in-not.de.

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