Mitsingfest in Bremen

Schweden sind heiß aufs Mitsingen

Im Anschluss an „Bremen so frei“, das am 1. Juni ab 10.30 Uhr auf dem Bremer Marktplatz über die Bühne geht, sind beim Nordisk Festival die Schweden zu Gast.
31.05.2019, 15:28
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Schweden sind heiß aufs Mitsingen
Von Sigrid Schuer
Schweden sind heiß aufs Mitsingen

Universitätsmusikdirektorin Susanne Gläß und Altistin Hanna Deutschmann wollen beim großen Mitsingfest das besingen, was sie besonders lieben: Bremen.

Karsten Klama

„Ich habe gesungen, noch bevor ich sprechen konnte“, sagt Hanna Deutschmann und lacht dabei ihr entwaffnendes Lachen. Dass Singen glücklich macht, glaubt man der jungen Mediengestalterin sofort, wenn man ihr das erste Mal begegnet. „Ich singe eigentlich den ganzen Tag, auch bei der Arbeit und besonders gern die Lieder von 'Bremen so frei'“, erzählt sie.

So begeistert ist sie von dem großen Mitsing-Fest, das 2017 auf dem Marktplatz mit 4500 Menschen Premiere feierte. Dass Singen glücklich macht, hat die studierte Kulturwissenschaftlerin in ihrer Bachelor-Arbeit, die sie an der Universität Bremen geschrieben hat, nachgewiesen.

Darin analysierte sie die positiven Effekte für alle, die durch das große Mitsing-Event „Bremen so frei – ein Fest in elf Liedern“ ausgelöst werden. An diesem Sonnabend um 10.30 Uhr geht es auf dem Bremer Marktplatz bereits in die dritte Runde. Dass das Singen Gemeinschaftsgefühl stiftet, das wissen auch unsere Nachbarn in den baltischen und skandinavischen Ländern, in denen die große Gesangstradition mit Hingabe und Leidenschaft gepflegt wird.

„Wir wollten ein Stück schwedische Musik nach Bremen bringen. Immerhin haben wir als kleines Land schon sechs Mal den Eurovision Song Contest gewonnen“, betont denn auch Birgitta Wohlbrück vom Honorarkonsulat des Königreiches Schweden. Womit wir bei der Abba-Hymne wären: „Thank you for the music“, in der auch das Credo von Hanna Deutschmann anklingt: „Ich habe gesungen, bevor ich gehen konnte“.

Wohlbrück ist Projektmanagerin des ersten Nordisk Musikfestivals, das auf ihre Initiative hin zum ersten Mal in Bremen über die Bühne gehen wird. Über dieses glückliche Zusammentreffen freuen sich auch Hanna Deutschmann, die als Altistin im Universitätschor singt sowie dessen Leiterin, Universitätsmusikdirektorin Susanne Gläß, die als Organisatorin und musikalische Leiterin des Projektes auch in diesem Jahr wieder viel Arbeit in das große Mitsingfest investiert hat.

Denn diejenigen, die die elf pfiffigen Bremen-Lieder, die Multitalent Imke Burma getextet hat und die die Gebrüder Jehn komponiert haben, erst einmal gesungen haben, deren Stimme wird so gut geölt sein, dass sie ab circa 13 bis 17 Uhr gleich weiter mitsingen oder auch -summen können. Dann entert nämlich die schwedische Dixie-Jazz-Bigband „Rehornen“, was so viel wie Rentiergeweih heißt, die Bühne.

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Ebenfalls mit dabei: Das Schwedinnen-Quartett „Kraja“ aus Umea, der Kulturhauptstadt 2014, die traditionelle Volkslieder und eigene Stücke interpretieren. Aus der nordschwedischen Stadt stammt auch Olof Boman, der als langjähriger Gastdirigent am Theater Bremen die Bremerinnen und Bremer, die sonst ja eher vornehm vor sich hin frösteln, schon öfter mit Leidenschaft zum Singen gebracht hat.

Und das sollte er eigentlich auch dieses Mal beim Nordisk Musikfestival tun. Aber neben den intensiven Vorbereitungen zu dem von ihm geleiteten „Confidencen“-Musikfestival nahe Stockholm dirigiert er zurzeit Glucks „Orfeo“ in Trondheim und musste absagen. Also musste seine Landsfrau, die bekannte Gesundheitsexpertin und TV-Moderatorin Charlotte Karlinder einspringen. „Jede neue Farbe ist für Bremen ein Gewinn“, zitiert Susanne Gläß aus dem Lied „Was'n echt'n Bremer is“. Denn auch sonst gibt sich „Bremen so frei“ ganz besonders international.

Sehr zur Freude von Professorin Susanne Gläß wird dieses Mal auch der deutsch-polnische Chor mit dabei sein. Genauso wie der internationale Volkshochschul-Chor „Mixed emotions“, der von Washington de Oliveira geleitet wird. Gläß ist auch stolz darauf, dass 17 neue Chöre an dem dritten großen Mitsingfest beteiligt sind. Die Lieblings-Bremen-Hymne von Deutschmann und Gläß ist „Was'n echt'n Bremer is“. „Das ist doch eine großartige Einladung, sich als Bremerin oder Bremer zu fühlen“, resümieren sie unisono.

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Die eingängigen, fluffigen Lieder seien aber auch eine Hommage an Bremens Weltkulturerbe, das Rathaus, und schärften den Blick für die Schönheit des architektonischen Juwels. Und das einen Tag vor dem Welterbetag, der deutschlandweit begangen wird. Noch eines ist neu in diesem Jahr:

Es werden deutlich weniger Schulklassen und Kitas mitsingen. „Dafür setzen wir verstärkt auf Familien“, unterstreicht Susanne Gläß. Wie überhaupt alle Binnen- und Buten-Bremer willkommen sind, mitzusingen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass der Wettergott, wie schon die beiden Male zuvor, mitspielen möge.

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