Künstler meldet sich bei Behörden

Neues zur Skulptur in den Wallanlagen

Der unbekannte Künstler, der vergangene Woche eine Bronzeskulptur in den Wallanlagen, nähe Herdentor aufgestellt hat, hat sich nun bei der Stadt gemeldet. Wer er oder sie ist, bleibt weiterhin ein Geheimnis.
02.06.2020, 16:15
Lesedauer: 2 Min
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Neues zur Skulptur in den Wallanlagen
Von Alexandra Knief
Neues zur Skulptur in den Wallanlagen

Eine Bronzefigur mit einem Einkaufswagen in den Händen steht in den Wallanlagen im Zentrum der Stadt. Seit einigen Tagen steht der Mann aus Bronze am Wall und sorgt für Rätsel. Das Kunstwerk wurde ohne Genehmigung von offiziellen Ämtern und Stellen dort aufgestellt.

Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der unbekannte Künstler, der vergangene Woche über Nacht eine Bronzeskulptur in den Wallanlagen nähe Herdentor aufgestellt hat, hat sich nun erstmals bei verschiedenen Behörden der Stadt gemeldet. Der Umweltbetrieb Bremen habe bereits am Freitag eine E-Mail des geheimnisvollen Künstlers beziehungsweise der geheimnisvollen Künstlerin erhalten. Auch bei der Kulturbehörde sei kurz vor Pfingsten eine E-Mail des Unbekannten eingegangen. Das bestätigte Sprecher Heiner Stahn am Dienstag.

Hinweise auf die Identität des Unbekannten gebe es aber nach wie vor nicht. „Er oder sie wollte uns viel mehr wissen lassen, dass die Skulptur sicher angebracht wurde“, sagt Kerstin Doty, Sprecherin des Umweltbetriebes Bremen. „Wahrscheinlich hat der oder die Unbekannte die Berichterstattung verfolgt und gelesen, dass wir uns diesbezüglich Sorgen machen.“

Die anonyme E-Mail an den Umweltbetrieb enthalte Details darüber, wie und mit welchem Material die Skulptur im Boden verankert wurde. „Es heißt unter anderem, dass Edelstahlgewindestangen im Boden befestigt und verklebt wurden“, sagt Doty. Der Umweltbetrieb hat eine eigene Überprüfung des Kunstwerkes durch einen Landesbaustatiker in Auftrag gegeben. Bis diese durchgeführt werden kann, wird die Skulptur mit einem Bauzahn abgesichert.
Der Umweltbetrieb plane, dem anonymen Verfasser noch auf sein Schreiben zu antworten. Nicht aber etwa, um nachzufragen, wer er oder sie denn nun sei. „Wir werden uns für die Mail bedanken und dafür, dass er oder sie uns Bescheid gegeben hat, dass sich beim Aufstellen der Skulptur auch Gedanken um die Sicherheit gemacht wurden“, sagt Kerstin Doty. „Das war ein anständiger Zug, das finde ich wirklich sehr sympathisch.“

Die Kulturbehörde will es aber dann doch etwas genauer wissen und ist nach eigenen Angaben auch bereits einen Schritt weiter: „Es besteht Kontakt zum Künstler über einen Mittelsmann“, sagt Stahn. Weitere Informationen wollte die Behörde am Dienstag noch nicht herausgeben. „Wir gucken jetzt erst einmal, wie sich das weiter entwickelt“, sagt Stahn. Nach wie vor sei man sich einig, dass es sich bei der Skulptur um eine ernstzunehmende Arbeit handle, die sich künstlerisch mit aktuell gesellschaftsrelevanten Themen auseinandersetzt. „Wir suchen nach einem Weg, wie die Skulptur dauerhaft erhalten werden kann.“

++ Dieser Artikel wurde um 16.14 Uhr aktualisiert ++

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