Kommentar zur Abschaffung von Dienstwagen

Symbolpolitik

Spitzenkräfte öffentlicher Unternehmen sollen in Bremen künftig umweltfreundlich unterwegs sein, der Dienstwagen ist passé. Ein typischer Akt rot-grün-roter Symbolpolitik, meint Jürgen Theiner.
30.03.2020, 05:00
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Symbolpolitik
Von Jürgen Theiner
Symbolpolitik

Der Bremer Senat möchte Chefs von öffentlichen Unternehmen ein Mobilitätsbudget anbieten, statt ihnen einen Dienstwagen zu stellen.

Karl-Josef Hildenbrand /dpa

Fetisch Dienstwagen – im Autoland Deutschland hatte die Firmenkarosse stets einen enormen Stellenwert. Wer über sie verfügte, durfte sich etwas Besseres dünken. Je exklusiver die Ausstattungsmerkmale, desto höher das Ansehen des Fahrers. Damit soll nun Schluss sein bei den bremischen Unternehmensbeteiligungen. Das ist rot-grün-rote Symbolpolitik, die den Charme hat, nichts zu kosten. Den Roten gefällt die Beseitigung eines Privilegs, den Grünen die ökologische Vorbildfunktion.

Die Koalitionäre unterstellen einen Bewusstseinswandel in der jüngeren Managergeneration. Ob der tatsächlich schon so flächendeckend stattgefunden hat? Sicher, kaum eine Spitzenkraft würde sich heute noch so äußern wie weiland Finanzminister Peer Steinbrück, der offen bekannte, er habe „keinen Bock auf Holzbank“. Aber Prestigeobjekte verschwinden nicht einfach, sie unterliegen eher einem Wandel. Heute ist womöglich ein E-Auto mit viel digitalem Schnickschnack unter Führungskräften angesagter als eine ps-starke Limousine. Die Chefs der bremischen Beteiligungen haben künftig weder das eine noch das andere. Sie werden mit der BSAG-Jahreskarte Eindruck schinden.

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