Unterschiede zwischen Rente und Pension

Was im Ruhestand bleibt

Was für Angestellte die Rente ist, ist für Beamte die Pension. Aber die Unterschiede zwischen beidem sind riesig. Durch den Lehrermangel ist das Thema in Bremen aktuell wieder zur Debatte geworden.
07.07.2018, 17:13
Lesedauer: 3 Min
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Von Sebastian Krüger
Was im Ruhestand bleibt

Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) hat pensionierte Lehrer gebeten, wieder an ihren alten Schule zu unterrichten.

Frank Thomas Koch

Im Zuge des Lehrermangels ist eine Diskussion über die gerechte Bezahlung von Lehrkräften entbrannt. Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) hatte pensionierte Lehrer an ihre alten Schulen zurückgeholt, um dem Unterrichtsausfall in der Hansestadt entgegenzuwirken. Ein Lehrer, der namentlich nicht genannt werden wollte, beschwerte sich über den Stundenlohn, den er dafür erhält: 13,29 Euro brutto. Im Verhältnis zu seiner vorherigen Besoldung sei das gering. Zumal Angestellte beim Verein Stadtteilschule, dem größten Personaldienstleister für die Bildungsbehörde, deutlich mehr verdienen: Sie werden dort nach dem gängigen Tarif bezahlt.

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Aber verdienen Pensionäre in solchen Anstellungsverhältnissen unterm Strich wirklich deutlich mehr? Dabei hilft ein Blick auf die generellen Unterschiede zwischen Rente und Pension: Die Pension – also von Beamten – ersetzt nach 40 Dienstjahren dauerhaft 71,75 Prozent vom letzten Bruttoeinkommen. Die gesetzliche Rente – also von normalen Angestellten – hingegen ersetzt nach 45 Jahren derzeit weniger als die Hälfte vom lebensdurchschnittlichen Brutto. Dieser Wert geht wegen der gedämpften Rentenanpassung tendenziell weiter zurück.

Ein weiterer Unterschied liegt in den Zeiträumen, die in die Berechnung einfließen: Die Rentenversicherung bilanziert das ganze Erwerbsleben bis zum Renteneintritt. Jedes Jahr ist gleichermaßen wichtig – ein Jahr Arbeitslosigkeit oder eine berufliche Auszeit machen sich später negativ bemerkbar. Eine Beamtenpension hingegen wird nach den letzten Dienstbezügen berechnet. Allerdings muss der Beamte die jeweilige Besoldungsstufe für mindestens zwei Jahre erreicht haben – so sollen Gefälligkeitsbeförderungen in überhöhte Pensionen hinein verhindert werden.

Mindestpension für Beamte

Die gesetzliche Rente war nie für ausdrückliche Armutsvermeidung zuständig und weist dementsprechend bis heute keine Mindestrente auf. Im Ernstfall muss Sozialhilfe zur Grundsicherung im Alter beantragt werden. In der Beamtenversorgung gibt es eine Mindestpension: Diese liegt bei 35 Prozent der letzten Bezüge. Die wiederum ist nach unten abgesichert durch mindestens 65 Prozent der Endstufe der Besoldungsgruppe A4. Das entspricht in Bremen derzeit einer absoluten Mindestbruttopension von knapp 1600 Euro im Monat.

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In Sachen Nebenverdiensten ist es bei Pensionären vergleichsweise einfach: „Pensionierte Lehrkräfte können neben ihrer Pension weiteres Erwerbseinkommen erzielen“, sagt Vivien Barlen, Pressesprecherin der Bildungssenatorin. Abzüge gebe es nur, wenn die Summe aus Pension und Zuverdienst die letzte Besoldung vor dem Ruhestand übersteigt. Ein pensionierter Beamter, der 71,25 Prozent seiner Dienstbezüge erhält, darf also die restlichen 28,25 Prozent dazuverdienen, ohne dass es ihm angerechnet wird. Bei den Pensionären in der Schule handele es sich um Personal, das volle Ruhestandsgehälter von Bremen bekomme, sagt Barlen. Deswegen sei bisher der regelhafte Zuverdienst sehr niedrig. Ab August werde er jedoch auf 15,85 Euro die Stunde erhöht.

Besondere Treuepflicht auf Lebenszeit

Beamte genießen nicht nur weitreichende Rechte, sondern haben dem Staat gegenüber zu besonderer Treue verpflichtet. „Bei einem Beamten auf Lebenszeit endet die Treuepflicht nicht mit dem Renteneintritt, sie gilt bis zum Tode“, sagt Jürgen Köster, Vorsitzende des Beamtenbundes. Es sei möglich, pensionierte Beamte wieder zu verpflichten – aber das komme nur selten vor. Häufiger sei es, dass Beamte ihren Renteneintritt verschieben und ihre Dienstzeit so freiwillig verlängern.

„Pensionierte Lehrkräfte – wie auch andere Beamtinnen und Beamte – können nach den engen Voraussetzungen des Bremischen Beamtengesetzes verpflichtet werden, den Eintritt in den Ruhestand hinauszuschieben“, erklärt Barlen. Erforderlich seien hierzu dienstliche Gründe sowie die ausdrückliche Zustimmung oder Wunsch des Beamten. „Wir freuen uns, wenn unsere Lehrkräfte freiwillig verlängern und später in Pension gehen.“

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