Schulanfang in Bremen

Was sich nach den Ferien ändert

Am Donnerstag enden in Bremen offiziell die Sommerferien. Die Schüler werden mit einigen Neuerungen konfrontiert.
08.08.2018, 08:30
Lesedauer: 3 Min
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Was sich nach den Ferien ändert
Von Kristin Hermann

Am Donnerstag enden in Bremen die Sommerferien. Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) und Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) haben am Dienstag während einer Pressekonferenz im Rathaus vorgestellt, was sich zum neuen Schuljahr alles ändern wird und wie es um die Personalsituation bestellt ist. Ein Überblick:


Schüler:

Für 4558 Kinder beginnt am Sonnabend mit der Einschulung ein neuer Lebensabschnitt. 368 von ihnen werden eine Privatschule besuchen. 4680 Schüler besuchen die fünften Klassen, 2690 Jugendliche die Eingangsphase in einer Gymnasialen Oberstufe. An den 19 berufsbildenden Schulen der Stadtgemeinde Bremen werden etwa 21.450 junge Erwachsene unterrichtet. Zum Teil werden die unterschiedlichen Jahrgangsstufen in Containern unterrichtet werden, weil die Schulen mittlerweile ein massives Platzproblem haben.


Lehrer:

Insgesamt unterrichten zum neuen Schuljahr 4980 Lehrer an den öffentlichen Schulen der Stadt, davon 1073 an berufsbildenden Einrichtungen. In der Stadtteilschule, dem größten Personaldienstleister der Bildungsbehörde, sind zurzeit 270 Studierende mit 2619 Stunden für die Unterrichtsvertretung in den öffentlichen Schulen beschäftigt. Masterstudenten werden auch in den kommenden Monaten wieder zum Einsatz kommen.

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Sie dürfen laut Behörde bis zu elf Stunden unterrichten. Hinzu kommen 46 Pensionäre. 260 Lehrkräfte wurden im allgemeinbildenden Bereich neu eingestellt, davon 45 Sonderpädagogen sowie 63 ohne zweites Staatsexamen, die bis zum 1. Oktober von der Stadtteilschule übernommen werden und denen nach der Einstellung ein Qualifizierungsprogramm angeboten werden soll.

146 Lehrkräfte sind in Pension gegangen oder haben die Schulen aus anderen Gründen verlassen. 18 Lehrkräfte, die die Altersgrenze erreicht haben, haben sich für eine Verlängerung entschieden. Die Behörde hatte vor einigen Monaten Lehrer im Ruhestand angeschrieben und um eine Rückkehr an die Schulen gebeten. Der Rücklauf sei bisher jedoch eher mager. „Es geht uns aber vor allem auch darum, Lehrer an den Schulen zu halten“, sagte Bogedan.


Inklusion:

Zur Stärkung der Inklusion wurden nach Angaben der Bildungsbehörde 44 Sonderpädagogen eingestellt. 40 der 200 in diesem Schuljahr beginnenden Referendare werden im Bereich Sonderpädagogik ausgebildet. Dennoch fehlen Fachkräfte. Die fünf neuen Standorte für die Beschulung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Wahrnehmung und Entwicklung werden ihre Arbeit aufnehmen, darunter auch das Gymnasium Horn.

Dort wird nach den Ferien eine Inklusionsklasse mit 19 Regelschülern und fünf geistig oder körperlich behinderten Kindern eingerichtet, nachdem das Verwaltungsgericht Anfang Juli die Klage von Schulleiterin Christel Kelm gegen eine entsprechende Entscheidung der Bildungsbehörde zurückgewiesen hat. „Die Situation ist weiterhin angespannt. An einigen Stellen haben wir bereits für Verbesserungen gesorgt. Wir sind überzeugt davon, dass der Weg, Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam zu beschulen, richtig ist“, bekräftigte Bogedan den Weg der Behörde.

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Schulsozialarbeit:

In der Stadt Bremen sind insgesamt 116 Schulsozialarbeiter im Einsatz, davon 75 an allgemeinbildenden Schulen, 23 an berufsbildenden Schulen und zehn an Werkschulen. Seit dem Schuljahr 2015/16 wurde die Zahl der Schulsozialarbeiter um fast 40 Prozent erhöht.

Ganztag/ Hort:

Für das anstehende Schuljahr gibt es 2762 Hortplätze. 2671 Kinder wurden angemeldet. Rein rechnerisch sind 91 Plätze frei, wobei 374 Kinder auf horteigenen Wartelisten geführt werden. Von den 4190 Erstklässlern an öffentlichen Grundschulen nutzen 2030 den Ganztag. 663 der Einschulungskinder sind laut der Bildungsbehörde für eine Hortbetreuung angemeldet.


Hitzefrei:

Sollten die Temperaturen in den kommenden Tagen so hoch bleiben, könnten einige Schulen den regulären Unterricht direkt nach dem Ferienende vorzeitig beenden. Offiziell heißt dieser Vorgang seit einiger Zeit allerdings nicht mehr „Hitzefrei“, sondern „wärmebedingte Beendigung des Unterrichts“. Das liegt daran, dass die Betreuung in Ganztagsschulen und der verlässlichen Grundschule gewährleistet werden muss, so die Bildungsbehörde. Zentral verordnetes Hitzefrei gibt es nicht mehr. Die Entscheidung liegt bei den Schulleitungen. Hitzefrei hätte am Dienstag vermutlich auch Bürgermeister Carsten Sieling am liebsten gehabt. „Das ist die heißeste Pressekonferenz meiner Amtszeit“, sagte er bei dem Termin im Rathaus.

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