Experten diskutieren über Probleme

Wenig Konzepte gegen Verkehrskollaps in Bremen

Bei der Diskussionsrunde „Verkehrskollaps in Bremen“ der CDU-Fraktion standen Probleme und Ideen im Zentrum. Um Lösungsansätze und Konzepte ging es wenig.
10.09.2018, 20:36
Lesedauer: 2 Min
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Wenig Konzepte gegen Verkehrskollaps in Bremen
Von Lisa-Maria Röhling
Wenig Konzepte gegen Verkehrskollaps in Bremen

Ein vertrauter Anblick in Bremen: Stau.

Frank Thomas Koch

Die Probleme sind hinlänglich bekannt: der Ringschluss der A 281, die Erreichbarkeit der Innenstadt, die Staus, die Parkplatzsituation. Die Aufzählung der Schwachstellen in der Verkehrspolitik ließen sich länger ausführen. Eines haben sie gemeinsam: Sie brauchen Lösungskonzepte, und zwar dringend. Wie das allerdings funktionieren soll, das bleibt auch der Expertendialog „Verkehrskollaps in Bremen – Ideen für die Verkehrswende“, zu dem die CDU-Fraktion eingeladen hatte, schuldig.

Tatsächliche Ideen zur Verbesserung der Infrastruktur in Bremen gab es zahlreiche aus der Expertenrunden: Mit Jens Eckhoff (CDU), Dieter Mazur, Landesvorsitzender des BUND, dem Verkehrsexperten Carsten-W. Mueller von der Hochschule Bremen und dem Innenstadtbeauftragten der Handelskammer, Olaf Orb, trafen sehr unterschiedliche Positionen aufeinander.

So entstand ein interessanter, wenn auch wenig kontroverser Austausch; allerdings wurde auch schnell klar, dass die Vielfalt der Probleme auch gradlinigen Verkehrskonzepten entgegensteht. „Wir brauchen eine Verkehrswende mit Augenmaß“, erklärte Müller deshalb. So müsse es anstatt eines umfassenden Lösungsansatzes für die gesamte Stadt mehrere kleine Konzepte geben.

Expertendialog: Verkehrskollaps in Bremen - Ideen für die Verkehrswende in der Bremischen Bürgerschaft - vl. Jens Eckhoff und Prof. Dr. Carsten W. Müller

Carsten-W. Müller von der Hochschule Bremen.

Foto: Frank Thomas Koch

Er mahnte außerdem dazu, die richtige Mischung in den Verkehrskonzepten zu finden: „Eine bloße Kapazitätserhöhung bringt uns immer wieder an neue Grenzen“, erklärte der Experte. Warum aber die bisherigen Konzepte nicht greifen? „Das Problem scheint in der Umsetzung zu liegen“, so Müller. Umsetzung, das war das entscheidende Stichwort für die Gesprächsteilnehmer: Sie alle forderten, dass der Ringschluss der A 281 endlich beendet werden müsse, um so auch andere Verkehrskonzepte anzupacken.

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„Der Ringschluss ist entscheidend für eine Verkehrsberuhigung der Innenstadt“, sagte Eckhoff. Orb kritisierte, dass zu viele Verkehrskonzepte sich nicht von der Stelle bewegten. So sei der öffentliche Nahverkehr in weiten Teilen „unterirdisch“ und habe sich in den vergangenen Jahren kaum entwickelt. Ein gravierendes Problem, wie auch Mazur betonte, da der Druck auf den Stadtverkehr vor allem durch die Vielzahl der Pendler nach und aus Bremen entstehe.

Viele Schwachstellen der Verkehrspolitik wurden angesprochen, echte Lösungskonzepte zu finden erschien allen Beteiligten schwierig. Konkret wurde es erst in der Abschlussrunde, als alle ihre Wünsche für die Verkehrspolitik formulierten: Müller setzte sich für ein entschiedenes Voranbringen des Verkehrsentwicklungsplans in den kommenden fünf Jahren ein. Orb forderte eine politische Neuaufstellung: Ein Zusammenschluss der Verkehrsressorts mit dem Wirtschaftsressort, um Infrastruktur-Themen zu bündeln.

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