Bremer Innenstadt

Zech rockt die Bremer City

Nach der Einigung mit dem Eigentümer der Kaufhof-Immobilie ist der Weg für den Umbau der Bremer Innenstadt frei. Jetzt folgt ein Werkstattverfahren der Planer.
30.10.2019, 19:10
Lesedauer: 2 Min
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Zech rockt die Bremer City
Von Jürgen Hinrichs
Zech rockt die Bremer City

Galeria Kaufhof. Thema: Übernahme Kaufhof durch Karstadt

Christina Kuhaupt

Nach einer Phase, in der es schien, als ob in der Bremer Innenstadt nicht mehr viel vorangeht, wurde jetzt die entscheidende Wegmarke erreicht. Der Investor Kurt Zech hat sich mit dem Eigentümer der Kaufhof-Immobilie geeinigt. Das Gebäude und die Fläche stehen damit für eine Neuentwicklung zur Verfügung. Zech will eine City-Galerie schaffen. Einbezogen werden neben der Kaufhof-Immobilie das Parkhaus Mitte und der denkmalgeschützte Bau von Karstadt. Der Plan gilt als Kern für den Aufbruch der Innenstadt.

„Wir freuen uns sehr, dass der Knoten geplatzt ist“, kommentiert Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne) das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Zech und der Frankfurter DIC-Gruppe, einer Investmentgesellschaft für Gewerbeimmobilien. Der Handel sei schneller perfekt geworden, als ihrem Haus vorher signalisiert worden war. „Wir liegen voll im Zeitplan, der im Vertrag für den Verkauf des Parkhauses festgeschrieben wurde“, so die Senatorin. Jetzt folge das Werkstattverfahren, das neben dem Parkhaus nun auch die Kaufhof-Immobilie umfasse.

Im Frühjahr hatte Zech für 16,7 Millionen Euro das Parkhaus Mitte erworben. Es soll abgerissen werden, die Kosten dafür werden vom Kaufpreis abgezogen, sodass er bereinigt bei rund 14 Millionen Euro liegt. Auf dem Grundstück sollen 21 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für Einzelhandel, Büro und Wohnen entstehen. Grundlage wird ein städtebauliches Konzept sein, erarbeitet von mindestens sechs Planungsbüros, die an dem Werkstattverfahren teilnehmen.

Der Kaufvertrag enthält nach Darstellung des Senats außerdem verbindliche Fristen zur Errichtung des Gesamtprojektes und entsprechende Strafzahlungen, sollten sie nicht eingehalten werden. Wenn der Bebauungsplan fertig ist, hat der Investor demnach ein Jahr Zeit, seine Bauanträge zu stellen. Sechs Monate nach der Baugenehmigung muss er mit dem Abriss beginnen. Wenn die Gebäude weg sind, darf er maximal drei Monate verstreichen lassen, um mit dem Bau zu beginnen. Fertig sein muss das Projekt innerhalb von 30 Monaten.

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Das Kaufhof-Gebäude ist für den Zech-Plan unverzichtbar. Es gibt dort Autostellplätze auf dem Dach, die nur über das Parkhaus zu erreichen sind. Wegen dieser Verbindung kann das eine nur mit dem anderen verändert werden. Deshalb war es so wichtig, mit dem Eigentümer eine Lösung zu finden. Unklar ist noch, auf welchen Weg sich die beiden Parteien verständigt haben. Hierzu gibt es von Zech keine Einzelheiten. Er hatte am Dienstag lediglich bekannt gemacht, sich mit DIC verständigt zu haben. Das könnte Kauf bedeuten oder Kooperation. DIC hatte früh erklärt, die städtebauliche Entwicklung an der Stelle mittragen zu wollen.

Kaufhof hat dem Vernehmen nach noch einen Mietvertrag bis zum Jahr 2024. Weil das Unternehmen mittlerweile zu Karstadt gehört, und Karstadt wiederum Mieter bei Zech ist, tun sich verschiedene Optionen auf, wie im Gesamtzusammenhang der Pläne mit diesen Verträgen umgegangen wird.

Zech hatte ursprünglich davon gesprochen, im Jahr 2021 in der Innenstadt mit allem fertig zu sein. Realistisch sind jetzt andere Termine. Sollte es mit dem Bebauungsplan zügig vorangehen, dürfte es im besten Fall im Jahr 2023 soweit sein, dass die City-Galerie eingeweiht werden kann. Tauchen Schwierigkeiten auf, was wegen der komplexen Verhältnisse auf dem Areal nicht unwahrscheinlich ist, könnte es nach Einschätzung von Planern durchaus noch zwei Jahre länger dauern.

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