Urteil am Landgericht Bremen

Zehn Jahre Haft für Tod der Lebensgefährtin

Wegen Totschlags hat das Landgericht Bremen einer 43-Jährigen verurteilt. Obwohl die Tat mit erheblicher Gewalt ausgeführt wurde, ließ sich die ursprüngliche Mordanklage nicht aufrechterhalten.
13.01.2020, 16:27
Lesedauer: 2 Min
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Zehn Jahre Haft für Tod der Lebensgefährtin
Von Timo Thalmann
Zehn Jahre Haft für Tod der Lebensgefährtin

Vor dem Bremer Landgericht ist ein 43-Jähriger zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Michael Matthey

Zu zehn Jahren Haft wegen Totschlags hat das Landgericht Bremen einen 43-Jährigen verurteilt. Der Mann hat im Juni vorigen Jahres in Bremen-Nord seine Lebensgefährtin und Mutter zweier gemeinsamer Kinder mit einem Buschmesser getötet. Die ursprüngliche Anklage lautete auf Mord, doch konnte das Gericht die vom Gesetz dafür geforderten Tatmerkmale nicht feststellen, insbesondere verneinte es ein besonders heimtückisches Vorgehen.

Aufgrund des Tathergangs mit „exzessiver Gewalt“, wie es der Vorsitzende in der Urteilsbegründung formulierte, befand das Gericht jedoch eine Strafe am oberen Ende des für Totschlags vorgegebenen Strafrahmens für angemessen. Der Angeklagte hatte seine Lebensgefährtin bei einem Wutanfall mit dem Messer von hinten angegriffen und zweimal so kräftig in den Hals geschnitten, dass dieser fast vollständig durchtrennt und auch noch mehrere Rückenwirbel verletzt wurden. Das Opfer sei damit „fast enthauptet“ worden, formulierte es der Richter.

Der Tat ging ein länger andauernder Beziehungskonflikt voraus. Dabei hatte sich der Angeklagte zumeist dem Willen der Frau gebeugt, die in der Urteilsbegründung als der deutlich dominantere Part des Paares beschrieben wurde. Als seine Lebensgefährtin an diesem Tag die Beziehung endgültig beenden wollte, weil sie sich einem anderen Mann zugewandt hatte, habe sich der Angeklagte offenbar zutiefst gedemütigt gefühlt. Aus seiner subjektiven Sicht habe er stets in die Beziehung investiert, um nun einfach vor die Tür gesetzt werden.

In einem Zustand voller Wut sei es dann zu der Affekttat in einem Zustand eingeschränkter Steuerungsfähigkeit gekommen. Das Gericht folgte in dieser Einschätzung weitgehend den Befunden des psychiatrischen Gutachtens über den Beschuldigten. Für die Affekttat spreche außerdem, dass der Angeklagte zuvor nie als gewalttätig oder überhaupt kriminell in Erscheinung getreten ist. Außerdem habe er sich unmittelbar nach der Tat äußerst schockiert über sein Handeln gezeigt und sofort die Polizei informiert. Die konnte ihn dann widerstandslos festnehmen. An das eigentliche Tatgeschehen habe der Mann zudem keine Erinnerung. „Das alles spricht für eine durch die Wut hervorgerufene tiefgehende Bewusstseinsstörung im Moment der Tat“, sagt der Vorsitzende in seiner Urteilsbegründung.

++ Dieser Artikel wurde um 16.26 Uhr aktualisiert. ++

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