Auch im Ferienprogramm ist die DGzRS eingebunden - 40 Kinder und Erwachsene zu Besuch in der Werderstraße Am Wochenende haben die Seenotretter ihren großen Tag

Neustadt. Was rund 40 Besucher im "kleinsten Kino Bremens" an der Werderstraße 2 erlebten, war eine kleine Premiere. "Die Seenotretter" lief, ein neuer 17-minütiger Film über die Arbeit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Darin stellt Fernsehmoderatorin Bettina Tietjen vier ehrenamtliche Retter vor, die auf hoher See Menschen vor dem Tod bewahren. Am Sonntag, 31. Juli, kommt wieder Besuch - dann ist "Tag der Seenotretter".
28.07.2011, 05:00
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Von VOLKER ALTHOFF

Neustadt. Was rund 40 Besucher im "kleinsten Kino Bremens" an der Werderstraße 2 erlebten, war eine kleine Premiere. "Die Seenotretter" lief, ein neuer 17-minütiger Film über die Arbeit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Darin stellt Fernsehmoderatorin Bettina Tietjen vier ehrenamtliche Retter vor, die auf hoher See Menschen vor dem Tod bewahren. Am Sonntag, 31. Juli, kommt wieder Besuch - dann ist "Tag der Seenotretter".

Was die Einsatzkräfte am Standort Bremen tun, können die Gäste in der Zentrale erfahren. Pressesprecher Christian Stipeldey und Wilhelm Essmann, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter, führten die Kinder herum. Die Besichtigung war Teil des Sommerprogramms des Kreissportbundes. In der Eingangshalle präsentierte Christian Stipeldey der Gruppe einen Raketenapparat und erklärte, wie Rettungskräfte vor rund 150 Jahren damit arbeiteten: "Von Land aus versuchte man über eine 400 bis 500 Meter dünne Leine eine Verbindung zum Schiffbrüchigen herzustellen und ihn damit zu retten. Dieses Seil wurde von einer Rakete abgefeuert, die auf einem Bock steht." Anfangs waren die Helfer auf offener See mit Ruderbooten unterwegs. Heute haben die 1000 Rettungsmänner und -frauen moderne Seenotkreuzern, die mit einer auffälligen orange-weißen Tagesleuchtfarbe versehen sind. "So weiß jeder Laie, dass es ein besonderes Schiff ist", bemerkte Stipdeldey. Dazu gehört unter anderem die 46 Meter lange "Hermann Marwede",

die bei Helgoland im Einsatz ist und als Modell in einer Glasvitrine in der Neustadt steht.

Den Film "Die Seenotretter" fand Tim-Ole aus Arsten "gut, aber ein bisschen gruselig". Der Sechsjährige hatte sich den Film gemeinsam mit seiner Mutter Marina Müller-Alberring angeschaut. Als sich ein Seemann beim Sturz in eine sieben Meter tiefe Ladeluke verletzte, hatte er sich erschrocken. Entspannter war er bei der Besichtigung des Museumsseenotkreuzers "H. J. Kratschke", der auf dem Gelände der DGzRS-Station steht. "Am besten fand ich das Sofa, das unten in der Kajüte steht. Dort war es richtig gemütlich, da wäre ich am liebsten geblieben", sagte Tim-Ole ganz vergnügt. Bei Marie Mahnken (6) aus Arsten hinterließ die Kombüse einen bleibenden Eindruck, "weil die so klein ist".

Jan Peters (10) aus Schwachhausen entdeckte im unteren Teil noch eine Kajüte mit drei kleinen, engen Betten für die Besatzung und auch noch den Maschinenraum. Besonders interessierte er sich jedoch für die vielen technischen Geräte wie GPS-Navi oder Radargerät, die sich im unteren Fahrstand befinden. Insgesamt war er beeindruckt von dem Schiff: "Es ist ziemlich alt, so etwas habe ich noch nie gesehen." Auch sein Vater Jens staunte: "Ich bin überrascht, dass es so eng ist auf dem Schiff." In der Werfthalle konnten die Gäste noch das Tochterboot "TB35" bestaunen, das für den neuen Seenotkreuzer "SK32" bestimmt ist und das 15 Techniker, Funkelektroniker und Maschinenbauer zurzeit fit machen. "Es ist ein sehr robustes Schiff, das den Kenterversuch bereits erfolgreich überstanden hat. Und für die Werftarbeiter ist es eine Premiere, an dieser Neuentwicklung zu bauen", erklärte Stipeldey. Eine Besonderheit, auf die er hinwies: Der Jet-Antrieb. "Dieses Boot hat keinen Propeller."

Ein älteres Reserveboot, an dem die Arbeiter derzeit herumschrauben, ist die "Franz Stapelfeldt". Sie hat schon mehrere Einsätze auf der Ostsee hinter sich und wird gerade gewartet. Für Katrin Mahnken, Mutter von Marie, war es ein sehr informativer Einblick in die Arbeit der DGzRS, die sich hauptsächlich durch Spendengelder finanziert.

Wer mehr über die Arbeit der Seenotretter erfahren möchte, kann sich beim "Tag der Seenotretter" am Sonntag, 31. Juli, von 10 bis 16 Uhr informieren. Am Standort in der Werderstraße 2 gibt es ein vielseitiges Programm mit Vorträgen, Kinderanimationen, maritimer Kunst sowie Getränken und Essen. Zwischen 11.30 und 13.30 Uhr spielt außerdem die Beat- und Rockband "Fast Lane" und bietet einen musikalischen Streifzug durch 50 Jahren Rockgeschichte an. Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Website www.seenotretter.de.

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