Aufstiegsspiele zur Fußball-Regionalliga

Anna Bockhorst rettet den ATS Buntentor

Schon vor dem ersten Aufstiegsspiel an diesem Sonntag beim Hamburger SV verbuchen die Neustädterinnen einen wichtigen Erfolg: Sie haben im letzten Moment noch eine erfahrene Torhüterin gefunden.
01.06.2019, 18:56
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye
Anna Bockhorst rettet den ATS Buntentor

Torfrau mit Erstliga-Erfahrung und für zwei Spiele Hoffnungsträgerin des ATS Buntentor: Anna Bockhorst.

Hansepixx

Den Himmelfahrtstag verbrachte Dennis Bittner in Hamburg, beim Pokalfinale der Frauen. Schließlich trafen die Kickerinnen des Hamburger SV dort auf Union Tornesch (4:2). So ergab sich eine Gelegenheit für Bittner und seinen Kollegen Marc Schönthal, den Gegner der Aufstiegspartien zur Fußball-Regionalliga noch einmal live zu erleben. Ihr ATS Buntentor tritt ja an diesem Sonntag (14 Uhr) zum Hinspiel beim HSV an.

„Für den HSV ist es natürlich auch blöd, kurz vorher noch im Pokal anzutreten“, sagt Dennis Bittner. Er hat einen Blick für die Probleme der Konkurrenz. Doch eigentlich könnte sich der Bremer Trainer auch auf die eigenen Schwierigkeiten konzentrieren – sie sind ja groß genug. „So etwas habe ich in zwölf Jahren nicht erlebt“, sagt Bittner nach einigen „schlaflosen Nächten“. Es geht um die Besetzung der Torhüterposition in seinem Team.

In die Verbandsliga war der ATS mit nur einer Keeperin gestartet, Jessica Kaufmann. Das sollte reichen. Schließlich war der Regionalliga-Absteiger als klarer Favorit in die Saison gegangen. Am Ende wurde er auch unangefochten Bremer Meister, qualifizierte sich ohne Punktverlust und mit nur einem Gegentor für die Spiele gegen den HSV. Allerdings: Jessica Kaufmann stand nur bis zum Februar auf dem Platz. Denn beim Test gegen Burg Gretesch (3:2) zog sich die Stammkeeperin einen Kreuzbandriss zu. Das war ein Schock.

Auf die Ligaspiele hatte der Ausfall zwar keine Auswirkungen. Der ATS trat nun immer mit einer anderen Feldspielerin im Tor an, die Mannschaft wurde ohnehin nur selten gefordert. Aber irgendwann sollten ja das Pokalfinale und die Aufstiegsspiele folgen. Also hielten Bittner und Co. seit Monaten die Augen offen. In Astrid Büttner, der ehemaligen Nationalkeeperin Paraguays, wurde bereits Anfang Mai eine Torhüterin verpflichtet. „Aber internationale Wechsel können bis zu 30 Tage dauern“, sagt der ATS-Trainer. Am Ende wurde nichts draus, die Suche ging weiter. Irgendwo musste doch eine vereinslose Keeperin zu finden sein, die dem Team in den entscheidenden Spielen weiterhelfen konnte.

Vor knapp zwei Wochen wurde der ATS endlich fündig: Julia Prosch, einst für den HSV, Cloppenburg und Henstedt-Ulzburg aktiv, ehe sie aus beruflichen Gründen kürzertreten wollte. Bittner: „Ihre Zusage hatte ich am Dienstag, und am Mittwoch war sie spielberechtigt.“ Nur zwei Tage später stand das Pokalfinale gegen den TuS Schwachhausen (0:1) auf dem Programm. Julia Prosch machte ihre Sache gut. Bis sie nach rund einer Stunde gegen die heranstürmende Merle Liebs klären musste – und das mit der Hand und außerhalb das Strafraums tat. Die anschließende Rote Karte kostete womöglich den Pokalerfolg, in jeden Fall aber die Torfrau.

Die Torwartsuche des ATS ging also weiter. „Wen kann man jetzt noch anhauen?“, fragte sich Dennis Bittner, bereits der Verzweiflung nahe. Kurz bevor er am Himmelfahrtstag in Richtung Hamburg startete, erheilt er erneut eine Zusage: Anna Bockhorst wird in den Partien gegen den HSV zwischen den Pfosten stehen. „Eine gute Torfrau mit Erfahrung“, sagt der ATS-Coach. Obwohl erst 21 Jahre alt, trat Bockhorst bereits im Werder-Trikot in der 1. Frauen-Bundesliga an. Vor rund einem Jahr beendete die Polizistin ihre Karriere allerdings aus beruflichen Gründen. Nun kehrt sie für zwei Spiele zurück ins Trikot eines Fußballteams – und alle hoffen, dass mit Anna Bockhorst endlich die Probleme gelöst sind.

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