Zweitägiges Jazzfestival in der Schwankhalle

Breite Bühne für Fette Hupe

Die Musikerinitiative Bremen lädt zu einem zweitägigen Jazzfestival ein. Am 28. und 29. Februar treten in der Schwankhalle am Buntentorsteinweg acht Bands auf, unter ihnen die Bigband Fette Hupe aus Hannover.
21.02.2020, 17:23
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Von Katja Knappe
Breite Bühne für Fette Hupe

Die Bigband Fette Hupe wird von Jörn Marcussen-Wulff dirigiert. Die Musiker spielen Saxofon, Trompete, Posaune, E-Gitarre, Piano, Kontrabass und Schlagzeug.

Iris Klöpper

Die Musikerinitiative Bremen (MIB) zelebriert das MIB-Night-Jazzfestival, das am Freitag und Sonnabend, 28. und 29. Februar, zum 13. Mal in der Schwankhalle, Buntentorsteinweg 112 - 116, steigt. Acht hochkarätige Jazzbands und -ensembles werden in den beiden Konzertsälen auf der Bühne stehen. Bereits am Donnerstag, 27. Februar, 18 Uhr, gibt es zum Auftakt den Jugend-jazzt-Konzertabend mit den Gewinnern der Jugend-jazzt-Bundesbegegnung 2019. Mit dabei sind Crowd und Rüben aus Salzhausen sowie vier Bands aus Bremen.

Zur Eröffnung des Jazzfestivals am Freitag um
20 Uhr tritt die in Polen geborene Berliner Musikerin Agata Cuirkot mit ihrem Pianotrio auf. Das internationale Trio verbindet mit seiner Musik Einflüsse aus Modern Jazz, Romantik, freier Improvisation und Neuer Musik zu einem eigenen, fragilen Klanggebäude. Danach steht wieder eine Frau im Blickpunkt: Die Stimmakrobatin Ute Wassermann, die mit ihrem Auftritt zum 30. Geburtstag der MIB-Konzertreihe „Improvisationen“ gratuliert, muss sich hier gegen Saxofon und präparierte Gitarre behaupten. Es folgt mit Florian Weber ein international höchst renommierter Pianist, der solo am Flügel zu erleben ist. Weber gewann bereits den Steinway-Preis beim Solopiano-Wettbewerb auf dem Montreux Jazz-Festival, den Echo Jazz in der Sparte „Bester Pianist national“ und den WDR-Jazzpreis für Improvisation. Zum Finale des ersten Abends gibt es dann Tieftönendes der Baritonsaxofonistin Tini Thomsen und ihrer international besetzten Band Max Sax. Frecher und origineller Funk-Jazz ist angekündigt.

Der Festival-Sonnabend beginnt um 20 Uhr erneut mit tiefen Klängen: Zu Double Trouble, dem Quartett des Berliner Saxofonisten Peter Ehwald, gehören nämlich zwei Kontrabässe und ein Schlagzeug, die klare Jazz-Ziele verfolgen und einen wuchtig-erdigen Sound favorisieren. Dann übergibt das Schweizer Duo mit Charlotte Hug und Lucas Niggli seinen wild wuchernden und exaltierten Gruß an die Konzertreihe „Improvisationen“. Anschließend wird es fett und laut mit der Bigband Fette Hupe aus Hannover.

Wenn eine Bigband diesen Namen verdient hat, dann diese: Der Zusammenschluss hannoverscher Aktivkräfte des modernen Jazz unter der Leitung von Timo Warnecke und Jörn Marcussen-Wulff spielt allerfetteste Arrangements, hupt hörenswerte Soli und hat genauso viel Charme und Witz, wie es der Bandname verspricht. Die Fette Hupe hat sich seit ihrer Gründung im Juni 2009 zu einer der umtriebigsten Bigbands der norddeutschen Jazzlandschaft entwickelt.

Das Ensemble ist mit Jazz-Hochkarätern aus dem Norden Deutschlands besetzt und steht für innovative, genreübergreifende Projekte in Zusammenarbeit mit anderen Musikern, Schauspielern, bildenden Künstlern oder Tänzern und zeigt immer wieder, wie spannend und vielseitig Bigbandmusik klingen kann. Durch die viel beachteten Alben-Veröffentlichungen etablierte sich das Ensemble als eine der führenden Kräfte des orchestralen Jazz der freien Jazzszene Deutschlands. Seit mittlerweile zehn Jahren begibt sich die Fette Hupe in jeder Saison aufs Neue auf die Suche nach ungehörten und kreativen Ausdrucksformen im orchestralen Jazz und stellt jedes Projektjahr unter ein besonderes Motto.

Wie am Vorabend endet der zweite Festivaltag mit den tiefen Tönen einer Baritonsaxofonistin, zu der sich eine Posaunistin plus ein Schlagzeuger gesellen: Insomnia ist eine aufs Wesentliche reduzierte Miniatur-Brass-Band. Die Musiker nutzen collagenhaft verschiedene, dem Jazz verwandte Genres, und improvisatorische Überraschungen sind essenziell.

Der Fotograf Rolf Schöllkopf, seit vielen Jahren akribischer Dokumentarist der Bremer Jazzszene, zeigt während des Festivals im Foyer der Schwankhalle eine Auswahl seiner Bilder. Radio Bremen schneidet Konzerte mit und sendet diese zu gegebener Zeit.

Links und weitere Informationen zu den Bands und Musikern des Jazzfestivals in der Schwankhalle sind im Internet unter www.musikerinitiative-bremen.de und www.schwankhalle.de zu finden.

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