Bremer Neustadt

Investoren legen Pläne für Wohnen in Hochbunker auf Eis

Die Investoren des Hochbunkers Moselstraße im Flüsseviertel haben ihre Pläne, das Bauwerk in ein Wohnhaus umzubauen, vorerst auf Eis gelegt. Die Gründe seien die zu hohen Ansprüchen der Stadt an die Planung.
21.06.2020, 19:08
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Karin Mörtel

Fast fünf Jahre Planung für den Mülleimer: Das ist bisher die Bilanz des Bunker-Umbaus an der Moselstraße / Ecke Pappelstraße im Flüsseviertel. Die Investoren der Firma Plan 9 wollten in dem militärischen Bauwerk aus dem Zweiten Weltkrieg Wohnen ermöglichen. Doch nun haben sie das Projekt gestoppt, bestätigt der geschäftsführende Gesellschafter Michael Margraf.

Auch aus der Baubehörde heißt es, die Investoren hätten kürzlich beantragt, die laufende Aufstellung eines Vorhaben- und Entwicklungsplans (VEP) für das Bunker-Grundstück aufzugeben. „Aus unserer Sicht ist ein VEP und die damit verbundenen sehr hohen Ansprüche der Stadt an die Planung nicht das richtige Instrument für unser Projekt“, begründet Margraf die Entscheidung. Insbesondere die hohe Anzahl an Stellplätzen, die hätten bereitgestellt werden müssen, sei ein „hochgeschraubter Anspruch gewesen, der in so einem hochverdichteten innerstädtischen Bereich und auf dem kleinen Grundstück kaum zu realisieren ist“, so der Geschäftsführer von Plan 9.

Lesen Sie auch

In der Anwohnerschaft wurden die Bunker-Pläne von Anfang an sehr kritisch gesehen. Denn zusammen mit der daneben derzeit im Bau befindlichen neuen Augenklinik an der Pappelstraße ist die Befürchtung groß, dass die ohnehin bereits vorhandenen Verkehrsprobleme und der Parkdruck sich noch verschlimmern könnten. Ein schlüssiges Verkehrskonzept, das diese Fragen beantwortet, legten die Investoren jedoch bis zum Schluss nicht vor.

„Genau die ungelösten Verkehrsthemen sind der Grund, warum wir nicht weitergekommen sind“, sagt Tittmann. Für die hohe Anzahl an Wohnungen im Bunker wäre ein umfassender Umbau der Moselstraße nötig gewesen.

Die Kosten dafür wollte die Stadt aber offenbar nicht alleine tragen. Unter diesen Umständen rechne sich das Projekt aber nicht mehr, begründeten die Investoren offenbar gegenüber der Baubehörde nun das vorläufige Ende der Pläne.

Lesen Sie auch

Ob die Aufhebung des vorhabenbezogenen Bebauungsplan-Verfahrens möglich ist, muss die Behörde nun prüfen. „Schließlich sind die Augenklinik und das Bunkerprojekt abhängig voneinander“, so Tittmann. Prinzipiell sei aus Sicht der Stadtplanung wünschenswert, das obere Stockwerk des Bunkers öffentlich zugänglich zu machen, beispielsweise durch ein Café oder einen Freiraum für Kultur.

Von Investor Margraf heißt es: „Wir schließen nun zunächst die Baulücke an der Moselstraße und suchen ohne Zeitdruck einen neuen Weg für eine Entwicklung des Bunkers.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+