Angeordnete Einäscherungen Mehr Arbeit für Bremer Krematorium

Bremens kommunales Krematorium schreibt Verluste, und daran ist die Stadt als Eigentümerin der Anlage nicht ganz unschuldig. Das Gesundheitsressort will nun helfen, die wirtschaftliche Situation zu verbessern.
14.02.2021, 05:00
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Mehr Arbeit für Bremer Krematorium
Von Jürgen Theiner

Das wirtschaftliche angeschlagene städtische Krematorium in Huckelriede wird wohl zumindest die Kommune als Kunden zurückgewinnen. Damit zeichnet sich eine gewisse Stabilisierung der Einrichtung ab, die zuletzt in die Verlustzone geraten war.

Dass die 2019 grundlegend modernisierte Anlage aktuell rote Zahlen schreibt, hat zwei Ursachen. Zum einen lassen die Bremer Bestattungsunternehmen immer mehr Leichen in niedersächsischen Krematorien einäschern, weil diese günstigere Konditionen anbieten. Doch auch die Stadt Bremen hat ihrem eigenen Krematorium zuletzt wirtschaftlichen Schaden zugefügt. Dies betrifft die jeweils gut 340 Fälle von Feuerbestattungen, die 2019 und 2020 vom Gesundheitsressort veranlasst wurden.

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Die Behörde ist dann zuständig, wenn bei Toten keine Angehörigen ermittelt werden können oder die Verwandtschaft nicht in der Lage ist, die Kosten einer Bestattung zu tragen. Das Gesundheitsressort nimmt in diesen Fällen seit einiger Zeit die Dienste eines privatwirtschaftlich betriebenen Cuxhavener Krematoriums in Anspruch. Ausschlaggebend sei das „günstigere Preis-Leistungsangebot“. Das kommunale Krematorium in Huckelriede, das zum Umweltressort gehört, geht leer aus. Anders ausgedrückt: Die Stadt spart an einer Stelle und fügt sich damit an anderer Stelle Einnahmeverluste zu. Es geht um rund 30.000 Euro pro Jahr.

Doch damit ist demnächst wohl Schluss. Dem Entwurf für eine Senatsantwort auf eine Anfrage des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Arno Gottschalk ist zu entnehmen, dass das Gesundheitsressort und der städtische Umweltbetrieb UBB kurz vor einer Einigung über einen neuen Vertrag stehen. Demnach hat der Umweltbetrieb dem Gesundheitsressort ein kostengünstiges Angebot gemacht, auf dessen Grundlage die amtlich angeordneten Verbrennungen wieder in Huckelriede stattfinden würden. Bei zügigem Abschluss könne der Vertrag mit der Cuxhavener Firma noch in diesem Jahr gekündigt werden.

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