Förderprogramme von Bund und Stadt Vereine aus dem Bremer Süden bekommen Geld

Aus Bundes- und Stadtprogrammen erhalten Vereine links der Weser Geld. Die jetzt bewilligten Mittel sollen vor allem in die Sanierung baufälliger Gebäude fließen.
15.04.2021, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Gerald Weßel

Ohne Moos nix los. Ein jeder kennt wohl das Sprichwort, das den Kern eines jeden Einkaufs betrifft. Gleichwohl, wie darüber vom Einzelnen gedacht wird: Die ökonomische, menschengemachte Realität fordert oft auch von ehrenamtlichen Vorhaben und engagierten Projekten einen Blick ins Sparschwein, wenn es darum geht, Gutes zu tun, Neues zu bauen, auszubessern oder Dinge anzuschaffen. Das gilt auch für die Vereine im Bremer Süden. Damit dieses vereinsgroße Sparschwein nicht zur Gänze geplündert werden muss, gibt es öffentliche Töpfe von Bund, Ländern und Kommunen. Und aus diesen fließt auch diesjährig einiges an Bremer Akteure, damit diese umsetzen können, was sich Bürgerinnen und Bürger wünschen. Die Summe: mehr als drei Millionen.

Zu den geförderten Stätten gehört auch eine Sporthalle in Huckelriede mit Umkleidetrakt auf dem Gelände der Bezirkssportanlage Süd. Etwa 2,5 Millionen Euro aus dem „Programm Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ des Bundesinnenministeriums fließen in die Erneuerung des Gebäudes. Dies teilten die Sprecher von den Senatorinnen für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (Maike Schaefer, Grüne) sowie für Soziales, Jugend, Integration und Sport (Anja Stahmann, Grüne) mit. Die von den Arbeiten betroffene Halle liegt im vorderen Teil des Geländes zur Hauptstraße, nahe der Gastronomie. Der Sanierungsbedarf der Spielhalle und dem unmittelbar angrenzenden Umkleidegebäude, wie die Behörde den Komplex offiziell bezeichnet, wurde im Zuge einer 2018/2019 durchgeführten Bestandsaufnahme festgestellt. Beide Gebäude seien demnach hinsichtlich ihrer Ausstattung nicht mehr zeitgemäß – Errichtungsjahr: 1978. Nach Ermittlung des Bedarfs durch Ingenieurbüros im vergangenen Jahr, stehe nun laut Immobilien Bremen die eigentliche Entwurfsphase. Geplant sind: Brandschutzmaßnahmen, die Herstellung von Barrierefreiheit sowie eine energetische Teilsanierung. Nach aktuellem Planungsstand wird eine Baufertigstellung im Jahre 2025 angestrebt – mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von etwa 5,5 Millionen Euro, wie Fabio Cecere von der Unternehmenskommunikation von Immobilien Bremen vertieft.

Eine Million Euro aus dem städtischen Programm

Neben dieser Großförderung werden allerdings auch noch zahlreiche kleinere Summen ausgeschüttet. Diese stammen jedoch nicht aus Bundesmitteln, sondern kommen von der Stadt Bremen, die Sportfördermittel freigibt. Etwa eine Million Euro soll den Sportvereinen im Jahr 2021 für laufende Ausgaben und Investitionen im Zuge der Sportförderung der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport zur Verfügung gestellt werden. Ein Großteil hiervon ist bereits in einer ersten Vergaberunde freigegeben worden – auch an Vereine links der Weser. Hierbei ist auch die Bandbreite von Ideen, die mithilfe dieses Geldes umgesetzt werden können, groß: Renovierungen, Erweiterungen, Planungen für Neubauten, Austausch von Lichtanlagen und einiges mehr. Eine der größten Summen dieser Förderperiode geht mit mehr als 33.000 Euro an den TS Woltmershausen, der drei Tennisplätze grundlegend sanieren wird. Letztmalige Arbeiten dieser Größenordnung lägen laut dem Verein mehr als 30 Jahre zurück. Deshalb sei diese Investitionen dringend geboten, um zum Beispiel weiter Punktspiele im Ligabetrieb vor Ort austragen zu können.

Ein weiterer Nutznießer in der Neustadt ist der ATSV Habenhausen. Dieser erhält 20.000 Euro für verschiedene Zwecke. Der größte Anteil entfällt hierbei auf die Planung einer zu bauenden Mehrzweckhalle, wie der Verein beabsichtigt, da die aktuellen Kapazitäten ausgeschöpft seien. Die 12.500 Euro sind dabei allerdings nur die Hälfte des zu diesem Zweck beantragten Geldes. Gut 6000 Euro erhält der Sportverein, damit es in der Halle in der Kästnerstraße auch im Winter warm bleibt, denn hier soll die Heizungsanlage repariert werden. Circa 1200 Euro kostet es, die veralteten Neon-Leuchtmittel zu ersetzen. In Zukunft sollen moderne und vor allem sparsamere LED-Lampen zum Einsatz kommen.

Viele kleinere Posten

Etwa 24.000 von angefragten 38.000 Euro wurden dem BTS Neustadt zur Ausbesserung der Dächer der Sporthallen an der Erlen- und Volkmannstraße bewilligt. Diese sind in die Jahre gekommen und halten die Witterung nicht mehr in dem Maße ab, wie es von einem Dach erwartet wird – nämlich in Gänze. Außerdem soll mit weiteren knapp 2000 Euro die Pumpe an der Hebeanlage des Abwasserkanales der Sportanlage an der Erlenstraße ausgetauscht werden. Günstigere Teilreparaturen sind erfolglos geblieben. Sollte dies nicht rechtzeitig erfolgen, drohe im schlimmsten Fall die komplette Überschwemmung des Hallenbereiches.

Absichtlich weiter hinein ins Nasse zieht es hingegen den Bremer Yacht Club. Dieser darf mit etwa 10.000 Euro aus städtischen Mitteln seine Steganlage erweitern, um mehr Wasserliegeplätze für Boote vergeben zu können. Denn eben diese verspricht der Verein seinen Mitgliedern – und deren Anzahl ist im Jahr 2020 nach Angaben des Vereines um 18 gestiegen. Da wird es im bestehenden Hafen doch langsam eng. Dem TuS Komet Arsten geht es in seiner Halle an der Egon-Kähler-Straße um frische Luft. Ob nun wegen Corona oder einfach nur den Sportlern zuliebe: Eine gute Lüftung erfreut so manchen, und eben diese erwartet man sich in Zukunft von einer Automatisierung der Fensterschließmechanismen. Dank dieser soll außerdem abends kein Fenster mehr aufgrund von Nachlässigkeit offen stehen bleiben. Obendrein soll so Heizenergie eingespart werden. Kostenpunkt der Umrüstung: 670 Euro. Die zweite Vergaberunde, in der die restlichen Gelder aus dem städtischen Fördertopf für dieses Jahr freigegeben werden, soll im Herbst stattfinden.

Info

Zur Sache

Das Bundesförderprogramm

Zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur hat das Bundesinnenministerium ein Förderprogramm aufgelegt. Der Bund stellt im Zuge dieses Programmes im Jahr 2021 Mittel in Höhe von insgesamt 600 Millionen Euro zur Förderung von Investitionen in kommunale Einrichtungen bereit. Der Schwerpunkt der Förderung liegt bei Sportstätten, wie zum Beispiel öffentlich genutzten Sportplätzen einschließlich baulicher Nebenanlagen, Turnhallen, Schwimmhallen sowie Freibädern. An diesen Stellen besteht dem Bund zufolge ein besonderer Rückstand in Sachen Instandsetzung. Auch die Wirkung der Projekte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die soziale Integration in der Kommune und die Stadtteil-Entwicklungspolitik spielen eine Rolle. Gefördert werden die bauliche Sanierung und der Ausbau von Einrichtungen – Neubauten sind nur in Ausnahmefällen förderfähig. Die Beisteuerung reicht von einer halben Million bis zu drei Millionen Euro als Höchstsumme.

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