Kontaktpolizisten für den Bremer Süden

Drei neue Schutzmänner

Raus aus dem Streifenwagen und rein ins Stadtteilleben, heißt es für die neuen Kops links der Weser. Eigentlich – denn wegen der Corona-Pandemie ändern sich womöglich demnächst ihre Aufgaben.
18.03.2020, 18:08
Lesedauer: 3 Min
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Von Karin Mörtel
Drei neue Schutzmänner

Sind ab sofort auf den Straßen im Bremer Süden ansprechbar (von links): Die neuen Kontaktpolizisten Hans-Hermann Wenninga (Kattenturm), Karsten Guthoff (Neustadt und Hohentor) sowie Lars Detken (Woltmershausen).

Roland Scheitz

Bremen Süd. „Endlich einmal erfreuliche Nachrichten in diesen Zeiten“, sagt Ralf Goldmann, Leiter des Polizeikommissariats Süd. Denn die Lücken schließen sich so ganz allmählich in den Reihen der Kontaktpolizisten (Kops) links der Weser. Zwei offene Stellen gibt es zwar immer noch, aber immerhin drei neue Kops haben in den vergangenen Wochen ihren Dienst im Bremer Süden angetreten: In der Neustadt ist ab sofort Karsten Guthoff unterwegs. Und in Obervieland übernimmt Hans-Hermann Wenninga ab sofort die Aufgabe, bürgernah bei Problemen zu helfen. Und in Woltmershausen ist neuerdings Lars Detken auf der Straße ansprechbar.

„Es ist ein kleiner Generationswechsel, der hiermit beginnt“, sagt Goldmann. Die erfahrenen Kops der ersten Stunde würden sich Stück für Stück in den Ruhestand verabschieden, „und jetzt rücken ein paar junge oder jüngere Gesichter nach, das freut uns sehr.“ Die Neuen mussten sich zuvor in einem Auswahlverfahren beweisen, bevor sie ihre Stellen antreten durften. „Und es hat etwas mit ihrer Persönlichkeit zu tun, dass sie sich durchgesetzt haben“, lobt Goldmann die Fähigkeiten der Beamten. Sie sind redselig, offen für Probleme der Bürger, gute Netzwerker und bringen alle drei als gestandene Schutzleute, die jahrelang im Streifenwagen auf Notrufe reagiert haben, reichlich Kompetenz für ihre kommenden Stadtteilaufgaben mit. Das bescheinigt den drei Männern Ralph Dziemba, der im Bremer Süden verantwortlich ist für die Arbeit der Kontaktpolizisten.

Insgesamt sind links der Weser laut Polizeipressestelle 24 Kop-Stellen vorgesehen, wenn man die jeweiligen Revierleiter mitrechnet. Davon befinden sich acht Stellen in der Neustadt, von denen momentan eine vakant ist. Die vier Stellen in Woltmershausen sind inzwischen alle wieder besetzt, nachdem dort einige Zeit sogar mehrere Kops fehlten. In Huchting sind alle eingeplanten fünf Beamte im Einsatz.

Obervieland muss hingegen ebenfalls bis auf Weiteres auf einen Kop verzichten. Dort sind nun inklusive Revierleitung fünf Polizisten stationiert. „Die Polizeiführung hat uns aber zugesichert, dass im Herbst weitere Stellen nachbesetzt werden, denn es wird weitere Pensionierungen geben“, stellte Dziemba in Aussicht. Hans-Hermann Wenninga tritt in Obervieland die Nachfolge von Thomas Kothe und Hein Dobberkau an. Fortan muss der 51-Jährige erst einmal allein den Ortsteil Kattenturm übernehmen, in dem immerhin über 13 000 Menschen leben. „Ich habe bereits seit fast 25 Jahren meinen Dienst an der Wache Kattenturm versehen, darum kenne ich schon viele Menschen, das wird mir sehr helfen“, zeigte sich der zweifache Familienvater zuversichtlich, dass er sich schnell einarbeiten wird. Ein bisschen kennt sich auch Lars Detken schon in Woltmershausen aus, der sich fortan hinter dem Tunnel entlang der Woltmershauser Straße die Sorgen der Bevölkerung anhören und sich um die Autohändler-Szene im Stadtteil kümmern wird. „Ich bin Pusdorfer“, bekennt der Vater dreier Töchter. Bis zu seiner Polizeiausbildung hatte er im Stadtteil gelebt und wohnt nun – wie seine beiden Kollegen auch – im niedersächsischen Umland von Bremen. In der Neustadt ist mit Karsten Guthoff seit Kurzem ein ganz unbekanntes Gesicht im Flüsseviertel und Hohentor zu sehen. Damit der 39-Jährige noch näher an seinem neuen Einsatzort stationiert sein kann, wird er demnächst auch an der Polizeistation Schulstraße statt im Kommissariat Süd am Flughafen anzutreffen sein.

Für die neuen Kops bedeutet die Corona-Infektionswelle ebenfalls Veränderungen für den Arbeitsalltag. Die sonst üblichen Besuche in den Kindergärten und Schulen entfallen zurzeit. Als „Entlastung“ bezeichnet Ralph Dziemba außerdem, dass derzeit auch die Einsätze bei großen Demonstrationen oder Bundesliga-Fußballspielen entfallen. Währenddessen müssten die Kops regelmäßig den Verkehr regeln. „Das bedeutet aber nicht, dass wir uns langweilen“, sagt Dziemba. Denn die Schutzmänner wappnen sich derzeit dafür, im Zuge der Pandemie neue Aufgaben zu übernehmen. Als Beispiel nennt Dziemba die Unterstützung anderer Teile der Polizei, sollte es dort zu Personalengpässen kommen. Oder aber auch die mögliche Zusammenarbeit mit dem Ordnungsdienst. Sollte eines Tages tatsächlich eine Ausgangssperre für die Bremer Bürger verhängt werden, könnte dieser bei den Kontrollen, ob sich die Menschen wirklich daran halten, Hilfe gebrauchen. Dziemba: „Was sich genau verändern wird, wissen wir derzeit aber noch nicht.“

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