Ausstellung "Vom Teerhof bis zum Kuhhirten" Ein fotografischer Spaziergang

Neustadt. Heute ist das ehemalige Industriegebiet einer der begehrtesten Teile Bremens. Wer jetzt aber an die Überseestadt denkt, liegt falsch! Die Rede ist von einem Areal, das schon viel früher eine ähnliche Entwicklung durchlaufen hat: der Teerhof.
08.07.2010, 08:20
Lesedauer: 2 Min
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Ein fotografischer Spaziergang
Von Bastian Mojen

Neustadt. Heute ist das ehemalige Industriegebiet einer der begehrtesten Teile Bremens. Zentral gelegen beherbergt es angesehene Institutionen der Hansestadt. Umsatzstarke Firmen und Wohnraum der Extraklasse vereinen sich dort. Wer jetzt aber an die Überseestadt denkt, liegt falsch! Die Rede ist von einem Areal, das schon Jahrzehnte vor dem alten Hafengelände eine ähnliche Entwicklung durchlaufen hat: der Teerhof.

Seine spannende Entwicklung dokumentiert der Verein Stadtteil-Archiv Bremen-Neustadt unter anderem in seiner Ausstellung 'Vom Teerhof bis zum Kuhhirten - ein fotografischer Spaziergang'. Zu sehen ist sie ab Mittwoch, 14. Juli, bis Freitag, 16. Juli, in der Meyerstraße 17.

'Wir sind oft von Bürgern gefragt worden, wie es hier früher aussah', sagt Wilhelm Esmann vom Verein. 'Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, diese Ausstellung zusammenzustellen.' Mit Hilfe zahlreicher privater Bilder der Vereinsmitglieder und aus der Bevölkerung ist so eine bildliche Zeitreise entstanden, die besonders für die junge Generation einige Überraschungen bietet und für die ältere lange zurückliegende Erinnerungen wachruft.

Sie erfüllt damit genau die weiteren Ziele der Ausstellung. 'Wir möchten, dass die Vergangenheit für die Zukunft bewahrt wird und auch der Jugend zeigen, wie es hier früher aussah', sagt Vereinsmitglied Rainer Bleckmann. Dadurch lässt sich dann auch die Gegenwart besser verstehen.

Parkplatz statt Wohnbebauung

Der Teerhof beispielsweise hat seinen Namen nicht ohne Grund. Früher wurde dort das Teerhaus Bremens eingerichtet. Es war ein Lager- und Verarbeitungsort des Stoffes, der wegen der Brandgefahr aus der Stadt verbannt worden war. Davon gibt es in der Ausstellung natürlich keine Fotos, aber die Historie des Gebietes zwischen Teerhof und Kuhhirten ist durchaus auch ohne die Hilfe der vergangenen Jahrhunderte bewegt genug. Bremer werden sich sicherlich noch daran erinnern, dass die Halbinsel einst als Parkplatz diente. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg lag das Gebiet in Schutt und Asche und wurde lange Zeit nicht wieder bebaut.

Jemanden zu finden, der sich noch an die Badeanstalt in der Werderstraße erinnern kann, dürfte schon schwieriger werden. In den 20er-Jahren wurde dort, wo heute die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ihren Sitz hat, in der Weser geplanscht. Und dass sich der Holzhafen einst nicht in Gröpelingen, sondern an der Piepe befand, lernt man ebenfalls beim Besuch der liebevoll zusammengestellten Fotosammlung.

Mit der Osterstraße hatten die Macher der Ausstellung schon hin und wieder viel Spaß: 'Mich haben Leute nach Namen und Hausnummern in der Osterstraße gefragt, die sie nicht gefunden haben. Denen habe ich dann gezeigt, wie sie dorthin kommen, und erklärt, dass die Straße eben zu beiden Seiten der Friedrich-Ebert-Straße verläuft', sagt Wilhelm Esmann. Dieser Straßenverlauf erscheint zunächst etwas unlogisch. Weiß man jedoch, dass früher die Friedrich-Ebert-Brücke nicht durchgängig über die Weser führte, wird einem alles klar. Der Übergang befand sich am Ende der Osterstraße und erfolgt etwas versetzt über die Insel.

'Wir sind immer daran interessiert, von den Bürgern Material zu erhalten, und freuen uns auch über neue Mitglieder', sagt Rainer Bleckmann. Außerdem sucht der Verein nach neuen Räumen. 'Etwa 80 Quadratmeter wären gut. Und bezahlbar muss das alles sein', so Bleckmann.

Die Ausstellung 'Vom Teerhof bis zum Kuhhirten - ein fotografischer Spaziergang' ist von Mittwoch, 14. Juli, bis Freitag,16. Juli, von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Für alle Interessierten ist der Verein jeden Dienstag zwischen 15 und 18 Uhr ansprechbar. Dann ist immer jemand in der Meyerstraße 17 und dort auch telefonisch unter 5207757 erreichbar.

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