Petanque-Sommerturnier in der Neustadt: Gastgeber BG Bremen unterliegt Osterholz im Halbfinale Ein Sport, bei dem nicht gejubelt wird

Neustadt. Hoch konzentriert und mit ernster Mine stehen die drei Männer im Kreis, den Blick zum Boden gesenkt. Ab und zu murmeln sie sich etwas zu, nicken oder schütteln den Kopf. Schließlich geht Cheli Djamel einige Schritte zurück, konzentriert sich einen Moment, zielt - und schießt die Kugel der gegnerischen Mannschaft weg.
30.06.2010, 19:50
Lesedauer: 2 Min
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Von Liane Janz

Neustadt. Hoch konzentriert und mit ernster Mine stehen die drei Männer im Kreis, den Blick zum Boden gesenkt. Ab und zu murmeln sie sich etwas zu, nicken oder schütteln den Kopf. Schließlich geht Cheli Djamel einige Schritte zurück, konzentriert sich einen Moment, zielt - und schießt die Kugel der gegnerischen Mannschaft weg.

Djamel und seine Teamkollegen Malik Hamza und Malik Limam stehen im Halbfinale des A-Turniers beim 4. Bremer Sommerturnier im Pétanque. Ihre Gegner sind hochkarätig: Jan Garner, Martin Kuball und Mika Everding vom VFPS Osterholz dominieren die norddeutsche Pétanqueszene und gewannen bereits einige Deutsche Meistertitel. Für Djamel und Hamza von der Boulegemeinschaft (BG) Bremen und ihren Kameraden Limam von den Pétangueules Hannover waren die Osterholzer letztlich eine Nummer zu groß: Sie verloren das Halbfinale und wurden in der Endabrechnung Dritter.

54 Teams in der Neustadt am Start

Das Sommerturnier der BG Bremen ist im Laufe der wenigen Jahre, die es den Wettbewerb erst gibt, bereits zu einer Institution geworden. Aus allen Teilen Niedersachsens kamen die Spieler in die Neustadt. Insgesamt 160 Teilnehmer traten in 54 Teams auf dem Place de la Pétanque zwischen Südbad und Shakespeare Company gegeneinander an. Pétanque ist der Fachbegriff für den Sport, der im Allgemeinen als Boule bezeichnet wird. Teilnehmen durften Männer und Frauen jeden Alters. Der Jüngste unter ihnen war gerade einmal zehn Jahre alt. 'Wer einmal die Kugel in die Hand nimmt, kann schnell süchtig werden', sagt Organisator Klaus Meyer von der BG. Meyer und der erste Vorsitzende Klaus Peter Lörsch haben den Wettbewerb zu einem Ranglistenturnier aufgebaut, in dem es für die Spieler um wichtige Punkte geht.

Neben der Konzentration ist auch Können gefragt. Der Place de la Pétanque ist sehr uneben. 'Das macht den Spielern aber nichts aus. Im Gegenteil. Sie lieben diese Herausforderungen', so Lörsch. Ziel des Spiels ist es, die eigene Kugel so nah wie möglich an das 'Schweinchen' (die kleine Zielkugel) zu bringen. Liegt das Schweinchen nahe einer Mulde, muss der Spieler das bei seinem Wurf beachten. Die Kugel könnte ins Rollen kommen und sich vom Schweinchen wegbewegen.

'Wir spielen hier in Tripletten, das heißt jede Mannschaft hat drei Spieler. Die Teamkollegen müssen aber nicht unbedingt demselben Verein angehören', erklärt Meyer. Jeder Spieler wiederum hat zwei Kugeln zur Verfügung, die er in die Nähe des Schweinchens bringen und mit denen er die Kugeln des Gegners vom Schweinchen wegschießen muss. Die Bremer-Hannoveraner-Spielgemeinschaft kennt sich schon länger und harmoniert gut zusammen. Dieses Mal war allerdings der Wurm drin. 'Wir haben uns zu Beginn darauf geeinigt, offensiv zu spielen. Diese Taktik haben wir dann aber nicht durchgezogen', fasst Malik Limam die Partie zusammen. Wenn man offensiv spielt, muss jede Kugel wirklich sitzen. Das war ein Manko.

Im A-Turnier traten die Teams an, die in der Vorrunde keine Niederlage kassiert hatten. Die Mannschaft, die zuerst 13 Punkte erzielte, ging als Sieger vom Platz. Je nachdem wie viele Niederlagen ein Team kassierte, spielte es nach der Vorrunde im B-, C- oder D-Turnier.

Was in der Vorrunde nicht so gut funktionierte, klappte im K.o.-System umso besser: Im C-Turnier holten sich Joël Ramon mit Sohn Sylvain und Khalid Lahrichi von der SG Findorff den ersten Platz. 'Unsere Gegner haben ihre Kugeln gut gelegt - und wir haben sie dann gut weggeschossen', frohlockte Joël Ramon.

Das Sommerturnier war eine tagfüllende Angelegenheit: Eine Partie Pétanque kann bis zu zwei Stunden dauern. Dabei ist nicht nur die Disziplin der Spieler gefragt, sondern auch der Besucher. Es wird nicht applaudiert oder gejubelt, um die Konzentration der Teams nicht zu stören. Die Zuschauer kommentieren die Spielzüge im Flüsterton.

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