Neustadt - OSC Bremerhaven nur 0:0

Entscheidung vertagt

BTS Neustadt muss nach dem torlosen Remis gegen Bremerhaven weiter um den Klassenerhalt zittern. Ein Punkt am letzten Spieltag reicht.
11.05.2019, 18:56
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye
Entscheidung vertagt

Viele Zweikämpfe, wenige Höhepunkte: Neustadt schaffte gegen OSC nur ein 0:0. Hier grätscht BTS-Akteur Adel Yusefi den Ball vor Bremerhavens Renas Issa ins Aus.

Anne Werner

Muharrem Gülec ist nicht nur ein starker Rückhalt, sondern auch ein sehr fairer Fußballer. Also führte der Weg des Torhüters nach dem torlosen Unentschieden seines OSC Bremerhaven zum Kollegen auf der Gegenseite. „Du hast den Punkt gerettet“, lobte der OSC-Keeper den Schlussmann der Neustädter, Ali Azad. Beinahe verlegen nahm dieser die Glückwünsche an. Er wusste: Ohne seine zahlreichen Paraden hätte die BTS Neustadt die ordentliche Ausgangsposition im Duell um den Erhalt der Bremen-Liga vermutlich verloren. Denn wäre der Torhüter des Gastgebers nicht so stark aufgetreten, dann wären drei Punkte an den OSC Bremerhaven gegangen – und kein Neustädter hätte sich darüber beschweren dürfen. Nun aber tritt die BTS nach wie vor mit zwei Punkten Vorsprung zum letzten Spiel beim BSC Hastedt an.

Angesichts des klar besseren Torverhältnisses würde den Bremern ein Punkt reichen. Der OSC muss sein Duell gegen den ESC Geestemünde dagegen gewinnen. „Das Unentschieden ist nicht schlecht“, meinte Ali Azad also. Aber der BTS-Keeper war deshalb nicht restlos zufrieden: „Wir haben defensiv ganz gut gestanden, aber offensiv war das zu wenig.“ Und überhaupt waren die Neustädter ja in dieses Spiel gegangen, um den Klassenerhalt mit einem Heimsieg zu fixieren. „Eigentlich müssen wir heute drei Punkte holen“, so Azad. Es sprach ja auch einiges für die Neustädter. Zwar hatten sie in der Vorwoche mit 0:1 in Geestemünde verloren; zuvor waren dem Team von Volker Fahlbusch aber immerhin vier Punkte aus zwei Spielen gelungen.

Der Gegner aus Bremerhaven hatte gegen stärkere Teams antreten müssen, wartete deshalb seit drei Partien auf einen Sieg und war auf einen Abstiegsrang abgerutscht. „Ich habe ein gutes Gefühl“, hatte Thomas Voigt rund zwei Stunden zuvor betont. Der Neustädter Abteilungsleiter ist dafür bekannt, dass er die Spiele der BTS stets in Bewegung verfolgt. Denn wenn der Ball erst einmal läuft, geht er meistens rund ums Spielfeld, von der ersten bis zur letzten Minute. Vorm Duell mit dem OSC war Thomas Voigt aber an der Kasse gefragt gewesen. Eine ungewöhnliche „Spielgestaltung“ ausgerechnet in dieser wichtigen Partie? „Ich mache gleich zu und kann dann laufen“, hatte Voigt lachend gekontert. Die weitaus beste Phase seiner Mannschaft beobachtete er aber vom kleinen Campingtisch am Eingang aus – die Anfangsminuten gehörten nämlich der BTS.

Ein Schuss von Youssef Alo verpasste zwar knapp das Tor (12.), aber das Gastgeber schien schon auf einem guten Weg zu sein. Offensiv und mutig traten die Neustädter in den ersten 20 Minuten an. Niemand hätte zu dieser Zeit an ein einseitiges Spiel geglaubt – schon gar nicht gegen die BTS. Aber genau so kam es. Bereits im Verlauf der ersten Halbzeit verschafften die Möglichkeiten von OSC-Stürmer Danny Radke (28., 45.) dem Gast ein Chancenplus. Nach dem Wechsel wurde es dann richtig deutlich. „Wir sind nicht gut aus der Halbzeit gekommen“, bemerkte Thomas Voigt, der nun längst die ersten Kilometer hinter sich gebracht hatte.

Mit zunehmender Spielzeit schien den BTS-Kickern klar zu werden, dass ihnen ein Unentschieden womöglich mehr nützen könnte als dem Gegner. Das kostete zwar keine Einsatzbereitschaft. Aber es nahm dem Gastgeber jeden Mut, war die Angst vorm Verlieren doch nun spürbar größer als die Freude an der möglichen Vorentscheidung im Abstiegsrennen. Und der OSC? Er nutzte seine spielerischen Vorteile zu einer Menge Druck und zahlreichen Chancen. Allein Danny Radke scheiterte weitere drei Mal an Ali Azad (58., 73., 79.) – der Torscorer des OSC wird vermutlich noch von den Glanztaten des Neustädter Keepers geträumt haben. Und weil Azad auch gegen Serdar Denkgelen (53.) sowie Emiljan Lundraxhiu (64.) auf dem Posten war, stand am Ende eben die Null.

„Man hat im Verlauf des Spiels klar gemerkt: Das Ziel der BTS war ein 0:0“, meinte OSC-Trainer Björn Böning. Der Kollege wollte da nicht widersprechen. „Wir haben in allen Bereichen nachgelassen und können, so wie es gelaufen ist, froh sein über diesen Punkt“, räumte BTS-Coach Volker Fahlbusch ein. Er könnte aber noch wichtig werden.

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