Zurzeit nur Mittagstisch to go

Zeit für Renovierungsarbeiten

Raumgewinn und Verschönerung: Das Familienzentrum des SOS-Kinderdorfs in der Neustadt nutzt den November für notwendige Umbauten.
19.11.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Gerald Weßel
Zeit für Renovierungsarbeiten

Die Playmobil-Figuren zeigen an, was derzeit im Familienzentrum des SOS-Kinderdorfs Bremen läuft: Umbauarbeiten.

SOS-Kinderdorf

Die ersten Wände sind durchbrochen. Wo sich einst Familien trafen, Kinder spielten und ohne Frage das Soziale großgeschrieben wurde, dröhnt jetzt Baulärm. Das Familienzentrum des SOS-Kinderdorfes baut um. „Wir nutzen die Gelegenheit des Quasi-Lockdowns“, sagt Sylvia Schikker aus dem regionalen Marketingteam.

Auch wenn die Gelegenheit für den Umbau weniger erfreulich ist, der Anlass ist es auf jeden Fall: Im kommenden Jahr wird das Stadtteil-und Familienzentrum des SOS-Kinderdorfs Bremen zehn Jahre alt. Die Umbauarbeiten seien so oder so geplant gewesen, erklärt Sylvia Schikker, aber man habe den November-Lockdown zum Anlass genommen, einen Teil davon vorzuziehen.

Am 1. Juli 2011 wurde das SOS-Kinderdorf-Zentrum offiziell eröffnet. Im Laufe der Zeit hat man festgestellt, dass derzeit nicht alle Räume ideal genutzt werden können, und „unser Zentrum wurde in den vergangene Jahren intensiv genutzt, da bleibt es nicht aus, dass irgendwann eine Renovierung erforderlich ist“, erklärt Lars Becker, Leiter des SOS-Kinderdorfes Bremen. „Wir machen so das Beste aus dieser Zeit“, ist sich Silke Starmans sicher. Das Ausmaß der Arbeiten reicht von größeren Aktionen wie dem Einreißen von Wänden bis hin zu normalen Renovierungsarbeiten wie sie auch im heimischen Haushalt notwendig sind.

Im Bewegungsraum, in dem unter anderem die Eltern-Kind-Gruppen zusammenkommen, nehmen die Turnmatten einen großen Teil des Raumes ein, weil es dafür derzeit keinen Lagerort gibt. Die Anzahl möglicher Kursteilnehmer ist dadurch eingeschränkt. Hier sollen die Umbauten ansetzen. Auch der Secondhandladen, in dem Kinderkleidung und Zubehör verkauft wird, sei inzwischen viel zu beengt für das stark gewachsene Angebot. Die Größe des Verkaufsraums wird nun verdoppelt. „Die kleinen und großen Gäste sollen sich zukünftig bei uns noch mehr wie zu Hause fühlen“, wünscht sich Silke Starmans, Leiterin des Stadtteil-und Familienzentrums.

Auch wird es ein ganz neues Angebot geben. Anknüpfend an die Vergangenheit als Stadtteilbibliothek wird zukünftig neben dem Bewegungsraum eine Bücherkammer eingerichtet. Dort werden kleine und große Bücherfreunde gebrauchte Bücher finden, die sie gegen eine Spende mit nach Hause nehmen können. „Wer ein Buch mitnimmt und uns dafür eine Spende dalässt, der finanziert damit zum Beispiel unsere Bastelmaterialien“, erklärt Silke Starmans. Familien frühzeitig zu unterstützen sei das Ziel aller Aktivitäten im Stadtteil-und Familienzentrum, betont Becker. Neben dem offenen Café umfassen die Angebote zum Beispiel Eltern-Kind-Gruppen, Bilderbuchkinos und Kreativangebote.

Die Bauarbeiten sollen nach aktuellen Planungen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. „Aber, ob das klappt, wird sich zeigen“, schränkt Sylvia Schikker ein. Niemand kann derzeit wirklich wissen, wie der Winter wird. Aber wenn die Handwerker ungestört weiterarbeiten können, sollte spätestens im Frühjahr ein rundum erneuertes Stadtteil-und Familienzentrum seine Pforten für die dann wieder einkehrenden Menschen öffnen.

Vorerst werden Sachspenden nicht angenommen, Veranstaltungen fallen aus und auch der Secondhandladen Klamöttchen bleibt aufgrund der Bauarbeiten vorerst geschlossen. Den sozialen Mittagstisch gibt es aber weiterhin. Dieser wird montags bis freitags zwischen 11.30 Uhr und 13 Uhr als „To-go-Variante“ angeboten. All diese Angebote seien jedoch nur dank zahlreicher ehrenamtlicher Helfer und durch die finanzielle Unterstützung von Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen möglich, betont Schikker. Damit das Angebot erhalten bleiben kann, bittet die Hilfsorganisation um Geldspenden.

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