Mieter gesucht „Filosoof“ sucht neuen Betreiber

Das Restaurant „Filosoof“ in der Bremer Neustadt hat momentan geschlossen, ein Nachfolger wird gesucht. Der jetzige Pächter, Norbert van Hest, schmiedet derweil schon neue Pläne für die Zukunft.
29.05.2019, 18:16
Lesedauer: 3 Min
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„Filosoof“ sucht neuen Betreiber
Von Ina Bullwinkel

Wer derzeit beim Restaurant „Filosoof im Sudhaus“ in der Neustadt anruft, hört eine Bandansage: „Im Moment sind wir geschlossen, wir suchen einen neuen Betreiber.“ Es ist die Stimme des jetzigen Pächters, Norbert van Hest, der das Restaurant seit November 2014 gemeinsam mit seiner Frau Barbara van Hest führt.

Den gesamten Mai macht das „Filosoof“ Betriebsferien, so steht es auf der Restaurant-Website. Außerdem erfahren Besucher dort, dass Norbert und Barbara van Hest „auf der Suche nach einem Geschäftspartner oder Nachfolger“ sind. Die Idee mit dem Geschäftspartner hätten sie allerdings schon verworfen, sagt Norbert van Hest: „Da kommt nichts Seriöses bei raus. Ich habe ganz klare Vorstellungen vom Kochen, bei mir geht es um gute Produkte.“ Der Gewinn sei bei ihm immer zweitrangig gewesen und das passe vielen nicht. Anstatt eines Partners laufe es deswegen wohl doch auf einen Nachfolger hinaus, der das Restaurant alleine weiterführt. „Wir sind mit ein paar Leuten im Gespräch, mehr kann ich dazu aber noch nicht sagen“, sagt van Hest. Am liebsten würde der Koch schon für Juni einen neuen Betreiber finden.

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„Der Nachmieter kann den Betrieb sofort aufnehmen in einem top gepflegten Restaurant mit hochwertigen Küchengeräten“, heißt es in der Annonce auf einem Immobilienportal. Als „beliebte, voll ausgestattete, komplett sanierte Gastronomie“ wird das „Filosoof“, dessen Name auf einen holländischen Eintopf und die philosophische Ader des Kochs anspielt, dort angepriesen. Insgesamt 245 Quadratmeter umfasst die Immobilie im Buntentorsteinweg. Die Kaltmiete beläuft sich auf 2800 Euro, außerdem muss der neue Pächter einen Abstand an van Hest zahlen. Der Pachtvertrag läuft noch bis zum 31. August 2024.

Das Restaurant läuft gut und hat sich im Stadtteil etabliert. Van Hest freut sich, dass sein Konzept so gut aufgenommen wurde. „Wir haben versucht, mit ehrlichen Kochkünsten Qualität hervorzubringen“, sagt van Hest. Das Lob der Menschen für seine Küche sei für ihn rückblickend das Schönste in den vergangenen fünf Jahren gewesen. „Wir haben uns in der Neustadt immer sehr wohl gefühlt“, sagt van Hest. Den Ort für das Restaurant hatten er und seine Frau damals auch ganz bewusst ausgewählt. „Fast ein Jahr lang hatten wir gesucht“, sagt er. Angeboten haben sie Speisen, die sie „Soul Food“ nennen, Essen für die Seele. Eine moderne Crossover-Küche mit hochwertigen Lebensmitteln aus der Region - darauf legte der Koch van Hest besonders viel Wert, auch wenn die Preise dadurch etwas höher waren.

Durch seinen Auftritt in der Vorabendserie „Mein Lokal, Dein Lokal“ auf Kabel eins wurde das „Filosoof“ auch einem breiteren Publikum bekannt. Trotz dem großen Zuspruch möchte van Hest nicht weitermachen, das Restaurant sei ihm zu groß. „Ich bin zu viel Manager und zu wenig Koch“, sagt er. Seine Leidenschaft sei das Kochen und nicht das Organisieren. „Das 'Filosoof' liegt mir sehr am Herzen, deswegen habe ich lange überlegt, ob ich es aufgebe“, sagt er. Nach ein paar Monaten Ruhe möchte er sich nach einem kleineren Restaurant umsehen, das mit ein oder zwei Personen geführt werden kann. „Ich möchte wieder mehr kochen und machen, was mir Spaß macht“, sagt van Hest, der bei dem holländischen Spitzenkoch Ad Maas gelernt hat. Ob er das neue Restaurant in Bremen eröffnen wird, stehe noch nicht fest: „Das ist noch total offen.“

Astrid-Verena Dietze, Stadtteilmanagerin der Neustadt, bedauert den Schlussstrich van Hests. „Ich wünsche mir sehr, dass es einen Nachfolger gibt. Das Restaurant ist ein schöner Ort und mit den Theatern in der Nachbarschaft gut gelegen“, sagt Dietze. Sie hofft auf einen neuen Pächter, der gut in die Neustadt passt und intensiv mit den Kultureinrichtungen wie der Schwankhalle und dem Schnürschuh Theater kooperiert. „Gehobene Gastronomie ist an dem Ort schwierig“, findet Dietze. Vielmehr wünscht sie sich ein gemeinsames Konzept, ähnlich zu dem der Kunsthalle, bei dem das Museum mit mehreren Betreibern zusammenarbeitet. „Es wäre sehr schade, wenn beim 'Filosoof' ein langer Leerstand entstehen würde“, sagt Dietze, „das würde dem Ort nicht gut tun.“

Van Hest glaubt allerdings nicht, dass es lange dauern wird, einen neuen Nachfolger für das Restaurant zu finden. Doch falls er sich Ende Mai noch nicht mit einem möglichen Betreiber geeinigt habe, sagt van Hest, bleibe das „Filosoof“ auch im Juni geschlossen.

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