Hilfsorganisation Hummelbike Fürs Fahrrad und für die Bildung in Gambia

Studierende der Hochschule Bremen unterstützen die Hamburger Non-Profit-Organisation Hummelbike. Die möchte dem Radfahren zu einem besseren Image verhelfen – und ein Bildungsprojekt in Westafrika fördern.
01.08.2019, 17:27
Lesedauer: 3 Min
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Von Jakob Milzner

Seit November 2018 engagieren sich fünf Studierende der Hochschule Bremen (HSB) für die Hamburger Non-Profit-Organisation (NPO) Hummelbike. Was als kleine Hilfeleistung in der Öffentlichkeitsarbeit begann, hat sich mittlerweile zu einer echten Kooperation entwickelt. „Wir sind das Hochschulteam von Hummelbike“, sagt Antonia Glaßmacher, die sich zusammen mit Lida Wahisi und Lea Fischer engagiert.

Die Hamburger NPO hat sich dem Ziel verschrieben, die Rolle des Fahrrads im städtischen Verkehr voranzutreiben. Dazu soll das Image des Radfahrens und die Fahrkompetenz von Kindern und Jugendlichen verbessert werden. Denn wie aktuelle Zahlen belegen, hat sich die Sicherheit von Fahrradfahrern in Deutschland zuletzt leicht verschlechtert: Im Jahr 2018 starben laut Statistik des Deutschen Verkehrssicherheitsrates 445 Fahrradfahrer bei Unfällen – ein Plus von 16,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und auch das Sicherheitsgefühl hat abgenommen: Im Fahrradklima-Test 2018 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) vergaben die Befragten die Schulnote 4,2 gegenüber der Note 3,9, die noch 2016 vergeben worden war.

Einfach Fahrräder zeichnen

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, rief Franz Liebel die Organisation Hummelbike ins Leben. Mit einer unkonventionellen Idee: Menschen sollten Fahrräder zeichnen und so für das Thema sensibilisiert werden. Mittlerweile habe man rund 2500 Zeichnungen gesammelt, erzählt Liebel. Die Altersspanne der Teilnehmer ist dabei breit gefächert: Zwischen zwei und 104 Jahre seinen diese alt, sagt der Gründer von hummelbike.

Die HSB kam ins Spiel, als Liebel seine NPO über Hamburgs Grenzen hinaus bekannt machen wollte – und dazu eine Pressemitteilung benötigte. Der Bremer Marketing-Professor Peter Rose vermittelte die Idee an seine Studierenden, die sich sofort für das Projekt begeisterten. Doch nachdem sie die Pressemitteilung fertiggestellt hatten, wollten sie das Thema nicht ruhen lassen: „Wir wollten weitermachen“, sagt Fischer.

Also suchten die Studierenden nach einem Projekt, das sie mit gemeinsam mit Hummelbike unterstützen konnten. Dabei stießen sie auf die „Hand in Hand world school“, ein Bildungsprojekt im westafrikanischen Gambia. Die Kooperation mit Hummelbike habe schon seit längerem bestanden, erzählt Antonia Glaßmacher. Die Bremer Studierenden wussten: Sie hatten ihr Projekt gefunden.

Schlaglöcher in Gambia

„Ein Fahrrad ist in Gambia ein sehr beliebtes Verkehrsmittel“, erzählt Karin van der Lubbe, die die „Hand in hand world school“ ins Leben gerufen hat. „Wir möchten, dass jedes unserer geförderten gambischen Kinder ein Fahrrad erhält, außerdem wäre ein verkehrssicheres Fahrrad super – es gibt dort viele Schlaglöcher auf den Wegen.“

„Wir sind der Ansicht, dass jedes Kind den Zugang zu Bildung haben sollte, und deswegen haben wir uns für das Bildungsprojekt entschieden“, begründet Lida Wahisi ihr Engagement. Also gingen die Studierenden an Bremer Grundschulen und sammelten dort Fahrradzeichnungen von den Kindern. „Es geht einfach darum, dass die Kinder sich mit dem Thema Fahrrad beschäftigen“, erklärt Wahisi den Ansatz von Hummelbike.

Zwei Bilder wurden schließlich ausgewählt, um sie auf Postkarten zu drucken und gegen Spenden für das Bildungsprojekt in Gambia zu verkaufen. Die Einnahmen sollen in erster Linie dem Unterricht an der „Hand in Hand world school“ zugutekommen. Dort fehlt es an Schul- und Lehrmaterialien für den Unterricht, zudem müsste das Gebäude erweitert werden: Aktuell werden 90 Kinder auf einer Fläche von 30 Quadratmetern unterrichtet.

Infostand auf dem Summersounds-Festival

Auch die Kinder in Gambia haben für Hummelbike Zeichnungen von Fahrrädern angefertigt. Diese sollen, zusammen mit den anderen Bildern, im Oktober in einer Ausstellung präsentiert werden. Die Planungen dazu seien im Gange, ein konkreter Termin stehe derzeit aber noch nicht, erzählt Glaßmacher.

Als nächstes wollen die Studierenden der HSB das Projekt auf dem Summer-Sounds-Festival vorstellen. Dort werden Postkarten gegen Spenden verkauft, zudem soll es einen Malstand und eine Tombola mit Fahrradpreisen geben. Das Festival findet am 9. und 10. August in den Neustadtwallanlagen statt.

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