Gefährliche Überholmanöver

Beirat Neustadt will Pappelstraße sicherer gestalten

Damit Radfahrer sich auf der Pappelstraße sicherer fühlen können, fordert der Neustädter Beirat unter anderem Polizeikontrollen und bauliche Veränderungen. Und er lässt ein Überholverbot prüfen.
21.12.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Mörtel

Viele Autofahrer sind zu schnell unterwegs auf der Pappelstraße und starten gelegentlich gefährliche Überholmanöver. Radfahrer fühlen sich bedrängt oder weichen illegal auf die Gehwege aus: Solche Situationen können Passanten täglich an der Neustädter Einkaufsmeile beobachten. Nun hat der Beirat Neustadt das Dauerproblem auf Initiative von SPD und Grünen während seiner jüngsten Online-Sitzung erneut aufgegriffen und einen umfassenden Forderungskatalog an die Verkehrsbehörde versendet.

Das Stadtteilparlament fordert darin „ein konsequenteres Vorgehen gegen Geschwindigkeitsüberschreitungen und gefährliches Überholen in der Pappelstraße“, um die Sicherheit in der Straße deutlich zu erhöhen. Um das zu erreichen, verlangt der Beirat zunächst, dass die Polizei regelmäßig vor Ort kontrolliert und dabei mobile Blitzgeräte einsetzt, „damit sich Raser nicht auf die Kontrollen einstellen und ihr Fahrverhalten anpassen können“, schlägt das Gremium vor.

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Zusätzlich sei der Einsatz sogenannter Smiley-Messgeräte sinnvoll. Das sind elektronische Geschwindigkeitsanzeigen, die zum verantwortungsvollen Fahren an kritischen Stellen animieren sollen. „Diese ständige Erinnerung kann das Fahrverhalten nachhaltig verbessern“, ist der Beirat überzeugt.

Bauliche Veränderungen sollen die Lage verbessern

Aber auch von baulichen Veränderungen erhofft sich das Stadtteilparlament, dass Autofahrer sich häufiger an das vorgeschriebene Tempo 30 halten. So soll die Behörde prüfen, mit welchen baulichen Veränderungen eine zulässige und wirksame Geschwindigkeitsreduzierung erreicht werden kann. Eine Hochpflasterung am Überweg der Pappelstraße von der Delmestraße zum Delmemarkt vorzunehmen, erscheint dem Beirat dabei sinnvoll.

Als weiterer Baustein soll die Polizei vor Ort Aufklärungsarbeit leisten, steht in dem mehrheitlich gefassten Beiratsbeschluss. Dies mit dem Ziel, Autofahrer darüber aufzuklären, „dass sie sich die Fahrbahn in der Pappelstraße mit Fahrradfahrenden teilen und sie gefährliche Überholmanöver unter allen Umständen unterlassen sollten“, schreiben die Lokalpolitiker. Radfahrer hingegen sollten ermuntert werden, in der Mitte der Fahrbahn zu fahren, um so ihren Sicherheitsspielraum zu erweitern.

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Um die Sicherheit für Radfahrer noch mehr zu erhöhen, soll zudem geprüft werden, „ob und in welchem Umfang auf der Pappelstraße ein Überholverbot eingeführt werden kann“, welches auch Radfahrer vor gefährlichen Überholmanövern durch andere Verkehrsteilnehmer wie beispielsweise Autos, Busse und Laster schützen könne.

Überlandbusse sollen auf anderer Route verkehren

Und als sechste Maßnahme fordert der Beirat die zuständigen Stellen auf, die Fahrtroute der Überlandbusse so zu verlegen, dass sie nicht mehr durch die Pappelstraße, sondern die Neuenlander Straße fahren. „Das ist eine alte Forderung, die der Beirat seit Jahren erhebt, doch die Chancen für eine schnelle Umsetzung gibt es leider nicht, weil es langjährige Verträge dazu gibt, die nicht so schnell auslaufen“, erklärte Beiratssprecher Ingo Mose (Grüne) dazu.

Der Neustädter Beirat hatte bereits in den Jahren 2009 und 2012 versucht, die Sicherheit in der Pappelstraße durch Aufklärungsarbeit und Piktogramme auf den Straßen zu erhöhen. Die Hochpflasterung am Delmemarkt habe der Beirat bereits 2012 gefordert, sie sei aber abgelehnt worden, so Mose. „Die Bedingungen für eine Umsetzung sind jetzt aber dringender denn je.“

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