Es soll wieder gefeiert werden Hoffnungen auf Freiluft-Kultursommer in der Neustadt

Viele Themen hatte der Beirat Neustadt in seiner jüngsten Sitzung auf der Agenda, darunter das Kulturrevival, die Besetzung der „Dete“ und die Schaffung sicherer Räume für queere Geflüchtete.
22.02.2021, 05:00
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Hoffnungen auf Freiluft-Kultursommer in der Neustadt
Von Sigrid Schuer

Egal, welche Haken das Corona-Virus auch noch schlagen mag, Vorfreude und Hoffnung auf einen Freiluft-Kultursommer sind gerade auch in der Neustadt mit ihren vielen kulturellen Einrichtungen groß. Über die jetzt anlaufenden Planungen des Kulturrevivals ließ sich der Beirat Neustadt in seiner jüngsten, virtuellen Sitzung informieren.

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Jens Mysliwietz, der für die Grünen als sachkundiger Bürger im Beirat sitzt, schilderte die prekäre Lage von Kulturschaffenden. Diese bräuchten genauso wie die vielfältige Gastroszene in der Neustadt dringend eine Perspektive und Planungssicherheit. Mysliwietz appellierte an die Beiratsmitglieder, sich auch in diesem Jahr, wie bereits 2020, für eine großzügige Erweiterung der Außengastronomie einzusetzen und Vorschläge zu sammeln, auf welchen Grünflächen in der Neustadt Konzerte stattfinden könnten. „Wir brauchen die heilende Kraft der Kultur dringend“, sagte er.

Erste Vorschläge für Veranstaltungsflächen

Erste Vorschläge gibt es bereits: Die Fläche beim Rotkreuz-Krankenhaus oder die Neustadtswallanlagen, in denen 2019 zuletzt das Summersounds-Festival im großen Format über die Bühne gehen konnte. Am Donnerstag, 25. Februar, soll es ein erstes Treffen mit Akteuren der Kultur- und Gastro-Szene der Neustadt zwecks Terminabstimmung geben, darunter auch die Initiatoren des Kultursommers Summarum. Die Wirtschaftsförderung Bremen will sich ebenfalls an dem Vorhaben beteiligen. Stadtteil-Managerin Astrid-Verena Dietze wünscht sich, dass in diesem Jahr wieder ein Summersounds-Festival stattfinden kann, wenn auch unter Pandemie-Bedingungen.

So viel zu den schönen Seiten der Neustadt. Aber in Bürger-Anträgen, die beim Ortsamt eingereicht werden, finden sich auch so manche Kritik-Punkte. So monierte etwa Klaus Waehnert den schon länger bestehenden Missstand der Vermüllung rund um den Bunker in der südlichen Kornstraße. Der Beirat sicherte zu, dass er sich für die Behebung dieses Problems einsetzen werde. Eigentlich sei die Stadtreinigung dafür zuständig.

Polizei hat die Lage im Blick

Ralph Dziemba, Kontaktpolizist im Bremer Süden, versicherte auf Nachfrage
Waehnerts ferner, dass die Polizei sehr genau die beunruhigenden Geschehnisse rund um die südliche Kornstraße bis hin nach Huckelriede im Blick habe. „Wir haben diesen Bereich im Fokus, in dem es zu gefährlichen Körperverletzungs- und Betäubungsmittel-Delikten gekommen ist. Es werden regelmäßige Kontrollen durchgeführt“, betonte er. Ermittlungen seien aufgenommen und an den Straftatbeständen Beteiligte ausfindig gemacht worden. Allerdings habe sich die Situation mithilfe von Gefährderansprachen inzwischen entspannt. Die Gegend hatte zuletzt durch ein illegales Schweinegrillen und davor durch zwei Großfamilien, die aneinander geraten waren, für Schlagzeilen gesorgt.

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Schlagzeilen verursachte auch die Besetzung des leer stehenden Hauses der ehemaligen „Dete“ in der Lahnstraße durch Flinta-
Aktivistinnen. Auch hier habe die Polizei besonnen reagiert, so Dziemba. Es habe keinen Anlass für Ermittlungen gegeben, nachdem der Eigentümer der Immobilie, ehemals „Dete“, das Unternehmen Müller & Bremermann, seine Strafanzeige gegen die Besetzung zurückgezogen und ein Angebot zur Zwischennutzung gemacht habe.

Beirat unterstützt Schaffung eines Flinta-Raumes

Der Beirat Neustadt stimmte mehrheitlich dem Beschlussvorschlag zu, den die Grünen, die Linke und die Partei eingereicht hatten. Darin heißt es unter anderem: „Der Beirat unterstützt die derzeit laufenden Verhandlungen mit den derzeitigen Nutzerinnen über die Schaffung des geforderten Flinta-
Raumes. Der Beirat erkennt die Notwendigkeit eines solchen Raumes in der Stadt Bremen an und unterstützt diese Forderung ausdrücklich. Ferner begrüßt er, dass die Besetzung friedlich aufgelöst und dass das Außengelände wieder hergerichtet wurde“.

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Außerdem biete sich der Beirat als Forum für einen Austausch zwischen Nachbarschaft und den derzeitigen Nutzerinnen an. Darüber hinaus fordert er die damit befassten senatorischen Behörden und die Initiative in der „Dete“ auf, das ausgehandelte Nutzungskonzept nach Abschluss der Verhandlungen unverzüglich im Beirat vorzustellen. Der Bürgerantrag
zur Schaffung sicherer Räume für queere
Geflüchtete wurde an den Sozialausschuss überwiesen, der noch vor dem 18. März mit öffentlicher Beteiligung virtuell tagen soll.

Beiratssprecher Ingo Mose (Grüne) informierte zudem darüber, dass von der BSAG wegen Gleisbau-Ersatzmaßnahmen von Montag, 15. März, bis Sonntag, 25. April, die Linien in der Neustadt umgeleitet werden werden.

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