Draußen feiern in Bremen

Irgendwo-Festival kann sehr wahrscheinlich stattfinden

Die Chancen stehen gut, dass das Sommer-Festival „Irgendwo“ zum dritten Mal in Bremen stattfinden wird. Dafür hat der Neustädter Beirat nun sein OK. gegeben. Die Anwohner wollen gegen eine Genehmigung klagen.
22.03.2019, 12:52
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Mörtel
Irgendwo-Festival kann sehr wahrscheinlich stattfinden

Die Gäste feierten beim Irgendwo-Festival in der Neustadt

Christina Kuhaupt

Die Baugenehmigung hat er zwar noch nicht in der Tasche, aber trotzdem hat der Verein Kulturbeutel für die dritte Auflage seines Sommerfestivals „Irgendwo“ die wohl wichtigste Hürde genommen: Mit Jubel und lautem Beifall haben Fans und Vereinsmitglieder gefeiert, dass der Neustädter Beirat nach hitziger Diskussion mehrheitlich sein Okay zu dem Festival in Flughafennähe gegeben hat.

Die Gegenrede anwesender Anwohnerinnen, die erneut ihr Ruhebedürfnis aufgrund der langen Dauer des Open-Air-Festivals von Mai bis September gefährdet sehen, traf nicht bei allen Stadtteilpolitikern auf Verständnis. „Wer am Flughafen im Sommer nicht vier nächtliche Partys ertragen kann, weiß nicht, was eine moderne Großstadt ist“, bügelte der parteilose Wolfgang Meyer für die Linksfraktion die Einwände der Anwohner ab. Von den Sozialdemokratin Conny Rohbeck wurde dies als „kenntnisfreie Polemik“ kritisiert, die völlig die Tatsache ignoriere, dass die Nachbarschaft des Festivals bereits den dritten Sommer infolge einer erheblichen Lärmbelastung ausgesetzt werde - auch abseits der nächtlichen Partys.

„Natürlich begrüßen auch wir das Kulturkonzept des Vereins und das Engagement der jungen Leute, aber ein drittes Mal müssen wir das den Anwohnern einfach nicht zumuten“, so Jens Oppermann (SPD). Sehr bedauerlich sei, dass kein anderer Ort für das Festival gefunden worden sei. Aus der SPD-Fraktion gab es daher zwei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen zu dem ansonsten positiven Votum des Beirates.

Aus Sicht von Johannes Osterkamp (Grüne) sei das Ruhebedürfnis der Anwohnerinnen zwar nachvollziehbar, „aber ich kann keine extrem offene Ablehnung erkennen, sondern gehe eher von einer großen stillen Akzeptanz der Anwohner aus, die heute nicht hier sind.“ Er bescheinigte den jungen Menschen, die die Veranstaltung durchführen wollen, dass sie sich äußerst kompromissbereit gezeigt hätten und die Interessen der Nachbarschaft ernst genommen hätten.

Tatsächlich hat der Verein Kulturbeutel die Dauer des Festivals reduziert und will anstatt sechs Elektropartys bis in die frühen Morgenstunden nur noch vier über den Sommer verteilt steigen lassen. Die Anwohnerinnen kündigten dennoch an, gegen eine Genehmigung des Festivals zu klagen, sollte die Baubehörde so entscheiden. Und das wird nun mit dem Beiratsbeschluss sehr wahrscheinlich, machte ein Vertreter der Baubehörde während der Sitzung deutlich. Insbesondere, weil auch die Feuerwehr, Polizei und andere Stellen, die zu dem Vorhaben Stellung beziehen müssen, bislang keine oder nur geringe Vorbehalte gegen das Festival geäußert hätten.

„Wir freuen uns, dass der Beirat nun grünes Licht für das Festival gegeben hat, das ist die Voraussetzung für eine Genehmigung gewesen“, sagt Baubehördensprecher Jens Tittmann. Wenn der Verein alle Auflagen - insbesondere die zum Lärmschutz - erfülle, sei eine Genehmigung innerhalb der kommenden drei Wochen das Ziel.

Amelie Rösel vom Verein Kulturbeutel freute sich nach der Sitzung über das Ergebnis: „Es ist supercool, dass wir jetzt ein positives Statement vom Beirat bekommen haben.“ Sie hoffe nun, dass die Genehmigung schnell erteilt wird und die Festivalvorbereitungen im April auf dem Gelände beginnen können. Ab Mitte Mai sind erste kleinere Veranstaltungen geplant.

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