Wintermarkt wird verschoben

Lichter der Neustadt erstrahlen 2021

Dass sich hinter dem Namen kein Weihnachts-, sondern ein Wintermarkt verbirgt, ist nun ein Vorteil: Pandemiebedingt wird die Veranstaltung auf den Jahresanfang verschoben. Und es gibt noch weitere Änderungen.
07.12.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Chantal Moll

Für Livemusik, Glühwein und Kunsthandwerk sorgen die Lichter der Neustadt normalerweise jedes Jahr im Dezember an der Wilhelm-Kaisen-Brücke vor dem Papp. Am vergangenen Donnerstag hätte der Kulturmarkt eigentlich Eröffnung gefeiert, doch aufgrund der Pandemie muss der Wintermarkt diesmal ausfallen. Hoffnung naht jedoch für den Januar oder Februar: Voraussichtlich in dieser Zeit wollen die Kulturkraken ihre Veranstaltung nachholen.

Drei Stände mit Speisen und Getränken soll es geben und an fünf Buden können sich außerdem Kunsthandwerker, Projekte oder Einrichtungen präsentieren. Dabei wechseln die Aussteller überwiegend täglich. Wann genau der Termin der Lichter der Neustadt zu Jahresbeginn nachgeholt werden soll, können die Veranstalter derzeit noch nicht sagen, und auch der Ort ist noch nicht bekannt gegeben.

„Für mich ist es total in Ordnung"

Gar nicht so schlimm finden den verspäteten Start Shalün Schmidt und Victor Frei vom Veranstaltungsteam. „Für mich ist es total in Ordnung es nicht in der Vorweihnachtszeit zu machen. Die tristen Wintermonate werden durch die Lichter der Neustadt für mich etwas heller“, meint Schmidt. Im Januar und Februar sei immerhin auch noch Winter, vielleicht sogar etwas mehr, stimmt Victor Frei zu. Gerade für das Gemüt sei es da doch entscheidend, dass noch so etwas wie ein Kulturmarkt angeboten werde. „Es ist schön, gerade dann die Lichter aufflackern zu lassen“, ergänzt Shalün Schmidt.

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An der Planung und der Umsetzung beteiligen sich nicht nur Personen rund um die Kulturkraken, die abgesehen vom Wintermarkt hauptsächlich Konzerte organisieren, auch das Kulturprojekt Irgendwo aus der Neustadt beteiligt sich an der Gestaltung. Und Hilfe naht nun ebenfalls vonseiten der Stadtteilpolitik.

Beirat steuert 6 000 Euro bei

Um dem Kulturmarkt Planungssicherheit für das kommende Jahr zu geben, bewilligte der Neustädter Beirat den Kulturkraken Globalmittel in Höhe von 6 000 Euro. „Finanziell ist es gar kein Thema, dass wir die Kulturszene an dieser Stelle unterstützen“, begründet Melanie Morawietz von der CDU-Fraktion des Beirats. Der Wintermarkt sei wichtig für die Kulturszene in der Neustadt.

Victor Frei zeigt sich dankbar für die Hilfe der Stadtteilpolitik. „Die Förderung ist elementar für uns, ohne sie könnten wir den Markt nicht organisieren.“ Die Stände würden dieses Mal weniger Miete zahlen, da sie durch pandemiebedingte Ausfälle schon genug finanzielle Einbuße zu verzeichnen hätten. Die Standmiete halte der Verein bewusst gering. „Unser Anspruch ist, dass sich möglichst viele Menschen daran beteiligen können“ erklärt Schmidt das Konzept.

Es soll ein Ort der Begegnung sein

Neben Kunsthandwerk können Besucher auch in jedem Jahr Musik erleben. 2019 traten auf der Container-Bühne in der Neustadt Bremer Bands auf wie die Indie-Pop-Gruppe Konfeddi. „Wir wollen einen Ort schaffen, an dem sich Menschen begegnen können“, sagt Schmidt. Gerade in diesen Zeiten sei es wichtig auch mal Zusammenkommen zu können.

Abgesehen vom geänderten Termin gibt es noch eine weitere Neuerung: Die Lichter der Neustadt sollen im kommenden Jahr nicht wie gewohnt vor dem Papp an der Wilhelm-Kaisen-Brücke stattfinden. Aufgrund der Corona-Auflagen mussten die Kulturkraken einen anderen Ort in der Neustadt für ihren Markt finden. Wo genau dieser ist, will Shalün Schmidt noch nicht verraten. Eine Drittwahl sei der Ort jedoch nicht, obwohl für Schmidt klar ist, dass der Verein ohne die Pandemie an ihrem Standort geblieben wäre.

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Wintermarkt wird eingezäunt

„Wir nehmen unsere Verantwortung da sehr ernst“, berichtet sie. Es gehe darum, den Markt pandemiegerecht zu gestalten. Konkret spiegle sich das in dem Aufbau des Wintermarktes wider, sagt Victor Frei. Normalerweise stehe der Markt frei, bei der kommenden Veranstaltung müsse er eingezäunt werden.

„Wir wollen den Charakter bewahren, am liebsten hätten wir alles frei, das wird diesen Winter aber einfach nicht gehen“, sagt der Veranstalter. Das sorge für einen kontrollierten Ein- und Auslass der Besucher. Bei allen Änderungen, sei eines sicher: „Es bleiben die Lichter der Neustadt“, verspricht Victor Frei.

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