Lucie-Flechtmann-Platz: Urbaner Garten statt Betonwüste

Neustadt. Der schlagfertigen Fisch-Lucie aus der Neustadt hätte dieser Schwung sicherlich gefallen: Der nach ihr benannte Lucie-Flechtmann-Platz an der Westerstraße gleicht derzeit einer Betonwüste. Daran wollen zahlreiche Nachbarn mit kreativen Ideen und viel Tatendrang etwas ändern. "Sie war eine resolute Frau, deren Energie wir uns zu eigen machen können", sagt Juditha Friehe.
26.11.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Mörtel

Neustadt. Der schlagfertigen Fisch-Lucie aus der Neustadt hätte dieser Schwung sicherlich gefallen: Der nach ihr benannte Lucie-Flechtmann-Platz an der Westerstraße gleicht derzeit einer Betonwüste. Daran wollen zahlreiche Nachbarn mit kreativen Ideen und viel Tatendrang etwas ändern. "Sie war eine resolute Frau, deren Energie wir uns zu eigen machen können", sagt Juditha Friehe.

Gemeinsam mit über 100 weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern hat sie in einem Bürgerantrag in der Grünenstraße sowie dem benachbarten Seniorenwohnheim und einer Kinderkrippe bereits zahlreiche Ideen gesammelt, was auf dem häufig menschenleeren Platz in der Zukunft passieren soll (wir berichteten).

"Es soll ein Ort werden, an dem sich die Generationen begegnen können und die Nachbarschaft neu belebt werden kann", sagte nun Mitinitiator Matthias Konrad vor dem Neustädter Bauausschuss des Beirates. Wie ernst es die Initiative meint, zeigt der Umstand, dass sie bereits eigenständig Geld für das Projekt anwerben möchte. Ende Dezember ist Einsendeschluss für einen Ideenwettbewerb "Neue Nachbarschaft", der 10000 Euro einbringen könnte. Das Konzept dafür ist schon fast fertig: Ein Sommerkino von "Urban Screen" , Ergotherapie der Pension Horn, eine temporäre Bühne, auf der die Shakespeare-Company auftreten könnte, ein Sommer-Café und vor allen Dingen Grün – viel Grün.

"Wir können uns an dieser Stelle einen urbanen Garten vorstellen, der von Senioren aus den Wohnheimen, Kindern aus der Krippe und weiteren Anwohnern gemeinsam über Beetpatenschaften bewirtschaftet wird", sagt Matthias Konrad. "Jedes Mal, wenn ich den Platz sehe, möchte ich eigenhändig die Steine herausreißen und daraus Beetbegrenzungen formen", sagte seine Mitstreiterin Eva Kirschenmann. "Wir sind uns alle einig, dass der jetzige Zustand nicht schön ist", bestätigte Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon. Gleichzeitig lobte sie die ungewöhnlich gute Vorbereitung der Initiative.

"Der Beirat muss jedoch zunächst eine Grundsatzentscheidung treffen, was auf diesem Platz prinzipiell entstehen soll", sagte Czichon. Schließlich konkurriere die Idee der Anwohner mit der Überlegung der Baubehörde, an dieser Stelle Wohnungen zu errichten. Die Einrichtung von Parkplätzen sei hingegen unwahrscheinlich, da die Fläche rechtsverbindlich den Fußgängern vorbehalten sei. Die Fraktionen müssten die Alternativen erst besprechen, bevor der Beirat eine Entscheidung treffe.

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