„Älter werden in Bremen“ aktualisiert Hilfsangebote auf einen Blick

„Altwerden ist nichts für Feiglinge“, das wusste bereits der Filmstar Joachim Fuchsberger. Welche Hilfsangebote es gibt, zeigt die aktualisierte Broschüre „Älter werden in Bremen“ – mit Infos zu Corona.
15.03.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Matthias Holthaus

Seit 2006 gibt es diese Veröffentlichung – zunächst hieß sie „Wohnen im Alter“, ab 2010 dann „Älter werden in Bremen“. Voller Informationen steckt der 136 Seiten starke Wegweiser: Er gibt Auskunft über die einzelnen Beratungsmöglichkeiten und Selbsthilfegruppen, das Präventionszentrum der Polizei stellt sich ebenso vor wie etwa das Zentrum für Migranten und interkulturelle Studien.

Aber auch die verschiedenen Begegnungszentren finden in der Broschüre ihren Platz und wer sich noch nicht vollends ausgelastet fühlt, findet auch ein Kapitel zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement, Ehrenamt und Freiwilligenarbeit“.

Angebote für Seniorenreisen

Aufgeführt sind die unterschiedlichsten Themenfelder: Seniorenreisen, alles rund um die Pflege und Wohnen. Und wie immer gibt es auch ein Wohnstättenverzeichnis für den ersten Überblick, in dem die einzelnen Seniorenresidenzen und Pflegeeinrichtungen in Bremen aufgelistet werden. In diesem Verzeichnis ist nicht nur aufgeführt, wie viele Wohnungen eine Einrichtung zur Verfügung hat, sondern auch die Art der Pflege, die Pflegegrade und die Kosten für die Einrichtung.

Ein Dauerbrenner ist natürlich auch das Themenfeld „Finanzen und Rechtliches“: Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wird ebenso angesprochen wie die Rente, Wohngeld oder die Schuldnerberatung.

Das Verzeichnis wird jährlich aktualisiert, sagt Manuel Dotzauer vom Kellner-Verlag: „Und was auch neu ist, ist das Kapitel ‚Digitale Medien‘“, erzählt er, „darauf kann man ja inzwischen nur noch schwer verzichten.“ So wird nicht nur das „Netzwerk Digitalambulanzen“ vorgestellt, darüber hinaus ist es dem Leser möglich, die einzelnen Netzwerkakteure direkt zu kontaktieren. Die Kontaktdaten sind aufgeführt.

Spezielle Internetkurse für Ältere

Internetkurse sowie Kurse für Tablet und Smartphone für Seniorinnen und Senioren bietet übrigens der „Senioren Internet Club Bremen“ an, und wenn sich die Teilnehmenden die Grundkenntnisse angeeignet haben, können sie das Erlernte gleich anwenden, indem sie etwa die Internet-Adressliste nutzen die die Broschüre ebenfalls enthält.

„Neu ist auch das Kapitel ,Diversity im Alter‘: dort schlagen sich die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen nieder“, sagt Bernd Schneider, Sprecher der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport. „Inhalte und Ausrichtung der Altenarbeit sollen dem Wandel der Lebensformen und Lebensstile in unserer Gesellschaft Rechnung tragen“, heißt es dazu im Pflegeinfrastrukturbericht für das Land Bremen.

Und der Wegweiser sagt dazu: „Das gilt für alle in Bremen lebenden Menschen“ – also auch Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie queere Menschen, die aufgrund ihres Alters hilfsbedürftig und abhängig von Unterstützungsleistungen werden. Auch sie wollen in einer ambulanten oder stationären Pflegesituation selbstbestimmt und im Einklang mit der eigenen Identität leben können. Mit den Adressen des Rat und Tat-Zentrums und dem Lesbentelefon gibt die Broschüre noch weitere Hinweise, wo sich Menschen über dieses Thema informieren können.

Gesundheit in Zeiten von Corona

Und in Zeiten wie diesen darf dieses Kapitel nicht fehlen: „Gesundheit und Ernährung in Zeiten von Corona“ heißt es und gibt mit einem kurzen Text einen Überblick über die einzelnen Rehaformen und wie diese Rehabilitationsmaßnahmen beantragt werden können. Außerdem informiert es über die medizinische Versorgung älterer Menschen in Bremen und weist auf die geriatrischen Einrichtungen und Tagesklinikplätze hin.

Dem großen Thema Corona wird viel Platz eingeräumt: Dabei geht es nicht nur um medizinische Fragen, sondern auch um die sozialen Probleme, die sich im Zuge der Pandemie auftun: „Wo kann ich Unterstützung erhalten? Wie reduziere ich Infektionsrisiken? Wie kann ich mir Einkäufe oder Essen liefern lassen?“

Und auch die Einsamkeit wird im Ratgeber thematisiert, dabei kommt nicht nur die Telefonseelsorge zur Sprache, sondern auch digitale Führungen durch die Stadt oder durch Museen. Außerdem organisieren viele soziale Einrichtungen, Kirchengemeinden, Pflegedienste und Parteien Hilfen für Seniorinnen und Senioren sowie für Risikogruppen. Komplettiert wird das Kapitel durch Hinweise auf Mittagstischangebote in verschiedenen Stadtteilen, in Begegnungs- und Familienzentren sowie Seniorenwohneinrichtungen und eine Auflistung der Wochenmärkte in Bremen.

„Das spielt auch eine Rolle in Zeiten von Corona, dass die Leute unter freiem Himmel einkaufen können“, sagt Bernd Schneider. „Alles, was relevant ist, ist hier in einer Broschüre zusammengefasst.“

Info

Zur Sache

Ein Wegweiser für alle

Die kostenlose Broschüre „Älter werden in Bremen“ wird in einer Auflage von 15.000 Stück vom Kellner-Verlag veröffentlicht. Herausgebende sind die Senatorinnen für Soziales, Jugend, Integration und Sport sowie für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, außerdem die Seniorenvertretung der Stadtgemeinde Bremen sowie das Seniorenbüro Bremen. Der „Wegweiser nicht nur für ältere Menschen“ liegt an 300 Stellen aus – etwa in Behörden, Ortsämtern und Beratungsstellen für Senioren. Im Internet unter www.soziales.bremen.de steht die Broschüre auch zum Download bereit.

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