Neues Werk von Edeltraut Rath Kinder üben Mathe mit neuer Wandmalerei an der Turnhalle

Für die einen sind es nur Muster und Ornamente, für die anderen sind es Mathe-Übungen, die in keinem Schulbuch so groß und bunt zu finden sind: An dieser Wandmalerei in der Neustadt gibt es viel zu entdecken.
07.01.2021, 05:00
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Von Karin Mörtel

Der letzte Pinselstrich ist gezogen und der letzte Farbtupfer aufgetragen: Kürzlich hat die Bremer Künstlerin Edeltraut Rath ihre Arbeit an einem neuen Wandbild für die Grundschule am Buntentorsteinweg beendet. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Anstatt des bisher tristen Anblicks der ebenerdigen Turnhalle, die mitten auf dem Schulhof steht, prangt nun an zwei Wänden neben dem Fahrrad-Parcours ein farbenfroher Mix aus geometrischen Mustern und Ornamenten.

Die Schulhofverschönerung möglich gemacht hat das Städtebauförderprogramm Soziale Stadt, aus dem das Geld stammt. Beteiligt waren neben der Künstlerin auch Schülerinnen und Schüler der Ganztagsschule. „Die Kinder haben sich im Kunstunterricht mit den Entwürfen beschäftigt und waren darüber auch an der Themenfindung beteiligt“, erklärt Schulleiterin Monika Triba.

Das Ergebnis finde sie wunderbar, „auch weil es sehr schön mit unseren Schulfarben harmoniert“, sagt Triba. Bei der Entscheidung für bestimmte Muster und Ornamente habe sie eine Arbeit aus dem Jahr 2018 mit Künstlern und Studierenden in Namibia inspiriert, erklärt Künstlerin Rath. Sie ist auf Wandmalerei spezialisiert und hat schon einige öffentliche Gebäude in Bremen und darüber hinaus mit ihren Mustern und Farben zu Blickfängen verwandelt. Geometrische Figuren hat sie auch bereits 2012 bei der Gestaltung des Concordia-Tunnels verwendet.

Am Buntentorsteinweg hat sie fast alle Muster aus Kreisen oder Rechtecken entwickelt, die durch größere Rauten miteinander verbunden sind. „Hier spiegeln sich die wichtigen Themen von Bildung und Leben wider“, sagt Rath. Dazu zählen für sie die Elemente Wiederholung, Rhythmus, Struktur, Vielfalt, Kreativität, Variation und Identität.

Dass die eher unscheinbar wirkende Turnhalle bemalt werden durfte, war offenbar nicht selbstverständlich. „Sie steht wie alle Gebäude unserer Schule aus unterschiedlichen Epochen unter Denkmalschutz, daher sind wir dankbar, dass die Verschönerung überhaupt möglich war“, sagt Triba.

Aus ihrer Sicht war es purer Zufall, dass die Kinder sich nicht nur wie geplant im Kunstunterricht, sondern nun auch in Mathematik mit den bunten Bildern befassen. „Uns ist im Kollegium schnell aufgefallen, dass man anhand der neuen Figuren sehr schön unterschiedliche Arten von Symmetrie erkennen und erklären kann“, sagt Lehrer Bastian Rojahn. Mit den Dritt- und Viertklässlern seiner „Walgruppe“ zeigt er sogleich, was er damit meint: Nacheinander melden sich die Jungen und Mädchen, weil sie zeigen wollen, wo Achsen und Drehpunkte in dem Wirrwarr aus Sechsecken, Kreisen und Blumenmustern zu finden sind.

Im Kunstunterricht haben sie eigene Muster und Ornamente gestaltet und dadurch einen unmittelbaren Zugang zu der Wandmalerei bekommen. „So können sie nachvollziehen, wie beispielsweise Blütenformen aus Kreisen konstruiert werden und Quadrate in unterschiedlichen Größen ein fortlaufendes Muster ergeben“, erklärt Rath.

Der Quartiersmanager von Huckelriede, Marc Vobker, lobt das Ergebnis ebenfalls: „Die Gestaltung stellt eine gelungene Aufwertung des Innenhofes um den Fahrradparcours dar.“ Da der Schulhof nach dem Unterricht auch öffentlich genutzt werde, verbesserten die angemalten Wände auch deutlich die Aufenthaltsqualität für die Allgemeinheit.

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