Senatsbaudirektor Höing gerät bei Vorstellung seines Sanierungskonzepts für Huckelriede ins Schwärmen

Niedersachsendamm wird zum Boulevard

Huckelriede. Der nördliche Niedersachsendamm soll ein Boulevard mit Sichtachse zum Werdersee werden. Die vorwiegend von Lastwagen genutzte Parkspur auf der Westseite soll Teil der neuen Straße werden und auf der Ostseite sollen Bäume wie die Japanische Blütenkirsche nach Vorstellung von Senatsbaudirektor Franz-Josef Höing anmuten wie eine "rosa Wolke". Der Neustädter Sanierungsausschuss hat den Plänen zugestimmt. Einziger Wermutstropfen: Von den 184 Stellplätzen bleiben nur noch 130 übrig. Höing will diese Situation aber mit einem Parkverbot für Lastwagen entschärfen.
19.09.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jean-Charles Fays

Huckelriede. Der nördliche Niedersachsendamm soll ein Boulevard mit Sichtachse zum Werdersee werden. Die vorwiegend von Lastwagen genutzte Parkspur auf der Westseite soll Teil der neuen Straße werden und auf der Ostseite sollen Bäume wie die Japanische Blütenkirsche nach Vorstellung von Senatsbaudirektor Franz-Josef Höing anmuten wie eine "rosa Wolke". Der Neustädter Sanierungsausschuss hat den Plänen zugestimmt. Einziger Wermutstropfen: Von den 184 Stellplätzen bleiben nur noch 130 übrig. Höing will diese Situation aber mit einem Parkverbot für Lastwagen entschärfen.

Schritt für Schritt möchte der Senatsbaudirektor mit Sanierungsmitteln von 10,3 Millionen Euro einen "grünen Ring für Huckelriede" schaffen, deswegen sei der Grundstein mit der Entwicklung des Huckelrieder Parks bereits gelegt worden. Aus "einer zugekrauteten Fläche" sei ein "verdammt schöner Park" entstanden. Auch das neue Rasenbett für die Straßenbahnen habe bereits seinen ganz eigenen Charme. In einem zweiten Schritt widmet sich Höing nun dem Niedersachsendamm-Nord. Es gelte, den Ortsteil mit seiner starken Wasserlage zu verbinden.

Das neue Gelände der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) im nördlichen Bereich der Scharnhorst-Kaserne sei "ein Baustein, um die hermetische Situation von Huckelriede zum Werdersee zu öffnen". Dort sind neue Mietwohnungen im Geschosswohnungsbau als auch Eigenheime nach Vorbild des Bremer Hauses geplant. Die 134 Wohneinheiten im ersten Bauabschnitt sollen nicht so teuer werden wie die auf dem gegenüberliegenden Vorderen Stadtwerder. Allerdings sei es bei neuen Mietwohnungen in Bremen schwierig unter einen Preis von 7,50 Euro pro Quadratmeter zu kommen.

Am Niedersachsendamm will Höing die "tolle Vegetation" wieder mehr in den Vordergrund stellen und ein Vertreter der Baubehörde führte die besondere Bedeutung der "tiefen Sichtbeziehung gen Werdersee" schon von der Straßenbahn-Wendeschleife aus, die die BSAG für die neue Huckelrieder Mitte (siehe Text unten) freigegeben habe. Für diese Perspektive sei es unerlässlich, dass etwa sechs Bäume gefällt werden. Verkehrstechnisch nicht zu umgehen sei leider der Bus-Wendekreis vor der Roland-Klinik. Dieser würde die einmalige Sicht aber nur sehr geringfügig schmälern.

Für Höing macht der zum BImA-Gelände führende nördliche Teil des Niedersachsendamms zurzeit eher den Eindruck eines "Aufstellplatzes für Lkw". Daher plant er, "das ein oder andere Blech rauszuwerfen". Große Bäume sollen mehr Platz bekommen und einzelne Blütenbäume sollen den Eindruck eines Boulevards noch befördern. Eine der wichtigsten Veränderungen sei, dass der Lkw-Parkstreifen auf der Westseite der Straße entfällt. Zwischen den Blütenbäumen sollen die Autos quer zur Straße parken und nicht mehr längs wie auf dem westlichen Parkstreifen. Als Höing ausführte, mit welchen zusätzlichen Pflanzen der Boulevard zu neuem Leben erweckt werden könne und von einer neuen "blühenden Welt" schwärmte, bemerkte die Sitzungsleiterin Gudrun Junghans: "Unser Senatsbaudirektor blüht ja richtig auf." Der Sanierungsausschuss gab Höing danach auch den eindeutigen Auftrag, die Planungen zum Niedersachsendamm, zum Endpunkt Werdersee (die Baumreihe beim "Activo" bleibt erhalten) und zum BImA-Gelände wie

vorgestellt umzusetzen. "Das ist der richtige Weg", lobte der neue stellvertretende Leiter des Sanierungsausschusses, Jens Oppermann. "Sie haben die Ideen der Bevölkerung gut aufgegriffen. Wir hätten gerne mehr davon!"

Höing sucht Ersatz-Parkplätze

Neben dem Lob des Ausschusses gab es jedoch auch die Befürchtung einiger Bürger, dass die Lastwagen am Niedersachsendamm-Nord den Anwohnern künftig einfach auf der gegenüberliegenden Seite die Plätze wegnähmen. Dazu sagte Höing: "Da kommen Schilder hin, die den Lkw das Parken verbieten." Dennoch sehe auch er das Problem, dass Stellplätze wegfallen und versprach, sich um eine Lösung zu bemühen.

Das Mitglied des Nachbarschaftstreffs Huckelriede, Wolfgang Lehmkuhl, bat Höing, einen Bürgerantrag zu prüfen, der zusätzlichen Parkraum auf freien Flächen wie beispielsweise dem Bundeswehrgelände fordere.

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