Fertigstellung im Sommer

Nach fünf Jahren Planung: Neuer Spielplatz entsteht in Huckelriede

Die Kinder der Neustadt können sich auf einen komplett neu gestalteten Spielplatz in Huckelriede freuen. Mitfinanziert wird das Projekt von Prominenten aus Fernsehen und Fußball.
07.05.2020, 07:41
Lesedauer: 3 Min
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Von Karin Mörtel
Nach fünf Jahren Planung: Neuer Spielplatz entsteht in Huckelriede

Freiraum-Planerin Sabrina Werner vom Umweltbetrieb Bremen (links) und Claudia Schwehm vom Fachdienst Spielraumförderung des Sozialressorts besuchen die Baustelle.

Roland Scheitz

Viele Kinder haben nach der Freigabe der Spielplätze in Bremen wieder Klettergerüste, Rutschen und Schaukeln in Beschlag genommen. Auf dem Spielplatz Tieckstraße wird es allerdings noch mindestens bis zum Sommer dauern, bis dort wieder Kinderlachen zu hören sein wird. Aber nicht die Corona-Pandemie, sondern eine gute Nachricht ist dafür verantwortlich: Nach fast fünf Jahren Planung sind nun endlich die Bagger und Bauarbeiter vor Ort, um den Spielplatz komplett neu zu gestalten.

Für den Huckelrieder Quartiersmanager Marc Vobker ist es etwas ganz Besonderes, den Mini-Baggern dabei zuzusehen, wie sie die Erde auf dem großen Gelände zwischen Hardenbergstraße und Kornstraße aufgraben. „Im Jahr 2015 habe ich hier gemeinsam mit der Spielplatzberaterin des Amtes für Soziale Dienste gestanden und beschlossen, dass sich dringend etwas ändern muss.“ Der Spielplatz war in die Jahre gekommen, die Sitzbänke zum Teil vermodert, die Spielgeräte wenig ­attraktiv.

Schnell sei klar geworden, „dass es nicht damit getan sein wird, eine Sitzgruppe zu erneuern“, erinnert sich Vobker. Jetzt hat der Umweltbetrieb Bremen im Auftrag des Amtes für Soziale Dienste das Gelände ganz neu geplant. „Alte Spielgeräte und langweilige Flächen gehören der Vergangenheit an“, sagt die Sprecherin des Umweltbetriebes, Kerstin Doty.

Dass es Jahre gedauert hat, die Umgestaltung politisch zu beschließen und finanziell abzusichern, hat unter anderem auch damit zu tun, dass einige Zeit unklar war, ob ein Teil des Geländes nicht als neuer Kita-Standort geeignet wäre. Eine Bürgerinitiative hatte sich aber noch vor einer Prüfung so vehement gegen eine Verkleinerung des Areals gewehrt, dass die Idee schließlich nicht weiter verfolgt wurde.

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„Wir haben den Platz funktional so organisiert, dass die unterschiedlichen Altersgruppen unter sich sein können, aber auch die Möglichkeit haben, miteinander zu spielen“, erläutert Planungsleiterin Tanja Piening vom Umweltbetrieb Bremen das aktuelle Konzept. Der Planung voran ging ein Beteiligungsverfahren, das vom Amt für Soziale Dienste mit Kindern und Anwohnern veranstaltet wurde, um deren Wünsche und Bedürfnisse in Erfahrung zu bringen.

Anja Stahmann (Grüne), Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, betont: „Wir stellen mit dem Beteiligungsverfahren sicher, dass wir wirklich den Bedürfnissen im Stadtteil gerecht werden.“ Die Kinder würden sehen, dass ihre Ideen und Wünsche auf­genommen werden. „Für ihre Entwicklung zu einer eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit sind solche Erfahrungen von herausragender Bedeutung“, so die Sozialsenatorin.

Dass der Spielplatz nun an einem Stück und nicht abschnittsweise erneuert werden kann, ist etwas ganz Besonderes, findet Quartiersmanager Vobker. „Da haben viele Behörden und Einzelpersonen sehr engagiert an einem Strang gezogen“, bescheinigt er den Beteiligten. Immerhin sind 371 000 Euro nötig, um den Platz für Kleinkinder, Schulkinder und Jugendliche sowie Eltern gleichermaßen attraktiv und in Teilen auch rollstuhlgerecht zu ­gestalten.

SUD Huckelriede Tieckstraße Neugestaltung Spielplatz

Diese gut erhaltene Rutsche darf bleiben und wird durch neue Spielgeräte ergänzt.

Foto: Roland Scheitz

Das ist mithilfe von Bundes- und Landesmitteln aus dem Städtebau-Förderprogramm Soziale Stadt, mit Geld vom Fachdienst Spielraumförderung des Amtes für Soziale Dienste sowie mit Spenden der Hansestiftung Jörg Wontorra und dem Verein Gofus möglich geworden. Die Hansestiftung Jörg Wontorra sammelt Spenden, um Kinder aus benachteiligten Familien zu fördern. Auch der Verein Gofus engagiert sich im sozialen Bereich. Er hat mehr als 500 Mitglieder aus der nationalen Fußballszene und schmückt sich mit Namen wie Michael Skibbe, Dieter Hecking, Thomas Müller, Karl-Heinz Riedle, Marco Bode, Oliver Reck, Nuri Sahin, Klaus Allofs, Uwe Seeler und vielen anderen. „Dieses Engagement bereichert unsere solidarische Gesellschaft ungemein“, sagt Stahmann.

In den kommenden Monaten wird der Plan für den neuen Spielplatz nun Schritt für Schritt realisiert. Ein geschwungener Weg führt dann über den Spielplatz und zu den verschiedenen Spielinseln für unterschiedliche Altersgruppen. Entlang des Weges entstehen ein großer Sandspielbereich, eine lange Balancierstrecke über Stock und Stein, ein Kletterturm mit Rutsche, eine Wikingerschaukel und zwei Ballspielflächen.

Als Aufenthaltsmöglichkeiten werden Sitzbänke angeboten, eine Tisch-Bank-Kombination sowie einige Jugendbänke. Sie sind so platziert, dass auch eine Aufstellung von Rollstühlen möglich ist.

Dem Neustädter Beirat war zuletzt neben ausreichend Platz für Jugendliche auch der Erhalt des vorhandenen Grüns wichtig gewesen. Auch künftig könnten Kinder vor Ort Naturerfahrungen sammeln, ist dazu aus dem Umweltbetrieb zu erfahren. Die Pflanzflächen würden mit drei weiteren Laubbäumen bestückt, mit Sträuchern und einer Kräuteransaat ergänzt. Der schattige Gehölzsaum biete weiterhin die Möglichkeit für freies Spiel.

Momentan sind die Arbeiter dabei, die alten Spielgeräte soweit nötig abzubauen und den Untergrund vorzubereiten. In einem zweiten Schritt werden dann später die Spielgeräte aufgebaut. Kurz nach den Sommerferien soll alles fertig sein. „Allerdings kann es auch hier durch die Corona-Krise zu Verzögerungen kommen“, so Doty.

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