Städtebauliches Förderprogramm soll Einzelhandel stärken Stärkung für das Buntentor

Einige Quartiere in Bremen verlieren durch eine Verschlechterung des Versorgungsangebots an Bedeutung. Gewerblicher Leerstand ist dafür ein sicherer Hinweis. Neben Walle hat die Baudeputation daher auch einen Teil der Alten Neustadt und des Buntentor-Viertels in ein städtebauliches Förderprogramm aufgenommen, das den Einzelhandel stärken und eine positive Entwicklung der Quartiere ermöglichen soll. Erste Anzeichen für eine Veränderung sind bereits sichtbar.
13.02.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Karin Mörtel

Einige Quartiere in Bremen verlieren durch eine Verschlechterung des Versorgungsangebots an Bedeutung. Gewerblicher Leerstand ist dafür ein sicherer Hinweis. Neben Walle hat die Baudeputation daher auch einen Teil der Alten Neustadt und des Buntentor-Viertels in ein städtebauliches Förderprogramm aufgenommen, das den Einzelhandel stärken und eine positive Entwicklung der Quartiere ermöglichen soll. Erste Anzeichen für eine Veränderung sind bereits sichtbar.

Neustadt. In wenigen Wochen soll er fertig sein. Auf einem neuen Stück Fußweg können Besucher künftig direkt von der Wasserseite der "Piepe" aus das neue "Café K" des Rotes-Kreuz-Krankenhaus erreichen. Die Uferböschung wurde bereits befestigt, damit die vorhandenen Bäume nicht absacken können. Diese Maßnahme ist eingebettet in das Bundesprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren", das zunächst bis 2018 laufen wird.

Zweck des städtebaulichen Förderprogramms ist die Stärkung einzelner Standorte innerhalb der Stadtteile, die eine wichtige Versorgungsfunktion erfüllen sollen, dies aber aus eigener Kraft nicht schaffen. Städteplaner haben in Bremen neben Walle einen Teil der Alten Neustadt und des Buntentor-Viertels identifiziert, die nun gezielt gestärkt werden sollen. Der Bund und das Land Bremen geben dafür jährlich 900000 Euro aus. Der Bereich umfasst das Gebiet von der Westerstraße bis knapp vor den Deichschart.

Nachdem zunächst Bürger und Lokalpolitiker beteiligt wurden, hat nun der für Zentren- und Innenstadtentwicklung zuständige Mitarbeiter der Baubehörde, Rainer Imholze, dem Sanierungsausschuss des Neustädter Beirates die konkreten Pläne für die kommenden Jahre vorgestellt. Der Buntentorsteinweg liegt Imholze besonders am Herzen: "Diese Straße trägt unglaublich viel Potenzial in sich, allein schon wegen der zahlreichen Kulturbetriebe."

Eines der Projekte für 2012 sehe vor, ein Stadtteilmarketing zu entwickeln, das die Künstler mit Gastronomen und den örtlichen Einzelhändlern vernetzt. Shakespeare-Company, Schwankhalle, Schnürschuh-Theater, Galerie Buntentor und Musikerinitiative Bremen, diese und weitere Akteure gelte es zusammenzubringen. Bremenweite statt nur lokale Aufmerksamkeit für die "Kulturmeile Buntentorsteinweg" ist das Ziel. Daneben sollen erweiterte Außenbereiche für die Gastronomie geschaffen werden.

Näher an die Innenstadt heran

"Nicht aufhübschen, sondern den Standort stärken", dies musste Rainer Imholze gleich mehrfach wiederholen, um das Vorhaben zu erläutern. Das Hauptaugenmerk des Entwicklungskonzepts liegt auch darin, dass Buntentor und die Alte Neustadt im Bewusstsein der Bremer näher an die Innenstadt heranrücken. Immerhin liegt der Bezirk im erweiterten Innenstadtbereich, der noch in einem eigenen Konzept umgestaltet werden soll.

"Wir brauchen eine bessere und schnellere Fahrradverbindung von der Innenstadt über die Wilhelm-Kaisen-Brücke zum Buntentorsteinweg", lautet die Schlussfolgerung des Stadtplaners.

Die breite Steintreppe, die derzeit noch eine Art Barriere von Osterstraße zur Friedrich-Ebert-Straße bildet, wird daher etwa im Jahr 2014 verschwinden. "Wir legen den alten Hauptzugang zum Buntentorsteinweg über die Osterstraße wieder frei und wecken das Quartier rund um das Krankenhaus aus dem Dornröschenschlaf", erklärt Rainer Imholze die Absicht der Planer.

Rings um das Rotes-Kreuz-Krankenhaus soll sich nach seiner Wunschvorstellung eine Art Gesundheits-Kompetenzzentrum ansiedeln mit Dienstleistern zu den Themen Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation. Zu dem "Weckruf" des Quartiers gehört auch die Aufwertung der Nebenstraßen beispielsweise durch Begrünung. "Immerhin ist dort das einzige Krankenhaus der Innenstadt angesiedelt, das nimmt zurzeit kaum jemand wahr", meint der Innenstadtexperte.

Neben diesen Veränderungen hat der Neustädter Beirat mit der Baubehörde noch einen weiteren Schwerpunkt vereinbart: die Verbindung des Stadtwerders mit der Neustadt. "Wir können eine Brücke nicht aus den Fördermitteln für das aktuelle Projekt bezahlen, aber wir können wenigstens prüfen, ob ein Übergang auf Höhe der Piepe zum Stadtwerder möglich ist", gibt Rainer Imholze Auskunft. Schon wesentlich konkreter sind dagegen seine Pläne, weitere Zugänge für Fahrradfahrer vom Buntentorsteinweg zur kleinen Weser zu schaffen.

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