Sanierung in Huckelriede Straßenumbau noch bis Ende August

Die Valckenburghstraße in Huckelriede bekommt ein neues Gesicht. Noch laufen die Bauarbeiten. Ob es allerdings wegen der Corona-Pandemie zu einer Zwangspause kommen wird, weiß auch der Bauleiter derzeit nicht.
20.03.2020, 19:31
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Straßenumbau noch bis Ende August
Von Karin Mörtel

Huckelriede. Im Sanierungsgebiet Huckelriede hat der Umbau der Valckenburghstraße begonnen. Die Ziele sind – neben einem schöneren Straßenbild – mehr Sicherheit für Menschen, die zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sind, sowie weniger Durchgangsverkehr in dem Wohngebiet. Die Straße erhält einen Quartiersplatz, neuen Asphalt, neue Gehwege und neue Bäume. Die Bauarbeiten gehören neben der geplanten Verschönerung des Zigarrenmacherplatzes am Buntentorsteinweg zu den letzten Sanierungsmaßnahmen im Ortsteil, ehe das Bund-Länder-Förderprogramm „Stadtumbau West“ für das Gebiet ausläuft.

Planmäßig laufen die Arbeiten noch bis Ende August. Allerdings kann Bauleiter Michael Osigus wegen der derzeitigen Corona-Infektionswelle noch nicht abschätzen, inwieweit es zu Verzögerungen kommen könnte. „Aktuell sind wir noch aktiv und die Kollegen vor Ort versuchen alles, um möglichst lange weiterzumachen“, so Osigus. Während der beiden letzten Tage im März soll der Asphalt im ersten Bauabschnitt aufgetragen werden. „Wir hoffen, dass die Zulieferer und die Bauarbeiter noch mindestens bis dahin durchhalten“, sagt der Bauleiter. In der heutigen Situation sei es aber unmöglich, darüber hinaus zu planen und mögliche Unterbrechungen abzuschätzen.

Derzeit laufen die Arbeiten parallel an zwei Strecken: Zwischen Georg-Droste-Straße und Vohnenstraße sowie am Straßenende hin zum Gewerbegebiet westlich der Nollendorfer Straße. Vier weitere Bauabschnitte werden planmäßig noch bis Ende August folgen. Wenn alles fertiggestellt ist, wird die Straße im mittleren Bereich nur noch als Einbahnstraße befahrbar sein. „Es war ein großer Wunsch der Bewohner, dass weniger Durchgangsverkehr durch die Wohnstraßen fährt“, erklärt Claus Gieseler, der in der Baubehörde für das Sanierungsgebiet Huckelriede zuständig ist. Umstritten war bereits während der Planung der Arbeiten, dass einige Flächen auf denen regelmäßig Autos abgestellt waren, künftig nicht mehr wie gewohnt zur Verfügung stehen werden. „Allerdings muss man dazu sagen, dass viele gar keine richtigen Parkplätze waren, weil die Autos entgegen der Straßenverkehrsordnung vor Einfahrten, Garagen und im Baumwurzelbereich am Straßenrand abgestellt wurden“, stellt Gieseler klar. Rechne man diese mit ein, habe es vor dem Umbau 63 Stellplätze gegeben, künftig werden es noch 46 legale Parkplätze sein, so Gieseler. Allein sechs Stellplätze entfallen auf einem etwa 200 Quadratmeter großen Areal zwischen Vohnenstraße und Nollendorfer Straße. Dort wird ein Quartiersplatz gebaut, den Erwachsene und Kinder gleichermaßen für Spiel, Sport und als Treffpunkt für die Nachbarschaft nutzen können. Ringsherum gilt die Straße dann als Spielstraße, damit Autofahrer besonders langsam fahren und Rücksicht auf Kinder nehmen. Ob der neue Platz wirklich sinnvoll ist, war jahrelang sowohl im Quartier als auch im Beirat heiß diskutiert worden.

Die Gegner argumentierten, der Platz werde nicht so dringend wie die Parkplätze benötigt. Außerdem sei zweifelhaft, ob die Anwohner den Ort wirklich nutzen würden. „Wir wollen ebenfalls nicht, dass daraus ein zweiter, verlassener Stadtplatz wird“, betont Claus Gieseler. Denn dort neben der Umsteigestelle Huckelriede habe sich die Hoffnung nicht erfüllt, dass der von Bewohnern gewünschte Wochenmarkt für Leben auf dem eigens dafür angelegten Platz sorgt.

Doch im Valckenburghquartier hätten sich nach mehreren Beteiligungsrunden, Werkstattgesprächen und Beratungen im Beirat schließlich diejenigen Anwohner durchgesetzt, die den Quartiersplatz befürworten. Dort gibt es daher demnächst Fitnessgeräte für die ältere Generation ebenso auszuprobieren wie ein großes Schachbrett und eine Rundbank für alle. Rutschen, Klettermöglichkeiten und eine Bobbycar-Rennbahn gibt es für die Kleinsten sowie eine Balancierstange und das Hüpfspiel „Himmel und Hölle“ für größere Kinder. Sollten Beeinträchtigungen durch das Coronavirus die Baustelle nicht eines Tages vorübergehend lahm legen, ist der Baubeginn an dieser Stelle für Anfang April geplant.

Das zweite große Thema neben einem neuen Treffpunkt, ist der störende Durchgangsverkehr. „Es war während der Bürgerbeteiligung eine zentrale Forderung der Bewohnerschaft, die Fahrbeziehung zu den Gewerbegrundstücken unattraktiv zu machen“, sagt Gieseler. Denn zuvor sei eine größere Zahl an Autos durch die ohnehin schon enge Georg-Droste-Straße über die gesamte Länge der Valckenburghstraße zum Gewerbegebiet gefahren. Um von dort aus, möglicherweise unerlaubt, über Privatgrundstücke weiter in Richtung Neuenlander Straße zu fahren. Dasselbe galt für die entgegengesetzte Richtung.

Letzteren Schleichweg über die Gewerbegrundstücke hat mittlerweile die Firma Cordes & Graefe unterbunden, indem sie mit Unterstützung von Städtebaufördermitteln eine Schranke aufgestellt hat, die nur Berechtigte passieren können. Die neuen Einbahnstraßen verhindern außerdem, dass Autos weite Strecken durch das Wohngebiet fahren können. Die von Anwohnern beklagte hohe Geschwindigkeit mancher Autos soll außerdem durch neue Straßenverengungen in der Georg-Droste-Straße und in der Nollendorfer Straße beendet werden.

Auch mehr Grün bekommt die Straße: Für vier kranke, gefällte Kaiserlinden werden nun zwölf neue Bäume gepflanzt sowie die Grünstreifen am Straßenrand aufgelockert, damit dort Pflanzen wachsen können.

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