Rotes Kreuz Krankenhaus Tagungszentrum und Ärztehaus eingeweiht

Neustadt. Die Bauarbeiten sind zwar noch nicht ganz abgeschlossen, aber das neue 5000 Quadratmeter große Ärztehaus und Tagungszentrum "Forum K" des Rotes Kreuz Krankenhauses (RKK) am St.-Pauli-Deich ist schon einmal eingeweiht worden.
13.09.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Tagungszentrum und Ärztehaus eingeweiht
Von Lisa Schröder

Neustadt. Die Bauarbeiten sind zwar noch nicht ganz abgeschlossen, aber Sonnabend wurde das neue 5000 Quadratmeter große Ärztehaus und Tagungszentrum "Forum K" des Rotes Kreuz Krankenhauses (RKK) am St.-Pauli-Deich schon einmal mit einer großen Feier eingeweiht.

Neben Musik, Verpflegung und Angeboten für die Kinder wurden Führungen durch die ersten Praxen, die den Betrieb schon aufgenommen haben, und durch die neue zentrale Notaufnahme angeboten. Um- und Neubau kosten rund 30 Millionen Euro.

Neustadt. Im Tagungszentrum an der Piepe ist richtig was los. Zum Eröffnungsfest des "Forum K" sind viele Besucher gekommen, um sich den Neubau des Rotes Kreuz Krankenhauses anzusehen (RKK). "Wir haben ungefähr viermal mehr Führungen durch das Gebäude gemacht als geplant", erzählt Dorothee Weihe, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das Krankenhaus weiht mit dem Fest sein neues Ärztehaus und Tagungszentrum ein, auch wenn die Bauarbeiten immer noch laufen. Das zeigen auch kleine Playmobilmännchen mit Bauhelm und Schaufel, die überall verteilt sind.

Die Praxen, die bereits im Forum arbeiten, stellen sich vor und zeigen ihre Räume. Die Ärztin Imke Lührs begrüßt mit ihren Kollegen die Besucher in ihrer rheumatologischen Gemeinschaftspraxis. Nebenan sind die beiden Fachärzte für Urologie, Wolfgang Winkler und Alexander Fehling, untergebracht. "Wahrscheinlich hält so mancher kurz den Atem an, wenn er Urologe hört", sagt Alexander Fehling, "wir haben deshalb versucht, angenehme Farben zu wählen und den Patienten die Fenster zum Rausschauen frei zu lassen."

In der orthopädischen Praxis wird eine Gangartanalyse gezeigt. "Die roten Markierungen zeigen, wo am Fuß Druck besteht", sagt Orthopädietechniker Meik Wolters. Zu sehen sind die Füße von Nick Bertram aus dem Steintor: "Meine Freundin arbeitet hier in der Praxis, ich wollte sie mir heute anschauen und habe tatsächlich auch Rückenprobleme." Während der Führungen spielt außerdem das "Trio Royal", das das Fest musikalisch begleitet. Sogar im Fahrstuhl improvisieren sie einen "Herzlich-Willkommen-Song" auf die AC/DC-Melodie "Highway to hell".

Im "Forum K", dessen Name auf die ganz unterschiedlichen Gebäudefunktionen hinweisen soll, sind außerdem die neue zentrale Notaufnahme, die Terminambulanz, das ambulante OP-Zentrum und eine neue Tiefgarage untergebracht. "Wir wollten damit vor allem die Patienten schnell zum richtigen Arzt bringen und nicht erst durch das ganze Haus schicken, damit sie direkt wissen, was los ist", erklärt Walter Klingelhöfer, kaufmännischer Geschäftsführer des RKK, den Grund für den Bau des "Forum K".

Den Bau im Zeitraffer zeigt ein dreiminütiger Film aus vielen Fotos. Der erste Spatenstich erfolgte im März 2010, die ersten Praxen wurden im Sommer 2011 eingerichtet. Im Oktober soll eine kardiologische Praxis einziehen und im Dezember der neue Zentral-OP im Hauptgebäude fertig sein. Die Bauarbeiten sollen noch bis Mitte nächsten Jahres laufen.

"Wir sind sehr zufrieden. Wir sind hier in einer Toplage: mit der Piepe und der Weser haben wir direkt ein Naherholungsgebiet in der Nähe", sagt Dorothee Weihe. Vor allem der Austausch von Praxen und Krankenhaus sei ein zentrales Anliegen gewesen. Zu den sieben fertigen Praxen kommen außerdem Neurologen, Onkologen (Fachärzte für Krebserkrankungen) und Pulmologen (Fachärzte für Lungenerkrankungen). Zwölf Disziplinen sollen am Ende Platz finden.

Im medizinischen Versorgungszentrum für Gefäßmedizin zeigt Burkhard Paetz, wie Krampfadern behandelt werden. Er freut sich über das "Forum K": "Es ist an nichts gespart worden und eine angenehme Atmosphäre mit neuesten Geräten entstanden. Die Nähe der Praxen zum Krankenhaus ist für alle eine Bereicherung." Das Wohl beider Seiten stehe im Vordergrund: "Das hier lebt vom Teamgeist, weil wir sehr miteinander verklammert sind. Ich arbeite hier und als Chefarzt im Krankenhaus", erklärt Paetz die Struktur.

Wer sich ausreichend informiert hat, kann sich anschließend stärken. Verpflegung gibt es, außerdem Spiele, Schminken und eine Zaubervorführung für Kinder. Die Besucher können auch noch einen Blick in ein DRK-Rettungsfahrzeug werfen. Eine Firma stellt Segways für Fahrten an der Piepe zur Verfügung. Die Mitglieder des Schiffs-Modell-Clubs SMC Bremen haben ihren Stand direkt am Wasser aufgebaut und zeigen verschiedene Modelle. Die Besucher können ein paar kleine Schiffe auf der Piepe fernsteuern, wie der neunjährige Nico aus Stuhr.

Rund 30 Millionen Euro kosten Um- und Neubau, davon kommen 4,9 Millionen vom Land Bremen, die das Krankenhaus Bremen erstatten muss, und vier Millionen aus dem Konjunkturprogramm II. "Den allergrößten Teil haben wir aber durch Selbstfinanzierung dazu beigetragen", so Weihe.

Den Film zu den Bauarbeiten und Informationen zum Rotes Kreuz Krankenhaus am St.-Pauli-Deich gibt es auf www.roteskreuzkrankenhaus.de. Das Tagungszentrum im Untergeschoss direkt an der Piepe ist auch für externe Veranstaltungen offen und kann gemietet werden. Bis zu 250 Personen finden dort Platz.

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