Sanierung des Kirchwegs

Weniger Parkplätze im Buntentor

Weil Busse über die Korn- und die Meyerstraße die Baustelle am Kirchweg umfahren, dürfen keine Autos an der Umleitungsstrecke parken – zunächst bis Februar. Ein Grund für die Arbeiten: die Fahrradroute.
03.12.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Karin Mörtel

Dass viele Autofahrer im Neustädter Buntentor derzeit noch schwerer als ohnehin schon einen Parkplatz am Straßenrand finden, hat etwas mit der unvollendeten Autobahn 281 zu tun. Aber der Reihe nach: Seit wenigen Tagen dürfen keine Autos mehr in der Kornstraße zwischen Kirchweg und Meyerstraße sowie anschließend in der Meyerstraße bis zur Gastfeldstraße abgestellt werden. Zahlreiche Halteverbotsschilder weisen darauf hin. Und der leer gefegte Anblick der sonst zugeparkten Straßen löste wohl zunächst bei manch einem Anwohner Erstaunen aus.

Hintergrund ist eine Baustelle am Kirchweg zwischen Korn- und Gastfeldstraße. Denn dieses Teilstück wird derzeit saniert, „damit die Straße der Zusatzbelastung durch den Umleitungsverkehr der Großbaustelle in Huckelriede standhalten kann, wenn die Autobahn 281 an die A 1 angeschlossen wird“, erklärt Jörn Kück von der zuständigen Planungsgesellschaft Deges.

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Und immer, wenn in der Stadt Straßen aufgerissen werden, wird – wenn es nötig und möglich ist – auch noch gleich der Kanal saniert. Damit die neue Straße nicht ein paar Jahre später gleich wieder aufgegraben werden muss. Auch an der genannten Stelle ist das der Fall, weshalb die Sanierungsarbeiten auch in mehreren Etappen auf insgesamt eineinhalb Jahre veranschlagt sind.

Ein Grund für die Arbeiten: die Fahrradroute

Die Arbeiten am Kanal laufen schon etliche Monate, seit ein paar Tagen sind nun auch die Straßenbauer im Einsatz. Ziel ist es, nicht nur die Straße fit für den Umleitungsverkehr der Autobahnbaustelle zu machen, sondern auch die Geh- und Radwege so auszubauen, dass die Straße künftig als bequeme Fahrradroute genutzt werden kann, so Kück.

Doch bis es so weit ist, wird es Einschränkungen geben, das zeigt sich deutlich im Umfeld der Baustelle durch die Halteverbotszonen in Korn- und Meyerstraße. Die seien nötig, damit die Stadtbusse 26 und 27 die Umleitungsstrecke über die Meyer- und Kornstraße Richtung Huckelriede ohne Verzögerungen im Fahrplan nutzen und die drei Ersatzhaltestellen ansteuern können, begründen das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) und die BSAG die zunächst bis Ende Februar genehmigte Wegnahme der vielen Stellplätze am Straßenrand. „Das machen wir nicht, um die Anwohner zu ärgern, aber es muss für den Verkehrsfluss leider sein“, erklärt BSAG-Sprecher Andreas Holling.

Ab März sei zudem mit weiteren acht Wochen zu rechnen, an denen die Halteverbote gelten werden, „denn dann müssen wir die Busse in beiden Richtungen um die Baustelle herum umleiten“, kündigt Holling an.

Anwohner beschweren sich

Einzelne Anwohner haben sich nun beim Ortsamt darüber beschwert, dass sie dadurch große Schwierigkeiten haben, einen Parkplatz zu finden. Auch waren einige Autofahrer verärgert, als zu Wochenbeginn in ihrem Quartier einige regelwidrig abgestellte Fahrzeuge ein Knöllchen erhielten.

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Das kann Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon nachvollziehen, „zumal wir die unglückliche Situation haben, dass parallel im Buntentor wegen anderer Baustellen noch weitere Halteverbote ausgeschildert sind“, so Czichon. Andererseits gehe es trotzdem nicht, wenn manche Autofahrer nun auf Radwegen, Grünstreifen und Baumscheiben parken würden.

„Wir müssen an dieser Stelle einfach um Geduld bitten“, sagt Annemarie Czichon mit Verweis darauf, dass der Stadtteil mit dem sanierten Kirchweg auch einen lang gehegten Wunsch erfüllt bekomme. Dass das Parkproblem an den Planern nicht gänzlich vorbei gegangen ist, bestätigt indes Jörn Kück von der Deges: „Wir führen demnächst noch Gespräche mit dem ASV und der BSAG dazu, ob wir in Bezug auf die Halteverbotszonen noch eine elegantere Lösung finden.“ Von der BSAG ist zu hören, man sei offen für Vorschläge.

Info

Zur Sache

Kanalsanierung unter Kirchweg läuft parallel

Die stadteigene Gesellschaft Hansewasser, die für das Kanalnetz Bremens verantwortlich ist, saniert bereits seit einigen Monaten unter dem Kirchweg den Kanal zwischen der Hinrichs-Fehrs-Straße und Neuenlander Straße. Auf dem Teilstück bis zur Kornstraße ist das bereits in den Jahren 2008 und 2009 geschehen. Ziel ist es, die veralteten Rohre auszutauschen und die Trasse auf die stadtauswärtige Straßenseite unter die Fahrbahn zu verlegen. Der neue Kanal wird einen Durchmesser von 1,60 Metern haben. Der Kanalneubau wird unter Teilsperrung für den Verkehr durchgeführt. Zufahrten zu den benachbarten Gewerbebetrieben und Wohnstraßen bleiben gesichert.

Hierzu ist die Fahrspur Richtung Gastfeldstraße gesperrt und eine Einbahnstraße in Richtung Neuenlander Straße eingerichtet. Der neue Kanal wurde bereits an die vorhandene Kanalisation in der Neuenlander Straße angeschlossen. Dort wird bis Weihnachten noch im Einmündungsbereich provisorisch asphaltiert und die Fußgängerquerung über den Kirchweg wieder hergestellt. Ab Januar beginnen dann die Kanalarbeiten am letzten Teilstück zwischen Neuenlander und Theodor-Storm-Straße. Bis April 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, danach kann die Straßensanierung auch über dem neuen Kanal erfolgen.

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