Kristallkugeln oder Zauberstäbe

„Zukunftsversprechen sind unseriös“

Astrologin Christine Keidel-Joura über Trefferquoten, Hokuspokus und das Wetter im Sommer.
05.01.2019, 14:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Britta Kluth
„Zukunftsversprechen sind unseriös“

Die Astrologin Christina Keidel-Joura berät ihre Klienten seit gut 30 Jahren mit Blick in die Sterne.

Walter Gerbracht

Kristallkugeln oder Zauberstäbe sucht man bei ihr vergeblich. Die Praxis von Christine Keidel-Joura in der Neustädter Delmestraße hat so gar nichts Übersinnliches. Der große Holztisch, das gut gefüllte Bücherregal und warme Farben verströmen eher Gemütlichkeit als Magie. Einzig zwei Globusse und einige Karten an den Wänden verraten, dass man hier eine astrologische Beratung bekommt. Seit rund 30 Jahren arbeitet Christine Keidel-Joura als Astrologin, erstellt Horoskope und erzielt dabei hohe Trefferquoten.

Doch sagen die kosmischen Konstellationen zum Zeitpunkt unserer Geburt wirklich etwas über den Verlauf unseres Lebens aus? Und prägen die Tierkreiszeichen tatsächlich unsere Persönlichkeit? Tun sie, sagt die Fachfrau. Die moderne Astrologie grenze sich aber deutlich von konkreten Zukunftsversprechen ab. „Ich kann berechnen, wann eine Zeit günstig ist für neue Begegnungen oder einen ­anderen Job, nicht aber, wann der Traumprinz erscheint oder ob sechs Richtige im Lotto ­winken.“

Skepsis gegenüber ihrer Zunft, kann die Bremerin gut verstehen. Genau die war nämlich bei ihr der Grund dafür, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Doch was sie dabei herausfand, verstärkte ihr Interesse nur noch. „Ich habe schnell gemerkt, dass an der Astrologie etwas dran ist, und bin immer tiefer darin eingetaucht.“ Gerade 17 war sie da, stand kurz vor dem Abitur und hatte gleich für vier Fächer ein Faible: Psychologie, Philosophie, Biologie und Musik. Wie gut, dass sie ihren Traumberuf schon gefunden hatte. „Die Astrologie hat alle meine Interessen verbunden, selbst die Musik. Denn alles im Kosmos schwingt rhythmisch, mal mehr und mal weniger harmonisch“, sagt sie. „Diese Rhythmen schwingen auch in uns selbst.“ Schließlich stehe alles miteinander in Kontakt.

Wirtschaftswachstum bis 2026

So kam es, dass Christine Keidel-Joura nach dem Abitur zunächst ein Jahr quer durch Europa reiste und anschließend eine Ausbildung zur Astrologin begann. Ein Studium, wie es heute an der Universität von Wales in Großbritannien möglich ist, gab es damals noch nicht. Also lernte sie unter anderem am Institut für psychologische Astrologie in München Techniken und Handwerkszeug ihres Metiers. Mit 21 machte sie sich in Bremen selbstständig – ein Sprung ins kalte Wasser, der gelang. Ihr seriöses Beratungsangebot wurde dank Mund-zu-Mund-Propaganda immer erfolgreicher angenommen. Zudem hat sie sich als Autorin und Seminarleiterin einen Namen gemacht. Und einige ihrer Vorhersagen schafften es sogar ins Fernsehen.

„Es geht mir nicht darum, Menschen ihr Schicksal vorherzusagen, sondern ihnen zu helfen, bestimmte Konstellationen im Leben besser zu verstehen und damit umzugehen. Mit meinen Hinweisen kann ich meine Klienten zur Selbstreflexion anregen und dazu, sich selbst besser kennenzulernen.“ Auch für sich selbst schaue sie regelmäßig, wofür die Zeiten günstig sind. Entscheidend für eine Analyse seien die Planeten des Sonnensystems, die Sonne und unser Mond, aber ebenso Mondknoten, Umlaufbahnen und Tierkreiszeichen. Für ein persönliches Horoskop benötige sie außerdem das Geburtsdatum, die genaue Zeit und den Ort.

Mit ihren öffentlich bekannt gemachten Vorhersagen traf Christine Keidel-Joura schon oft ins Schwarze. So deutete sie für 2018 einen außergewöhnlich heißen Sommer an. Und die Entscheidung seitens der SPD für eine weitere Große Koalition unter Angela Merkel sah sie ebenfalls voraus. Wer allerdings in diesem Jahr auf einen Rekordsommer hofft, erhält von der Astrologin einen Dämpfer. „Es wird wechselhafter“, sagt sie, „aber auch der Sommer 2019 wird seine Schönwetterperioden haben.“ Jupiter, der durch das Tierkreiszeichen Schütze wandert, bringe außerdem Gerechtigkeit und Offenheit. „Die Menschen werden mehr nach dem Sinn fragen, als Vorstellungen einfach durchzusetzen.“ Für Deutschland und Europa zeige sich 2019 bis 2021, dass Grenzen und Zugehörigkeiten neu definiert werden. Vielleicht bilden sich neue Blöcke. „Wirtschaftlich sieht es für Deutschland jedoch wesentlich besser aus als befürchtet. Erst recht, wenn wir weiterhin weltoffen bleiben. Eine Phase des Wachstums ist hier von 2019 bis 2026 zu erkennen.“

Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, kann das in der 2005 gegründeten Astrologie-Schule von Christine Keidel-Joura. Mitte Januar beginnen dort die neuen Kurse. Die vollständige Ausbildung mit Abschlusszertifikat dauert drei Jahre und ist ebenso anspruchsvoll wie umfassend. Auf dem Lehrplan stehen zum Beispiel die Geschichte und Kultur der Astrologie sowie astronomische Grundkenntnisse. Die Schüler lernen, Horoskope zu berechnen und machen sich mit Mondknoten, Planetoiden und Fixsternen vertraut. Sie habe bereits einige erfolgreich arbeitende Astrologen ausgebildet, berichtet Keidel-Joura. Willkommen seien aber auch Interessenten, die einfach mal etwas tiefer in die Materie hineinschnuppern wollen.

Weitere Informationen

Infos und Kontakt per Telefon unter 729 29 oder auf www.astrologie-schule-bremen.de.

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