Rückrundenstart Hockey-Bundesliga

Argentinisches Feuer und hanseatischer Fleiß für den Bremer HC

Warum Trainer Schultze daran glaubt, dass der BHC noch den Klassenerhalt in der 1. Hockey-Bundesliga der Damen schafft. Zwei Heimspiele an diesem Wochenende
29.03.2019, 14:25
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Argentinisches Feuer und hanseatischer Fleiß für den Bremer HC
Von Frank Büter
Argentinisches Feuer und hanseatischer Fleiß für den Bremer HC

Ein neues Gesicht: Die Argentinierin Agueda Moroni soll im Sturm des BHC für Belebung sorgen.

Axel Kaste

Die Kiebitze beim Training hat der Neuzugang aus Argentinien bereits begeistert – und ab sofort könnten weitere Fans hinzukommen. Seit Mitte Februar weilt Agueda Moroni in Bremen und hat sich mit dem Bremer HC auf den Start in die zweite Saisonhälfte der 1. Hockey-Bundesliga vorbereitet. An diesem Sonnabend nun gibt Moroni ihr Pflichtspieldebüt im BHC-Trikot, wenn der Tabellenletzte um 15 Uhr auf eigener Anlage auf den Spitzenreiter Düsseldorfer HC trifft. Am Sonntag um 14 Uhr steht zudem das Heimspiel gegen Uhlenhorst Mülheim an. Und BHC-Trainer Martin Schultze sagt: „An Agueda Moroni werden die Zuschauer ihren Spaß haben.“

Moroni ist 21 Jahre jung – und sie ist Stürmerin, eine starke Stürmerin. „Aggi“, wie sie von ihren Teamkameradinnen gerufen wird, ist technisch gut ausgebildet, ungemein schnell und dabei auch torgefährlich. Genau diese Qualität benötigt der bisher sieglose BHC (vier Remis), um die schwere Mission Klassenerhalt bei vier Punkten Rückstand und nur noch neun ausstehenden Partien doch noch zu einem guten Ende zu bringen. Zehn Treffer hat der Liganeuling in den bisherigen 13 Partien erst erzielt, eine Quote, die es deutlich anzuheben gilt, wenn man den Abstieg vermeiden will.

Ein Job – nicht nur, aber auch – für Agueda Moroni. Bereits im vergangenen August hatte der BHC die Offensivspielerin verpflichtet, wohl wissend, dass Moroni erst im Februar dazustoßen wird. Die Argentinierin studierte zuletzt noch in den USA und hat dort College-Hockey gespielt. Übrigens ebenso wie ihre neue Sturmpartnerin Juliane Grashoff, die erst an diesem Freitag in Hamburg gelandet und damit pünktlich zum Ligastart wieder an Bord ist. In den Staaten haben die beiden Angreiferinnen mit ihren Collegeteams noch gegeneinander gespielt, jetzt sollen sie also gemeinsam für Unruhe im gegnerischen Schusskreis sorgen. „Zusammen“, sagt Martin Schultze, „sind sie schwer zu verteidigen und eine echte Bereicherung für uns!“

Ein wichtiger Baustein im Abstiegskampf ist aber auch Luciana Galimberti. Die Verteidigerin zählt inzwischen zum erweiterten Kreis der argentinischen Nationalmannschaft, hat dort zuletzt das volle Trainingsprogramm mitgemacht und ist nun „fitter denn je“ (Schultze) wieder zurück in Bremen. „Luciana ist in einer Top-Verfassung und sowohl menschlich als auch sportlich eine Stütze“, sagt der Coach über die 27-jährige Abwehrchefin, die der BHC-Defensive im Verbund mit U 21-Nationalspielerin Emma Davidsmeyer die nötige Stabilität verleihen soll.

Gespannt sein darf man überdies auf den Einstand von Celeste Gandolfo, der dritten Argentinierin im Bremer Aufgebot. Gandolfo lebt und arbeitet zwar schon seit vergangenem Sommer in der Hansestadt, hat aber aufgrund eines Mittelfußbruchs, den sie sich gleich im ersten Vorbereitungsspiel zugezogen hat, noch kein Pflichtspiel für den BHC bestritten. „Sie macht sich sehr gut im Mittelfeld und ist fester Bestandteil der Mannschaft“, sagt Schultze über Gandolfo, die sich noch bis Januar im Aufbautraining befand, jetzt aber den Rückstand aufgeholt hat.

„Wir haben einen ordentlichen Kader zusammen“, sagt Martin Schultze, der zwar in der zweiten Saisonhälfte auf das Südafrika-Duo Quanita Bobbs/Lilian Du Plessis verzichten muss, dafür aber wieder auf Charlotte Kaste (Auslandssemester in Madrid beendet) und Charlotte Lüschen, die ihren Trainingsrückstand nach einem halbjährigen Indienaufenthalt wettgemacht hat, bauen kann. Die Vorbereitung, in der man unter anderem gegen den Ligarivalen Harvestehuder THC ein 0:0 erreichte, verlief zufriedenstellend, sagt Schultze.

Die Ausgangslage für den BHC ist zwar prekär – doch der Coach bleibt Optimist. „Wir sind der festen Überzeugung, dass wir den Klassenerhalt noch schaffen werden“, sagt Martin Schultze. Gegen Düsseldorf, das sei klar, stünde man dabei noch nicht unter Druck, „da können wir nur überraschen“. Gegen Mülheim am Sonntag aber, „da muss es rappeln“, soll heißen: „Da müssen drei Punkte her, um schnell den Anschluss zu schaffen und so für Euphorie und neuen Schwung zu sorgen.“

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