Oberneulander Landstraße ist Thema im Beirat

Stillstand auf der Buckelpiste

Schlaglöcher, Rillen und abgesackte Gullys: der Zustand der Oberneulander Landstraße ist für alle Verkehrsteilnehmer schwierig bis potenziell gefährlich. Jetzt befasst sich der Beirat wieder mit dem Thema.
22.04.2021, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Matthias Holthaus
Stillstand auf der Buckelpiste

In der Oberneulander Landstraße gilt wegen der Buslinie Tempo 50, doch das könne aufgrund des schlechte Straßenzustands gar nicht gefahren werden, berichtet Beiratssprecherin Tamina Kreyenhop.

PETRA STUBBE

Es gehe ihm ja gar nicht um goldene Wasserhähne, betont Oberneulands Ortsamtsleiter Matthias Kook, während er die Oberneulander Landstraße betrachtet: „Sondern überhaupt um eine befahrbare Straße.“ Denn die Oberneulander Landstraße ist nicht im allerbesten Zustand. Und das ist noch ein etwas geschmeichelter Ausdruck für eine von Löchern durchsetzte Piste, die am Straßenrand zudem noch tiefe Rille und abgesackte Gullys aufweist. Der Zustand der Oberneulander Landstraße wird dann auch Thema der nächsten Beiratssitzung am Dienstag, 27. April, sein.

Bereits im Zuge der Zukunftswerkstatt Oberneuland 2013 gab es seitens der beteiligten Bürgerinnen und Bürger dazu die meisten Meinungsäußerungen. Dort beschrieben sie den schlechten Zustand der Fuß- und Radwege und der Schulwege. „Als besonders verbesserungswürdig geben die meisten Oberneulander den Zustand der Mühlenfeldstraße und der Oberneulander Landstraße an“, hieß es in der Dokumentation der Zukunftswerkstatt damals, und: „Auch das zu schnelle Fahren auf der Oberneulander Landstraße wird von vielen bemängelt.“ Zudem wurden die nicht durchgehend befestigten Fußwege angesprochen.

Oberneulander Landstraße

Abgesackte Gullys zwingen die Fahrradfahrer mitunter auszuweichen.

Foto: PETRA STUBBE

Bisher gab es keine grundlegende Sanierung

Im Jahr 2021 hat sich am Zustand der Oberneulander Landstraße nur wenig geändert. Zwar gab es in der Tat eine Sanierung der Fahrbahndecke auf einem Teilstück der Straße, doch der überwiegende Teil wartet noch immer auf eine grundlegende Behandlung. Kleine Arbeiten habe es zwar gegeben, wie Beiratssprecherin Tamina Kreyenhop (CDU) sagt – ein Arbeiter habe einen Eimer mit Teer in der Hand gehabt und damit ein paar Löcher gestopft –, doch mehr sei bisher nicht passiert. Dabei hat der Beirat bereits für 2020 und 2021 einen Haushaltsantrag zur Erneuerung der Asphaltfläche gestellt, der jedoch abgelehnt wurde. Im gleichen Antrag hat der Beirat auch gefordert, die Nebenanlagen der Straße auszubauen. „Die Stadt hat ein Ankaufsrecht auf Grundstücke“, sagt Tamina Kreyenhop über die am Straßenrand liegenden Areale. „Und im vorderen Bereich gehört der Stadt auch schon richtig viel, da würde sich ein Ausbau des Radweges schon richtig lohnen.“ Doch momentan ist von einem Radweg nicht viel zu sehen, der marode und nach Ansicht Tamina Kreyenhops nicht rollatorfähige Fußweg darf zumindest von Radfahrern mitgenutzt werden. Ein potenzielles Ausweichen der Fahrradfahrer auf die ohnehin schon schmale Straße jedoch offenbart ein weiteres Gefahrenpotenzial in Form von Schlaglöchern, tiefen Rillen und abgesackten Gullys. Deshalb hat der Beirat einen erneuten Antrag für den Haushalt 2022 und 2023 gestellt, um die entsprechenden Mittel für den Ausbau dieser Nebenanlagen zu realisieren und die Asphaltdecke zwischen Eekenhöge und Oberneulander Landstraße 113 zu erneuern.

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„Es geht darum, dass es Abschnitte gibt, die noch fehlen“, sagt Matthias Kook über einzelne Grundstücke am Rand der Straße, die noch nicht von der Stadt erworben wurden. Vielleicht könnten ja die Grundstückseigentümer mal angeschrieben werden, fragt er sich, um vielleicht mal eine Art Kettenreaktion auszulösen. Durch die erworbenen Grundstücke könnte es dann möglich sein, einen neuen Radweg zu bauen – wichtig alleine schon deshalb, weil die Straße auch ein Hauptschulweg ist, denn: „Man kann nicht mal mehr mit dem Rad am Rand der Fahrbahn fahren. Da sind mehr Löcher als Straße.“ Das sei gefährlich, bestätigt auch Tamina Kreyenhop, die Straße sei uneben und im Winter auch noch glatt. „Und die Straße ist zu schmal, selbst für normale Autos.“ Autofahrer könnten dann auch nicht voraussehen, wenn ein Radfahrer einen abgesackten Gully umfahren müsse. „Und es wird auch immer lauter“, sagt Matthias Kook, „je mehr Löcher es gibt, desto lauter wird es.“

Tempo 30 wurde abgelehnt

Und wenn dann noch ein Bus kommt, wird es zudem besonders eng. Der Bus ist überhaupt der Grund, dass ein Antrag auf Tempo 30 in der Oberneulander Landstraße abgelehnt wurde, da dann Verzögerungen befürchtet werden: „Doch Tempo 50 kann hier von Bussen gar nicht gefahren werden“, verweist Tamina Kreyenhop auf den schlechten Zustand der Straße. Was jedoch wieder für die Einführung von Tempo 30 sprechen könnte, sagt Matthias Kook: „Tempo 30 kann bei einem schlechten Zustand der Straße angewendet werden.“

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Entscheidend sei, dass der Zustand der Straße schon lange ein Thema ist. „Das zieht sich über Jahre hin und es passiert gar nichts“, sagt der Ortsamtsleiter. Tempo 30 und die Erneuerung der Obeneulander Landstraße, das sind die Forderungen von Ortsamt und Beirat – „und wenn sie es abschnittweise angehen“, sagt Tamina Kreyenhop. Tempo 30 sei von vielen Menschen gewünscht, meint sie, und Matthias Kook sagt: „Wir wollen einen adäquaten, verkehrssicheren Zustand, das ist auch die Meinung der Menschen. Die Menschen in Oberneuland tun viel für die Stadt und den Stadtteil, doch bei den Straßen können sie das nicht.“

Info

Zur Sache

Beiratssitzung am Dienstag

Die öffentliche Sitzung des Beirates Oberneuland wird am Dienstag, 27. April, um 19 Uhr im Rahmen einer Videokonferenz veranstaltet. Neben der Verteilung von Fördermitteln durch den Beirat und der Vorstellung des neuen kommunalen Sachbearbeiters im Ortsamt wird es insbesondere um die Oberneulander Landstraße gehen. Der Straßenzustand, der Sanierungsbedarf, die ausgeübten Vorkaufsrechte sowie der Ausbau der Nebenanlagen stehen auf der Tagesordnung, Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Stellen wurden zu diesem Thema eingeladen. Der Link zur Teilnahme an der Beiratssitzung wird unter www.ortsamt-oberneuland.bremen.de auf der Internetseite des Oberneulander Ortsamtes veröffentlicht.

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