Beirat Oberneuland

Ortsamt ist nicht für Giftköder zuständig

Der Beirat Oberneuland befasst sich regelmäßig mit Hunden. Entweder geht um Giftköder, um die Leinenpflicht oder um Auslaufflächen für die Tiere. Für letztere soll ein gesetzlicher Rahmen geschaffen werden.
18.02.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maren Brandstätter

Oberneuland. Das Thema „Hunde“ ist im Oberneulander Ortsamt regelmäßig präsent. Dabei gelte es allerdings, drei verschiedene Themenbereiche zu unterscheiden, betonte Ortsamtsleiter Matthias Kook jetzt im Fachausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Ausgelegte Giftköder etwa, wie sie in jüngster Zeit offenbar häufiger in Oberneuland gefunden würden, seien eindeutig Angelegenheit der Polizei – und nicht des Beirats. Letzterer werde in den sozialen Netzwerken häufig fälschlicherweise in der Verantwortung gesehen. Wer einen offensichtlich vergifteten Köder im Stadtteil finde, möge diesen daher möglichst umgehend bei der Polizei abgeben, betonte Kook.

Ein weiterer und häufig hitzig diskutierter Themenbereich seien unangeleinte Hunde in Oberneuland, erklärte er. Die seien vor allem in den Parks, der Wümmeniederung und der Feldmark immer wieder anzutreffen, obgleich hier Orts- und Landschaftsschutzgesetz eine Leinenpflicht vorsehen. Kook appellierte in diesem Zusammenhang einmal mehr an die Hundehalter, sich an diese Vorgaben zu halten – nicht zuletzt angesichts wiederholter Wildrisse im Stadtteil, von denen die Jägerschaft berichtet habe. Die betreffenden Hundehalter reagierten auf Ansprache mitunter sehr emotional, wie ihm sowohl Jägerschaft als auch Ordnungsdienst berichtet hätten, sagte der Ortsamtsleiter. Ein häufiges Argument seien dabei fehlende Auslaufflächen für Hunde.

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Diese Auslaufflächen sind seit Jahren immer wieder Thema im Beirat – und könnten es bald wieder sein. Bislang sprächen die bestehenden Gesetze im Grunde gegen das Anlegen von Freilaufflächen für Hunde in Bremen, so Kook. In einer gemeinsamen Konferenz von Ortsamtsleitern und Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne) im Dezember habe es dazu geheißen, man müsse sich zunächst auf „eine gemeinsame Sprache“ verständigen, sprich: die Gesetzeslage in diesem Punkt anpassen. Sei das geschehen, werde die Behörde wieder auf die Beiräte zukommen, berichtete Kook.

Derik Eicke (SPD) erinnerte in diesem Zusammenhang an vergangene Diskussionen, bei denen die freie Fläche neben dem Franz-Schütte-Tunnel als denkbare Option im Raum stand. Simon Zeimke (CDU) erklärte, dass möglicherweise auch eine Prüfung des Gebiets rund um den Achterdieksee sinnvoll sei. Bevor man sich allerdings konkret auf die Suche nach einer geeigneten Fläche im Stadtteil mache, brauche es zunächst einen gesetzlichen Rahmen, waren sich die Fraktionen einig. Deshalb gelte es nun, die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen abzuwarten.

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