Schule und Corona

Zwischen Präsenz- und Onlineunterricht

Im Oberneulander Bildungsausschuss haben die Schulleitungen berichtet, wie sich der Alltag derzeit an den Schulen darstellt. Das WLAN steht, aber die Lehrer seien an den Grenzen der Belastbarktei angelangt.
11.02.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter

Das WLAN-Netz steht – in diesem Punkt stimmten die Berichte der Oberneulander Schulleiter im Bildungsausschuss des Beirats weitestgehend überein. Das Gremium hatte um Bericht gebeten, wie sich der Alltag derzeit an den Schulen im Stadtteil darstellt. Einzig an der Oberschule Rockwinkel gibt es laut Schulleiterin Michaela Dahm noch drei kleinere WLAN-Baustellen, an denen die Behörde aber bereits arbeite.

Aktuell kommen 531 von 999 Schülerinnen und Schülern zum Unterricht an die Rockwinkeler Oberschule. Die übrigen nutzten mithilfe der neuen Schul-Tablets die Internet-Lernplattform Itslearning, berichtete Dahm. Für das nahende Abitur habe man sich jüngst auf zwei Durchläufe verständigt: einen Anfang Mai und einen Anfang Juni. Mit Blick auf die somit verbleibende Korrekturzeit für das Lehrerkollegium seien die gewählten Zeitpunkte allerdings sehr ambitioniert, betonte die Schulleiterin. „Das wird wirklich sehr knapp.“ Überhaupt sei das Kollegium angesichts der „Riesengrätsche“ zwischen Präsenz- und Online-Unterricht häufig an den Grenzen der Belastbarkeit angelangt, „manchmal auch darüber hinaus“, betonte Christoph Gnirke stellvertretender Leiter der Schule.

Bezüglich der Hygienemaßnahmen läuft es an der Oberschule laut Dahm soweit gut. Die Schule dürfe nicht ohne Mundschutz betreten werden. Wer seine Maske zu Hause vergessen habe, werde vor Ort mit einer neuen ausgestattet. Einzig die Schüler der 5. und 6. Klassen seien nicht per Verordnung verpflichtet, auch während des Unterrichts ihren Mundschutz zu tragen, würden aber aus Sicherheitsgründen vom Kollegium gebeten, es dennoch zu tun. Nach Schulschluss täten sich insbesondere ältere Schüler mitunter schwer, sich an die Abstandsregeln zu halten, bestätigte Gnirke auf Nachfrage aus dem Ausschuss. „Außerhalb des Schulgeländes endet unser Einfluss“, betonte er. Es existiere zu diesem Thema aber ein Transparenzpapier, das regelmäßig mit den Schülern besprochen werde.

Eine Informationsveranstaltung für Eltern im klassischen Sinn gab es in diesem Jahr nicht in Rockwinkel. Stattdessen konnten sich die Eltern per Zoom-Konferenz informieren, wovon reger Gebrauch gemacht worden sei, erzählte Dahm.

Am Ökumenischen Gymnasium (ÖG) wurde die Infoveranstaltung coronabedingt durch Einzelführungen nach vorheriger Anmeldung ersetzt, berichtete Schulleiter Ralph Christian Schöttker. Bezüglich der Abiturregelung verfahre die Privatschule im Großen und Ganzen so wie die Oberschule. Aktuell seien 79 Prozent aller Schüler und das vollzählige Kollegium im Präsenzunterricht. Auch Schöttker berichtet von einer überdurchschnittlichen Belastung der Lehrerschaft. „Die Arbeit hat sich verdoppelt, der Akku ist leer“, fasste er die Situation vor Ort zusammen.

Im Unterschied zur Oberschule ist das ÖG bislang noch nicht mit Tablets ausgestattet. Er habe allerdings jüngst das Okay der Behörde bekommen, Geräte für die Schule bestellen zu dürfen, sagte Schöttker. Eine entsprechende Schulung des Kollegiums für die Nutzung der Tablets im Unterricht habe bereits stattgefunden – auf eigene Kosten.

Bezüglich des Online-Lernens ist das Kollegium der Tobias-Schule derzeit noch in der Findungsphase, berichtete Geschäftsführer Eckard Ströhle. „Wir haben viele ältere Kollegen, die sich mit dieser Form des Lernens nicht so recht anfreunden können“, sagte er. Aktuell erhielten die rund 50 Schüler, die zu Hause seien, ihre Unterrichtsmaterialien daher vergleichsweise altmodisch als Unterlagen per Abholung, Post oder E-Mail.

Was die Einhaltung der Maskenpflicht betrifft, gibt es an der privaten Förderschule Ausnahmeregelungen, sagte Ströhle. Einige Schüler seien aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht in der Lage, die Masken dauerhaft zu tragen und von dieser Verpflichtung befreit.

Die Grundschule Oberneuland war der Online-Sitzung des Ausschusses aufgrund technischer Probleme nicht zugeschaltet. Schulleiterin Dagmar Sense ließ daher über Ortsamtsleiter Matthias Kook mitteilen, dass derzeit 40 Kinder Distanzunterricht bekämen, während das Lehrerkollegium geschlossen vor Ort im Einsatz sei.

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