Theater am Ökumenischen Gymnasium: Schüler spielen nach einem Krimi von Agatha Christie "Dann waren es nur noch..."

Oberneuland. Es ist eine skurrile Truppe, die da plötzlich auf dem einsamen Eiland landet. Ein ehemaliger General, ein pensionierter Richter, eine alte Jungfer im schwarzen Kostüm, ein Angeber, der sich um seinen Aston Martin sorgt und noch ein paar andere seltsame Figuren. Genau zehn Fremde sind es. Noch. Denn im Laufe des Theaterstücks "Schoko Eiland" werden es immer weniger.
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Von Andreas D. Becker

Oberneuland. Es ist eine skurrile Truppe, die da plötzlich auf dem einsamen Eiland landet. Ein ehemaliger General, ein pensionierter Richter, eine alte Jungfer im schwarzen Kostüm, ein Angeber, der sich um seinen Aston Martin sorgt und noch ein paar andere seltsame Figuren. Genau zehn Fremde sind es. Noch. Denn im Laufe des Theaterstücks "Schoko Eiland" werden es immer weniger.

Ein Mörder treibt auf der Insel sein Unwesen. Ihm fallen nach und nach die meisten Mitglieder der bunt zusammengewürfelten Gesellschaft zum Opfer. Wem diese Geschichte bekannt vorkommt, der hat wahrscheinlich Agatha Christies Kriminalroman "Zehn kleine Negerlein" gelesen. Der elfte Jahrgang im Fach Darstellendes Spiel am Ökumenischen Gymnasium Oberneuland hat sich den Krimi als Vorbild genommen, um eine stark gekürzte und veränderte Version auf die Bühne zu bringen.

Auf die Idee mit dem Stück kam die 16-jährige Marie aus Horn-Lehe. Sie spielt eine Bedienstete und outet sich als glühender Fan von Agatha Christie. "Das Buch ist wahnsinnig spannend. Deshalb habe ich gedacht, dass sich die Handlung auch gut auf die Bühne bringen lässt", erzählt sie. Mit dem bisherigen Verlauf der Proben ist sie zufrieden. "Das Ende ist anders, aber die Handlung ist an sich schon an das Buch angelehnt. Natürlich fehlen Details, man kann nicht alles umsetzen."Jedenfalls werden die Figuren immer weiter dezimiert, bis am Schluss die beiden letzten versuchen, sich gegenseitig umzubringen.

Spannende Handlung

Mehr wollen die Mitglieder des Ensembles vorab nicht verraten. Denn obwohl man sich ein gutes Stück von der Krimihandlung verabschiedet hat - spannend soll es auf der Bühne trotzdem zugehen. "Im Original geht es vordringlich darum, wer der Täter ist. Wir hingegen haben das Thema Schuld in den Mittelpunkt gestellt", sagt Lehrer Johannes Henning, der gemeinsam mit Jutta Behling die Proben leitet. In der letzten Phase der Aufführung wird die Bühne dunkel. Die Gesichter der handelnden Personen werden nur noch durch Taschenlampen erhellt.

Dieser dramatische Effekt soll allerdings nicht nur das Gefühl der Bedrohung steigern, sondern die Aufmerksamkeit auch auf Gestik und Mimik der Schauspieler lenken. "Wir wollen die Handlung nicht vordringlich über den Text, sondern über die darstellenden Elemente transportieren", so Henning. Tiefe Einblicke in die Abgründe der Figuren sind ausdrücklich beabsichtigt. Bei der Bearbeitung des Stücks gaben die Lehrer zwar die Richtung vor. Die Schüler konnten ihre Rollen jedoch ein Gutteil selbst anlegen und sich passende Textstellen aus der Vorlage raussuchen. Mit der Arbeit am Konzept des Stücks wurde im Mai begonnen. Die eigentlichen Proben starteten nach den Sommerferien.

Weil für die Arbeit am Stück nur zwei Schulstunden pro Woche zur Verfügung stehen, wurden letztlich zwei Probenwochenenden eingeschoben. Mit den Fortschritten sind die Regisseure zufrieden. "Die Schüler arbeiten intensiv mit. Rechtzeitig zur Premiere steht das Stück", ist Henning überzeugt. Jede Übungseinheit beginnt mit einer Entspannungsübung, um die Schüler auf ihre Rolle einzustimmen. "Erinnern wir uns daran, wie es ist, ein alter General zu sein oder eine Jungfer", fordert Henning mit leiser, beruhigender Stimme. Diesmal stellen sich die Personen dem Publikum vor und landen auf der Insel. Requisiten sind jetzt auf der Bühne noch nicht zu sehen, später wird eine Dixi-Toilette die Bebauung auf der Insel repräsentieren. Fantasie des Publikums ist also gefragt.

Darstellendes Spiel beginnt im Ökumenischen Gymnasium als Schulfach in der zehnten Klasse. Zurzeit nehmen mehr als 80 Schüler daran teil.

Premiere am Donnerstag, 25. November. Eine weitere Aufführung ist am Freitag, 26. November. Beginn in der Aula des Ökumenischen Gymnasiums, Oberneulander Landstraße 143A , ist jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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