Großer Unmut in Oberneuland über die Verschiebung der Untertunnelung "Die Bahn hat uns gelinkt"

Oberneuland. Die Bahn möchte die Untertunnelung in Oberneuland bekanntlich erst ab 2015 bauen. Bremen hat sich zwar noch nicht entschieden, ob dem Aufschub zugestimmt wird. So oder so - eine deutliche Verzögerung ist bereits nicht mehr abzuwenden. "Ein Jahr Verzögerung ist jetzt schon drin", sagte Martin Ernsing vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV) auf der jüngsten Sitzung des Beirats Oberneuland.
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Von Andreas D. Becker

Oberneuland. Die Bahn möchte die Untertunnelung in Oberneuland bekanntlich erst ab 2015 bauen. Bremen hat sich zwar noch nicht entschieden, ob dem Aufschub zugestimmt wird. So oder so - eine deutliche Verzögerung ist bereits nicht mehr abzuwenden. "Ein Jahr Verzögerung ist jetzt schon drin", sagte Martin Ernsing vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV) auf der jüngsten Sitzung des Beirats Oberneuland.

Sollte doch in absehbarer Zeit gebaut werden, könne man frühestens 2013 mit den Straßenarbeiten beginnen. Erst 2014 könnten die Schienenarbeiten starten. Schuld daran sei die Deutsche Bahn, deren Vertreter der Beiratssitzung von vornherein ferngeblieben waren. Andernfalls hätten sie sich einiges anhören müssen. "Die Bahn hat uns gelinkt", nahm Ernsing kein Blatt vor den Mund. Das Unternehmen habe bereits im September die Fristen für die Beantragung der Sperrpausen für Arbeiten am Gleiskörper verstreichen lassen. "Hinterher hat man uns gesagt, man habe sowieso kein Geld für die Maßnahme", so der Abteilungsleiter vom ASV. Wie sich hinterher herausgestellt habe, hatte die Bahn die langfristige Strategie, das Projekt zeitlich zu torpedieren.

Ortsamtsleiter Rainer Kahl bedauerte den Ausstieg der Bahn und warf die Frage auf, warum nicht zunächst ein Tunnel gebaut werden könne. In die gleiche Kerbe schlug Heinrich Auffahrt (SPD): "Für uns wichtig ist der Tunnel an der Rockwinkeler Landstraße. Die anderen Tunnel will vor allem die Bahn, damit sie auf der Strecke schneller fahren kann." Sabine Ahrens (CDU) wollte wissen, welche Möglichkeiten Bremen habe, um die Bahn zum pünktlichen Baubeginn zu zwingen. Laut Ernsing kann Bremen zwar ein entsprechendes Verfahren auf den Weg bringen. "Es stellt sich aber die Frage, ob das etwas bringt. Dieses Vorgehen kostet Zeit." Zurzeit seien sich drei ASV-Mitarbeiter mit dem Vorgang befasst. "Bevor wir angemessen reagieren können, müssen wir noch auf eine schriftliche Stellungnahme der Bahn warten", warb Ernsing um Geduld.

Thomas vom Bruch, Vorsitzender der CDU Oberneuland, forderte die Behörde auf, "mehr Druck und Leidenschaft" zu entfalten. Er warf den Behördenvertretern vor, bei der Sache eine resignative Grundhaltung an den Tag zu legen. Dies wies Martin Ernsing energisch zurück. Die Behörde habe im Gespräch mit der Bahn deutliche Worte gefunden. Im Weiteren müssten allerdings Regularien eingehalten werden. Zahlreiche kritische Stimmen gab es auch an die Adresse von Bau- und Verkehrssenator Reinhard Loske (Grüne). Dieser sollte dem Beirat zur Haltung der Regierung Rede und Antwort stehen, ließ sich jedoch im Vorfeld entschuldigen - "wie immer in den vergangenen Jahren", so Rainer Kahl.

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