Restaurantbesprechung

Essen mit Blick auf den Golfplatz

Das Restaurant Block in Oberneuland gehört zwar zum Golfclub, ist aber ein öffentliches Restaurant, das man unbedingt einmal besucht haben sollte. Hier gehen herzlicher Service mit leckeren Gericht einher.
20.06.2019, 10:30
Lesedauer: 3 Min
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Essen mit Blick auf den Golfplatz
Von Marcel Auermann

Aus mehrerlei Gründen dürfte das Block auf der Liste vieler fehlen. Es gehört zu einem Golfclub, weshalb mancher Gast denken mag, es sei nicht öffentlich und man müsse Mitglied sein, um dort zu speisen. Doch es handelt sich um ein öffentliches Restaurant. Und wir wurden sehr willkommen geheißen vom Servicepersonal, das durchweg eine Wärme, eine Herzlichkeit und eine fast familiäre Lieblichkeit versprühte.

Weiterer Grund: Das Block liegt in Oberneuland, was für die (Innen-)Städter nicht gerade ums Eck ist. Doch der Weg lohnt sich. Spätestens, als wir Platz nahmen und von unserem Tisch an der Fensterfront aus den Blick über das komplette Golfgelände hatten, genossen wir den Abend nur noch. Wir sahen die Sonne glutrot hinter den Bäumen untergehen.

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Wir sahen das so wundervoll gepflegte Gelände und den sattgrünen Rasen, der mit der Nagelschere geschnitten worden zu sein schien. Im Innern des Lokals, das wie ein großer Wintergarten anmutet, stehen schwarze Holzmöbel vor einer beigen Steinwand. Am Eingang empfängt die Gäste eine große Bar, an der sich der Aperitif oder Absacker einnehmen lässt.

Aktuell bietet das Block eine Matjeskarte, von der meine Begleitung das Tatar (11,90 Euro) wählte. Eine ordentliche Kugel lag auf dem Teller, der die Form eines Schiffchens hatte. Das Fischfleich zerging wie Mousse auf der Zunge. Herrlich. Seine Frische erhielt die Masse durch Essiggürkchen und Zitronensaft. Dazu reichte die Küche etliche Scheiben Pumpernickel und Butter.

Ich war völlig angetan von der Sylter Fischsuppe (7,50 Euro). Es handelte sich um eine gute Portion an unterschiedlichen Fischen – unter anderen Lachs, Garnele und Nordseekrabben. Das Ganze lag in einem würzigen und gut abgeschmeckten Safran-Pernodsud, von dem ich gar nicht genug löffeln konnte. Die feine Brühe zog ihren Geschmack auch von den feinen Gemüse-Julienne, die sich unter die Fischfilets mischten.

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Grundsätzlich bietet die Karte eine eher kleine Auswahl, dafür finden sich darauf Gerichte, die der Gast sonst nicht überall findet. Meiner Begleitung fiel gleich das Bentheimer Kotelett (21,50 Euro) auf.

Als es der Kellner kurz nach der Bestellung auch an einen Nachbartisch trug und wir dieses rund 450 Gramm große Teil mit der Portion Bratkartoffeln sahen, wusste mein Gegenüber, dass es die richtige Wahl traf. In der Tat handelte es sich um ein feines Fleisch, das durch das Braten nicht an Saftigkeit verlor und eine schöne, schmackhafte Speckschwarte besaß.

Allerdings war das Trumm so mächtig, dass etwa ein Drittel übrig blieb, das die Kellnerin ohne Frage einpackte. Was für eine nette Geste. Mein Rinderfilet (29,20 Euro) hatte eine exzellente Qualität und einen beispielhaften rosa Kern, sodass es butterzart war. Dazu lieferte die Küche Pariser Kartoffeln, Brokkoli und Speckbohnen. Die Gorgonzolasoße rundete das Gericht ab.

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Zu diesen feinen Fleischgerichten wählten wir einen kräftigen Rotwein von Markus Schneider aus der Pfalz (0,2 Liter für 6,50 Euro), der uns von den Socken haute. Die Mischung aus Cabernet Sauvignon und Portugieser fühlte sich wie Samt auf der Zunge an und besaß die Wucht, gegen starke Hauptspeisen nicht zu verlieren. Und nach dem Essen ist er einfach genussvolle Untermalung einer anregenden Unterhaltung.

Die Portionen im Block bieten ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. So gerne wir noch einen Nachtisch probiert hätten – es ging schlichtweg nicht mehr. Dabei hätte uns noch der Topfenstrudel mit Beerenfrüchten und Vanilleschaum (5,70 Euro) und das Zitronensorbet mit Sekt (6,50 Euro) angemacht. Beim nächsten Mal dann. Stattdessen spendierte uns das Servicepersonal einen Grappa zur Verdauung. Wie gesagt: Dieses Familiäre, Freundliche, Liebevolle, kein bisschen Steife – es war so wohltuend. Bitte unbedingt so bleiben!


Fazit: Das Restaurant Block in Oberneuland gehört zwar zum Golfclub, ist aber ein öffentliches Restaurant, das man unbedingt einmal besucht haben sollte. Hier gehen herzlicher Service mit einer kleinen, teils überraschenden Karte mit leckeren Gerichten einher.


Block, Heinrich-Baden-Weg 23, 28355 Bremen, Telefon: 0421 24366610, täglich von 10 bis 22 Uhr, barrierefrei, Internet: www.gc-oberneuland.de/gastronomie

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