Frisch vom Feld

Ein ganzes Feld zur Auswahl

Bei Landwirt Jürgen Drewes am Hollerdeich können Blumenfreunde selber pflücken
03.08.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Chantal Moll
Ein ganzes Feld zur Auswahl

Ute Schaal ist Stammkundin auf dem Blumenfeld am Hollerdeich.

PETRA STUBBE

Nicht nur Blumenfreunde, sondern auch Hummeln und Bienen freuen sich über die bunte Blumenwiese am Hollerdeich. Wie auf einem Erdbeerfeld zum Selberpflücken sind die Blumen hier eingereiht. Dabei legt der Bauer Jürgen Drewes Wert darauf, dass die Blumen bunt durchmischt auf dem Feld wachsen – hier eine Cosmea, da eine Ringelblume, dazwischen Beiwerk in Form von Dill oder Statice. Die einzige Reihenfolge, die der Bauer einhält: Die hohen Blumen gehören nach hinten, die kleinen nach vorne. Damit auch alle Pflanzen gesehen werden.

Die Blumenwiese zum Selberpflücken legt Jürgen Drewes seit mehr als 15 Jahren an. „Uns liegt viel daran den Leuten damit eine Freude zu machen“, sagt der Bauer. Am Hollerdeich binden sich überwiegend Kundinnen, wie der Bauer berichtet, eigene Sträuße zusammen. In dem Holzhäuschen an der Wiese liegen dafür Leihmesser, Zeitungspapier und Bänder bereit. Die Blumen zum Selberpflücken können die Kundinnen dann nach eigener Zahlungsmoral honorieren. Dafür ist außen an dem Holzhäuschen eine Kasse befestigt, in die das Geld wie in eine Spardose hineingeworfen werden kann. „Nur bezahlte Blumen machen Freu(n)de“ steht auf einem Zettel an der Wand geschrieben. Ein kleiner Strauß kostet 3,50 Euro, ein großer Strauß 4,50 Euro. „Viele fragen mich, was denn nun ein kleiner oder großer Strauß ist, da sage ich nur, das müssen sie selber entscheiden“, berichtet Drewes. „Das ist einfach die Kasse des Vertrauens“, fügt er hinzu.

Als Jungpflanzen kommen die Blumen in der Regel nach den Eisheiligen Mitte Mai auf Drewes Feld, da sind sie zwei bis drei Zentimeter hoch. Doch in diesem Jahr hat der Bauer auch eigene Blumen gesät. Wie zum Beispiel die Ringelblumen und die Malven. Die Überhand nehmen von der Masse her jedoch die Bartnelken. „Vom Gefühl her“ seien das die am meisten gepflückten Blumen auf Drewes Wiese. „Die hat meine Oma schon gemocht“, berichtet der Bauer. Sie haben stabile Stiele und sind reine Schnittblumen, wie er weiß. Ute Schaal mag die Bartnelken auch sehr gerne, wie sie berichtet. Die Pflückerin aus der Umgebung kommt regelmäßig bei einer Radtour zum Blumen pflücken vorbei. „Cosmeen mag ich am aller liebsten“, berichtet Schaal. Wenn die Blumenwiese im Sommer zum Selberpflücken geöffnet ist, kauft sie keine Blumen mehr im Blumenladen. Die selbstgepflückten Sträuße verschenke sie gerne. Wenn sie bei Freunden eingeladen ist, eigne sich das besonders gut. „Ich komme dann zum Deich und hole mein Sträußchen“, sagt sie.

Blumenfeld Oberneuland

Landwirt Jürgen Drewes bietet seit mehr als 15 Jahren Blumen zum Selberpflücken.

Foto: PETRA STUBBE

Bei Ringelblumen sei es anders als bei den Bartnelken, berichtet Drewes. Die bräuchten für die Vase etwas mehr Halt. Besonders gut eigne sich hierfür neben der Statice als Bindegrün auch der geruchsintensive Dill. „Die meisten kennen ihn nur zum Einmachen für Gurken“, sagt Drewes. Dabei eignen sie sich auch gut als Stütze für Blumensträuße. Die Mädchenaugen werden hingegen auch mal als ganze Sträuße gepflückt, weil sie einen sehr stabilen Stiel haben. Dafür brauche es dann kein Beiwerk zur Unterstützung. Die Dahlien nimmt Drewes im Herbst raus, wenn die ersten Blätter frieren. Doch bevor es richtig anfange zu frösteln, nimmt er die Knollen raus und die Dahlien kommen zum über wintern in seine Scheune. Denn sie müssen frostfrei gelagert werden. Wenn es in seiner Scheune zu kalt wird, bringt er die Blumen zum Überwintern in die Gärtnerei Jäger seiner Cousine. Im Frühjahr pflanzt er sie dann wieder auf seiner Wiese zum Selberpflücken. Für die Bienen und Hummeln pflanzt Drewes Phacelia, auch Bienenweiden genannt. Auf ihnen tummeln sich vor allem an warmen und sonnigen Tagen Bienen und Hummeln. „Das ist mir auch immer viel Wert, dass die Biodiversität erhalten bleibt“, berichtet der Landwirt. Auch Schmetterlinge finden sich vor allem an den Bartnelken wieder.

Bei Drewes Pflanzen handelt es sich bei allen um Blumen, die keinen Nachtfrost ab können. Schon bei geringem Nachtfrost seien diese direkt weg. Deshalb kann der Bauer auch nicht genau sagen, wie lange Besucher am Hollerdeich zum Pflücken kommen können. „Ich kann nur hoffen, dass wir im September noch keinen Nachtfrost kriegen“, sagt Drewes.

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