Neustrukturierung der Beiratsarbeit Glücklich mit dem Job

Matthias Kook ist seit einem Jahr Ortsamtsleiter in Oberneuland. Der erste mit hauptamtlicher Vollzeitstelle. Eine Bilanz.
07.12.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter

Seit einem Jahr ist die Leitung des Oberneulander Ortsamtes kein Ehrenamt mehr. Für Matthias Kook hat sich dadurch vieles verändert. Der 49-Jährige war neun Monate lang in Personalunion ehrenamtlicher Leiter des Ortsamtes und hauptberuflicher Hortleiter beim Bremer Hockey-Club. Eine anstrengende Zeit, resümiert er, „insbesondere, wenn Sitzungen anstanden“.

Auch in Hinblick auf den Umgang mit gefassten Beiratsbeschlüssen habe sich die Situation mit der Umwandlung des Teilzeit-Ehrenamtes in eine hauptamtliche Vollzeitstelle deutlich verbessert. „Ich habe jetzt die Zeit, intensiver bei den Behörden nachzuhaken, wenn eine Antwort auf sich warten lässt“, sagt Kook.

Neben dem Tagesgeschäft war der Ortsamtsleiter in den vergangenen Monaten in erster Linie mit der Neustrukturierung der Beiratsarbeit unter Corona-Auflagen beschäftigt. Da sich die Fraktionen auf virtuelle Sitzungen verständigt hatten, stand für Kook im Vordergrund, Videokonferenzen zu organisieren und sich zunächst einmal mit dem gesamten Prozedere vertraut zu machen. Inzwischen laufe das zwar ganz gut, sagt er, es sei allerdings auch deutlich mehr Arbeit. Insbesondere für die Sitzungen des Bauausschusses müsse er nun vorab viele Unterlagen einscannen und an die Ausschussmitglieder schicken, damit sie tagen könnten.

Nicht nur bezüglich der Beiratsarbeit hofft Kook auf eine baldige Entspannung der Coronalage, sondern auch mit Blick in den Stadtteil. „Der persönliche Kontakt zu den Bürgern fehlt mir sehr“, sagt er. „Man bekommt in Gesprächen einfach viel mehr von der Stimmungslage im Stadtteil mit.“ Vor Corona sei er häufig im Anschluss an Sitzungen angesprochen worden, oder habe Geburtstagsbesuche genutzt, um mit den Bürgern intensiver ins Gespräch zu kommen. „Daraus haben sich häufig wertvolle Anregungen ergeben“, erzählt er.

Den Wechsel vom Hort- zum Ortsamtsleiter vor einem Jahr hat Kook bislang noch keinen Moment bereut, sagt er. „Ich schätze mich glücklich, diesen Job bekommen zu haben.“ Er empfinde die Arbeit als tolle Herausforderung und auch die Zusammenarbeit mit dem Beirat funktioniere bestens. Mit dieser Wahrnehmung steht er nicht alleine da.

„Matthias Kook hat die großen Fußspuren seines Vorgängers Jens Knudtsen bereits sehr gut ausgefüllt“, betont Bernd Richter (FDP), stellvertretender Sprecher des Beirats. Knudtsen hatte den Beirat seinerzeit bei seinen Bemühungen unterstützt, aufgrund der stark gewachsenen Bevölkerungszahl und der immer komplexer werdenden Aufgaben im Stadtteil einen hauptamtlichen Leiter für das Ortsamt zu bekommen. Kook habe sich in dieses Amt nicht nur schnell eingearbeitet, sagt Richter. Er habe auch die notwendigen Kontakte im Stadtteil und zu den vorgesetzten Dienststellen geknüpft und ausgebaut. „Es ist spürbar, dass der Beirat durch sein Engagement hervorragend unterstützt wird“, sagt Richter. Und auch für die Bürgerinnen und Bürger stehe mit Kook nun regelmäßig ein kompetenter Ansprechpartner im Ortsamt zur Verfügung. „Leider hat die Corona-Pandemie einige Wünsche und politische Zielsetzungen des Beirates etwas ausgebremst“, bedauert der stellvertretende Sprecher. „Aber mit unserem hauptamtlichen Ortsamtsleiter sehen wir auch wieder besseren Zeiten entgegen.“

Bis Mitte Januar ist das Ortsamt Oberneuland noch ein Ein-Mann-Betrieb. Dann sei zunächst Stadtteilassistentin Angela Cau im Rahmen von Elternzeit plus wieder im Einsatz, berichtet Kook. Außerdem bekomme das Ortsamt eine zusätzliche halbe Stelle für kommunale Sachbearbeitung. Wann genau sich das Ortsamtsteam vergrößert, ist im Moment allerdings noch nicht klar. „Die Vorstellungsgespräche haben bereits stattgefunden und das Auswahlverfahren befindet sich in der abschließenden Phase“, berichtet Viola Kral, in der Senatskanzlei zuständig für Beirats- und Ortsamtsangelegenheiten. Zu welchem Zeitpunkt die Stelle besetzt werde, könne sie zurzeit aber noch nicht konkret beantwortet. Das hänge unter anderem auch davon ab, wann die betreffende Person den Arbeitsplatz wechseln könne.

Ortsamtsleiter Kook freut sich auf den Neuzugang - vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die Stelle einen Schwerpunkt in der Betreuung des Jugendbeirats haben wird. So habe es auch in der Stellenausschreibung gestanden, damit sich möglichst nur Bewerber melden, die ein entsprechendes Interesse für Jugendarbeit mitbringen. Wenngleich die kommunale Sachbearbeitung in Oberneuland als Halbtagsstelle vorgesehen sei, werde sie dennoch mit einer Vollzeitkraft besetzt, erläutert Kook. Die verbleibenden 50 Prozent stünden dem Vertretungspool der Ortsämter zur Verfügung.

Für den Ortsamtsleiter bedeutet die absehbare personelle Verstärkung, dass er sich perspektivisch einem Projekt widmen kann, das er im Zuge der Corona-Pandemie immer wieder hinten an stellen musste: die Umstellung auf eine elektronische Aktenablage. Dass der Zeitpunkt der Neueinstellung noch nicht feststeht, nimmt er gelassen. „Ich bin froh, dass es jetzt überhaupt bald soweit ist – da kommt es auf ein paar Wochen nicht mehr an.“

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