Gepflegte Grünanlage

Neue Ruheplätze für Höpkens Ruh

Park in Bremen-Oberneuland bekommt dank Spendern elf neue Bänke – das Pflegekonzept wird weiter nach und nach umgesetzt.
15.02.2019, 19:55
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Von Maren Brandstätter
Neue Ruheplätze für Höpkens Ruh

Susanne Spahn (Bauleitung) und Tanja Piening (Landschaftsarchitektin) vor der ersten Bank

Petra Stubbe

Elf neue Parkbänke sollen im kommenden Frühjahr in Höpkens Ruh aufgestellt werden. Den Prototyp gibt es bereits, jetzt werden nach seinem Vorbild die übrigen zehn Bänke exklusiv für die Oberneulander Parkanlage gebaut. Optisch werden sie den aus englischen Landschaftsgärten bekannten breiten Holzbänken gleichen, tatsächlich aber werden sie aus Haltbarkeitsgründen aus Stahl sein, beschichtet mit einer Kunststoffummantelung, die nicht vergilbt. Mit knapp 22 000 Euro schlagen die elf Sonderanfertigungen zu Buche, erklärt Christina Ruschin, Sprecherin beim Bremer Umweltbetrieb (UBB).

Diese Summe gebe das Budget allerdings nicht her. Dass die Bänke dennoch gebaut werden können, sei dem Engagement von Karl-Heinz Müller, Vorsitzender des Förderkreises Overnigelant, zu verdanken, betont Ruschin. Der Verein, der sich seit einigen Jahren um die Instandsetzung von Oberneulander Parks kümmert, hatte im vergangenen Jahr angekündigt, sich um Spenden für die Bänke zu bemühen.

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Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. „Nach etwa zwei Wochen hatten wir das Geld zusammen“, berichtet Müller. Gezielte Aktionen habe es – anders als seinerzeit bei Heinekens Park – nicht gegeben. „Ich habe einige Personen angesprochen, von denen ich angenommen habe, dass sie Interesse haben könnten.“ Offenbar habe er mit seiner Einschätzung richtig gelegen. Und nicht zuletzt werde der finanzielle Einsatz ja auch mit kleinen Metallschildern an den Rücklehnen gewürdigt.

Mehrere Wege saniert

Die neuen Bänke sind Teil des Parkpflegekonzepts, das der Umweltbetrieb für Höpkens Ruh vor einigen Jahren auf den Weg gebracht hat. „Neben der Gewässerentschlammung des großen Sees haben wir 2017 einen Wegeabschnitt in der Nachbarschaft zur Oberneulander Landstraße saniert“, berichtet Christina Ruschin. Im vergangenen Jahr sei dann die Eichenallee saniert worden. Außerdem sei der Weg, der Spaziergänger bislang direkt über die Terrasse des Hotels geführt habe, verlegt worden, sodass er jetzt am Hotel vorbei zum Lindenrondell, auch „Lindendom“ genannt, verlaufe. „Wenn man unter den Linden dort steht, ergibt sich eine Raumwirkung wie in einem Dom – daher hatten wir die Baumgruppe so getauft“, erklärt Ruschin die besondere Namensgebung. Im Zuge der Wegsanierung beim Lindendom sei auch die Wegeinfassung von den alten Klinkern befreit und mit denkmalgerechten, eigens zu diesem Zweck gehauenen Kalksteinkanten eingefasst worden.

Der Weg entlang einer Reihe von fünf alten Eichen im Park konnte laut Ruschin bislang noch nicht saniert werden und sei daher bedauerlicherweise nach wie vor gesperrt. In den Bäumen haust der Eremitenkäfer, weshalb ein Abholzen der Eichen für den Umweltbetrieb nicht infrage kommt – der Käfer wird in der Roten Liste gefährdeter Tiere in Deutschland als „stark gefährdet“ geführt. „Wir haben in Absprache mit einem Gutachter einen Weg gefunden, sowohl den Lebensraum für den Eremiten zu schützen, als auch die Sicherheit für Spaziergänger zu gewährleisten“, erklärt die Sprecherin. „Wir werden die Bäume am Eremitenweg voraussichtlich so mit Seilen stützen, dass der Weg wieder freigegeben werden kann.“ Mit etwas Glück lasse sich dieser Plan bis zum Spätfrühling realisieren. „Die Baufirmen, die auf Baumpflege spezialisiert sind, sind zur Zeit sehr ausgelastet“, erklärt Ruschin.

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Neben der Sanierung von Wegen hat der Umweltbetrieb auch historische Baumstandorte wiederbelebt. „Am See am Rande der Oberneulander Landstraße haben wir beispielsweise eine auf dem historischen Plan verzeichnete Blutbuche gepflanzt“, erzählt Ruschin. Am gegenüberliegenden Seeufer wachse jetzt außerdem eine Gruppe von Eichen.

Ziel des Parkpflegekonzeptes Höpkens Ruh war es laut der Sprecherin, ein Leitbild zu erstellen, auf Grundlage dessen die Anlage bei zukünftigen Maßnahmen so behutsam und so authentisch, wie möglich, und nach historischem Vorbild saniert werden kann. Dabei sollen Naturschutz, Denkmalschutz und Nutzerbedürfnisse sinnvoll miteinander verknüpft werden.

Konzept wird sukzessive umgesetzt

„Es handelt sich um ein vollständiges Konzept, umgesetzt wird es aber sukzessive, in Abhängigkeit der finanziellen Mittel“, erklärt Ruschin. „Zeitliche Vorgaben gibt es nicht, das Parkpflegekonzept wird uns noch viele Jahre begleiten.“ Für die Wegebau-Maßnahmen im vergangenen Jahr seien Kosten in Höhe von 75 000 Euro entstanden.

Einen großen Anteil daran, dass der Park möglichst authentisch umgestaltet werden kann, haben diverse Bremer Zeitzeugen. Die waren vor mehr als drei Jahren einem Aufruf gefolgt und teilten Erinnerungen, Fotos, Pläne und Postkarten mit den Planern des Umweltbetriebs, um ein möglichst detailgetreues Bild der Anlage rekonstruieren zu können.

Angelegt wurde Höpkens Ruh zwischen 1795 und 1817 von Jacob Friedrich Schultz. Der Namensgeber, Kapitän Johann Höpken, übernahm das Landgut 1859 und verfügte 1873 in seinem Testament, dass die Stadt Bremen den Park als Erbe übernehmen und der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte.

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