Neuer Fahrplan des Metronom sorgt für Kritik Oberneulander fühlen sich abgehängt

Oberneuland. Auf die Anbieter des Schienennahverkehrs sind die Oberneulander zurzeit nicht gut zu sprechen. Seit Sonntag gilt der neue Metronom-Winterfahrplan, und seither fühlen sich viele Pendler abgehängt.
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Oberneulander fühlen sich abgehängt
Von Andreas D. Becker

Oberneuland. Auf die Anbieter des Schienennahverkehrs sind die Oberneulander zurzeit nicht gut zu sprechen. Seit Sonntag gilt der neue Metronom-Winterfahrplan, und seither fühlen sich viele Pendler abgehängt. Auf der jüngsten Sitzung des Beirats gab es vor allem Kritik daran, dass der Zug um 7.15 Uhr nicht mehr in Oberneuland hält. Davon sind auch viele Schulkinder betroffen, die vorher damit zum Unterricht gefahren sind.

Auf der jüngsten Sitzung des Beirats gab es vor allem Kritik daran, dass der Zug um 7.15 Uhr nicht mehr in Oberneuland hält. Davon sind auch viele Schulkinder betroffen, die vorher damit zum Unterricht gefahren sind.

Die Deutsche Bahn stoppt seit Sonntag überhaupt nicht mehr in Oberneuland. Verantwortlich für den Schienennahverkehr ist seit 1996 das Land Bremen. Vor eineinhalb Jahren hatte der Metronom das europaweite Ausschreibungsverfahren gewonnen. Das grundsätzliche Problem ist laut Christian Weiss vom Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, dass der Schienennahverkehr in der Hand vieler Akteure liege. Deshalb sei es schwierig, Änderungen durchzusetzen. Insgesamt räumte Weiss ein, dass die Fahrten von Oberneuland zum Hauptbahnhof seltener geworden sind.

Wie er dem Beirat und zahlreichen Zuhörern aus der Bevölkerung erläuterte, sind technische Gründe dafür verantwortlich, dass der morgendliche Lieblingszug vieler Pendler nicht mehr in Oberneuland stoppt. "Der Bahnsteig ist mit 165 Metern zu kurz. Sieben doppelstöckige Waggons können hier nicht halten", so der Experte. Auf der anderen Seite würde diese Kapazität während der morgendlichen Hauptverkehrszeit auf der Strecke Hamburg-Bremen gebraucht. Betroffen von dem Fahrplanwechsel sind jedoch nicht nur Oberneulander, die morgens in Richtung Hauptbahnhof unterwegs sind, sondern auch Pendler aus Rotenburg, Ottersberg und Quelkhorn, die nach Oberneuland zur Arbeit fahren.

Zwar ist nach Aussage von Christian Weiss geplant, alle Bremer Bahnhöfe bis etwa 2015 zu sanieren. Bei diesen Arbeiten sollen die Bahnsteige angehoben und verlängert werden.

Im Stadtteil könnte sich der Baubeginn allerdings noch länger hinauszögern. "Oberneuland ist der zweitschwächste Bahnhof innerhalb Bremens mit rund 600 Ein- und Aussteigern täglich", begründet Weiss die Tatsache, dass der Stadtteil auf der Prioritätenliste eher hinten zu finden ist.

Stefan Martin (CDU) kritisierte, dass den Oberneulandern eine wichtige Möglichkeit genommen worden sei, auf die Bahn umzusteigen. "Weil uns der beste Zug genommen wurde", argumentierte er. Ingo Franssen vom Fahrgastverband "Pro Bahn" zweifelte die erhobene Anzahl der An- und Aussteiger an. "Solche Zahlen sind schwer zu ermitteln. Es können genauso gut 800 sein. Damit würden die Bahnsteige schneller verlängert." Weiss kündigte an, dass die Gespräche mit der Bahn über den Haltepunkt Oberneuland noch nicht beendet seien. Er hoffe, bis zum Sommer eine Lösung zu finden.

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